Landesbetrieb Straßen NRW stellt Möglichkeiten einer Sanierung vor
Gauseköte bleibt bis 2021 gesperrt

Bad Lippspringe/Schlangen (WB). Die Gauseköte zwischen Detmold und Schlangen bleibt noch bis mindestens Frühjahr 2021 gesperrt. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat am Dienstag in Bielefeld vier Varianten vorgestellt, wie die Landstraße saniert werden könnte.

Mittwoch, 30.10.2019, 12:28 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 12:32 Uhr
Landesbetrieb Straßen NRW stellt Möglichkeiten einer Sanierung vor: Gauseköte bleibt bis 2021 gesperrt

An der L937 hatte es in 2015 einen Erdrutsch gegeben. Seit 25. Januar 2019 ist die wichtige Verbindungsstraße von Lippe in das Paderborner Land aus Sicherheitsgründen und wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche vollständig gesperrt. Bohrungen vor Ort sollten im Frühjahr Aufschluss darüber geben, wie eine Sanierung der Landstraße erfolgen könnte. Diese Untersuchungen förderten schwierige Bodenverhältnisse zutage, die Auswertung verzögerte sich von August bis in den Oktober hinein. »Aber jetzt liegt uns das Bodengutachten vor«, sagt Tobias Fischer, Leiter der Abteilung Straßenbau beim Landesbetrieb.

Vier Varianten für eine Sanierung

Unter dem Oberboden mit Buschwerk und Nadelhölzern gibt es Sandanschüttungen mit einer Dicke bis zu 25 Metern, verlehmte Kiese und Kalkstein. »Hinzu kommt noch Grundwasser, das noch zusätzlich für eine Gleitebene sorgt«, sagt Fischer. »Das Ergebnis zeigt, dass es richtig war, die Straße zu sperren.« Die Konsequenz aus dem Bodengutachten sei, dass es vier Varianten für eine Sanierung gebe.

Die erste Variante wäre eine Abflachung der Böschung. Die Baukosten hierfür werden auf 1,4 Millionen Euro geschätzt. Vom Zeitpunkt der Entscheidung für diese Möglichkeit bis zu einer Freigabe der Gauseköte für den Verkehr veranschlagt Straßen NRW etwa zwölf Monate. Die Böschung müsste auf einer Länge von 25 Metern abgetragen werden. Für diese Sanierung sprechen laut Fischer geringe Herstellungs- und Folgekosten, eine Aufforstung und Nutzung anschließend sei gut möglich. Dagegen spreche, dass es sich um einen massiven Eingriff in Landschaft und Natur handele, das Landschaftsbild beeinträchtigt werde und die Ausführung in puncto Arbeitsssicherheit schwierig sei.

Die zweite Variante wäre eine Böschungsvernagelung. »Dabei würden Anker in den Kalkstein eingebracht, wie es häufig in alpinen Regionen geschieht«, erläutert Fischer. Die Baukosten lägen bei 4,3 Millionen Euro. Von der Entscheidung bis zur Freigabe der Gauseköte würde es etwa 27 Monate dauern. Es handele sich um einen mittelschweren Eingriff in Landschaft und Natur, die gegenwärtige Böschung könnte erhalten werden. Aber: Die Maßnahme brächte hohe Herstellungskosten und auch Folgekosten, da die Anker regelmäßig überwacht werden müssten.

Stützwand würde 5,2 Millionen Euro kosten

Dritte Variante einer Sanierung wäre eine Stützwand. »Sie müsste mit 7,8 Metern allerdings recht hoch sein«, sagt Tobias Fischer. Neben einem schweren Eingriff in das Landschaftsbild und in die Hydrologie gebe es sehr hohe Kosten. Sie werden auf 5,2 Millionen Euro beziffert. Mit einer Dauer von mindestens 30 Monaten bis zu einer Straßenfreigabe hätte diese Variante die längste Herstellungszeit.

Die vierte Variante nennen die Experten »Bewehrte Erde«. Es erfolgt eine Angleichung der oberen Böschung und es werden hiebei Erdverbundskörper errichtet. Auch hier wird mit hohen Kosten von vier Millionen Euro und einer Zeit von 26 Monaten bis zur Freigabe gerechnet.

»Wir favorisieren Varante 1, die Abflachung«, betont Andreas Meyer,  Leiter der Niederlassung in Bielefeld. Sie habe die geringsten Kosten, die kürzeste Bauzeit und eine Aufforstung sei möglich. In einem Gespräch wurden die Gemeinde Schlangen, die Stadt Detmold und der Kreis Lippe bereits informiert. »Auch sie unterstützen die Variante 1«, so Tobias Fischer.

Bevor es zu einer Entscheidung kommt, müssen Ämter und Behörden beteiligt werden, müssen noch Fragen hinsichtlich eines Grunderwerbs durch Flächeninanspruchnahme, zum Baurecht sowie zum Landschafts- und Naturschutz beantwortet werden. Der Landesbetrieb geht davon aus, dass eine Entscheidung bis zum kommenden Frühjahr fällt. »Wir stellen aber bereits vor der Beteiligung die möglichen Varianten vor. Wir haben nichts zu verheimlichen«, so Andreas Meyer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7032460?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2516024%2F
Datenpanne: Inzidenz steigt auf 41 – doch Kreis darf nicht sofort handeln
22 Neuinfektionen sind am Samstag gemeldet worden. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker