Bewilligungsbescheid für St.-Marien-Kirche ist da – Bausumme: eine Million Euro
Renovierung kann starten

Schlangen (WB). Und plötzlich geht alles ganz schnell: Mit der Renovierung der St.-Marien-Kirche in Schlangen soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Der lang erwartete Bewilligungsbescheid des Generalvikariats Paderborn liegt der Kirchengemeinde seit wenigen Tagen vor. Die Bausumme beläuft sich auf immerhin eine Million Euro.

Montag, 28.10.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 13:06 Uhr
Die St. Marien-Kirche in Schlangen ist in die Jahre gekommen und muss dringend renoviert werden. Jetzt ist der lang erwartete Bewilligungsbescheid des Generalvikariats Paderborn da. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten starten. Foto: Klaus Karenfeld
Die St. Marien-Kirche in Schlangen ist in die Jahre gekommen und muss dringend renoviert werden. Jetzt ist der lang erwartete Bewilligungsbescheid des Generalvikariats Paderborn da. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten starten. Foto: Klaus Karenfeld

Das 1954 erbaute Gotteshaus ist unübersehbar in die Jahre gekommen. Große Sorgen bereiten den Verantwortlichen der Kirchengemeinde die Fundamente des Gebäudes. An einigen Stellen ist bereits Nässe in das Mauerwerk eingedrungen.

Dringender Handlungsbedarf besteht auch an anderer Stelle: Am Kirchendach treten immer wieder Feuchtigkeitsschäden auf, was nach Meinung der Baufachleute eine umfassende Sanierung notwendig macht. Im Kircheninneren gibt es ebenfalls jede Menge zu tun: Heizungsanlage, Elektrotechnik und nicht zu vergessen die gesamte Beleuchtung sind veraltet.

Die Baukosten insgesamt gibt Pfarrer Georg Kersting im Gespräch mit der SCHLÄNGER ZEITUNG mit etwa einer Million Euro an. In der Summe sind auch die Aufwendungen für die künstlerische Ausgestaltung der St.-Marien-Kirche enthalten.

300.000 Euro steuert die Kirchengemeinde bei

Das Generalvikariat wird mit etwa 630.000 Euro den größten Teil des Betrags übernehmen. Die Kirchengemeinde steuert die Restsumme bei, die sich auf immerhin mehr als 300.000 Euro beläuft.

Den Eigenanteil will die Kirchengemeinde zum einen aus angesparten Mitteln finanzieren. Da die Pfarrvikarie St. Marien kirchenrechtlich Teil der Pfarrei St. Martin Bad Lippspringe ist, kann sie auch mit finanzieller Unterstützung durch die benachbarte Pfarrgemeinde rechnen. Weitere Gelder fließen dem Projekt aus dem Verkaufserlös der Filialkirche St. Maximilian (Bad Lippspringe) zu. Darüber hinaus hat die Kirchengemeinde einen Zuschussantrag an das Diözesane Bonifatiuswerk auf den Weg gebracht, das Gemeinden in der Diaspora finanziell unterstützt.

»Der jetzt vorliegende Bewilligungsbescheid ist das erhoffte Startsignal«, betont Kersting. In der vergangenen Woche habe es bereits Gespräche mit dem Planungsbüro Brockmeyer und Rüting sowie beteiligten Handwerkerfirmen gegeben. Mit den Ergebnissen zeigt er sich sehr zufrieden: »Gemeinsam ist es uns gelungen, einen ersten verbindlichen Zeit- und Terminplan zu entwickeln.«

Und der sieht so aus: Am 17. November wird in der Marienkirche die vorläufig letzte Messe gefeiert – eine Diamantene Hochzeit. Beginn ist wegen des Volkstrauertages ausnahmsweise um 9 Uhr.

Kirchenbänke werde in Scheune gelagert

Bevor mit den eigentlichen Umbauarbeiten im Kircheninneren begonnen werden kann, sind noch einige Vorbereitungen notwendig. Die Holzstatuen und -figuren gehen in die Obhut der Fachfirma Nüthen Restaurierungen über. Altar und Ambo bleiben zwar an ihrem angestammten Platz in der Kirche, sollen aber für die Dauer der Baumaßnahme besonders geschützt werden; auch dafür zeichnet das Bad Lippspringer Unternehmen verantwortlich.

Das Ausräumen der Kirche soll etwa zeitgleich erfolgen. Pfarrer Kersting setzt dabei auf die Unterstützung vieler fleißiger Helfer der Pfarrgemeinde sowie der Landjugend Bad Lippspringe. Die Kirchenbänke werden für die Dauer der Maßnahme in der Scheune eines Badestädter Landwirts eingelagert.

Das Verhältnis der katholischen zur evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Schlangen ist von einem guten Miteinander gekennzeichnet – auch das betonte Pfarrer Georg Kersting gegenüber der SCHLÄNGER ZEITUNG. »So haben wir das Angebot gerne dankbar angenommen, unseren wöchentlichen Gottesdienst künftig in der evangelischen Kirche abzuhalten.« Das erste Mal wird das am Samstag, 23. November, um 18.15 Uhr der Fall sein.

Heizungsanlage wird modernisiert und ergänzt

Noch im November verwandelt sich die Marienkirche dann in eine Baustelle. Die ersten Arbeiten konzentrieren sich auf die altersschwache Heizungsanlage. Die bestehende Gebläseheizung soll modernisiert und um eine elektrische Sitzbankheizung ergänzt werden. »Das macht es notwendig, als erstes neue Leitungen im Fußboden zu verlegen«, erläutert Kersting weiter.

Nun also geht es endlich voran. Dabei waren die geplanten Umbau- und Renovierungsarbeiten speziell zu Anfang von Rückschlägen begleitet. So sollte eigentlich der Heilbronner Künstler Raphael Seitz für die künstlerische Ausgestaltung der Kirche verantwortlich zeichnen, doch der starb kurz nach Auftragsvergabe im Alter von nur 56 Jahren.

Nach verschiedenen Gesprächen entschieden sich Kirchengemeinde und Generalvikariat für eine Zusammenarbeit mit dem Paderborner Atelier Lönne und Neumann. Im April 2016 stellten die beiden Künstler ihren Entwurf erstmals der Kirchengemeinde vor. Darin fanden sich auch wesentliche Ideen von Raphael Seitz (Arbeitstitel: »Licht der Welt«) wieder. Architekt Martin Brockmeyer sprach damals von einer »wunderbaren künstlerischen Symbiose«.

Die größten gestalterischen Veränderungen beziehen sich den Entwürfen nach auf den Altarbereich: Die zehn Meter hohen Fensterschlitze, beiderseits einer Betonwand, sollen demzufolge ein neues, wesentlich helleres Glas bekommen. Die braungraue Betonwand selbst möchten die beiden Künstler mit einem goldfarbenen Anstrich aufwerten.

Besondere Glaskonstruktion geplant

Aber das ist noch nicht alles: Zwischen Altar und Rückwand planen Lönne und Neumann eine besondere Glaskonstruktion, auf der sich die Botschaft des Glaubens für jedermann gut sichtbar widerspiegeln soll. Zum Beispiel durch eigens eingravierte Zitate und Textverse aus dem berühmten Brief des Apostels Paulus an die Korinther.

Die Glasmitte selbst dominiert die Figur des gekreuzigten und wieder auferstandenen Jesus Christus. »Je nach Lichteinfall und Tageszeit werden so im zentralen Kircheninneren immer neue und wechselnde Stimmungen erzeugt«, erläuterte Jörn Neumann damals.

Der Ambo übrigens wird etwas näher in Richtung Kirchenraum rücken. Die Orgel findet einen neuen Platz auf der Kirchenempore. Und es gibt noch eine wichtige Veränderung: Lönne und Neumann möchten den Tabernakel vom Altar in den bisherigen Taufraum versetzen, um diesen Bereich aufzuwerten.

Deutlich zu dunkel ist nach Einschätzung der Paderborner Künstler auch der Eingangsbereich zur Kirche von der Detmolder Straße aus. Die drei Bleiglasfenster oberhalb der beiden Eingangstüren sollen deshalb ausgebaut und durch neue, sichtbar hellere ersetzt werden.

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