Sa., 09.11.2019

Autorin aus Schlangen veröffentlicht Kriminalroman »Die Kälte der Teufel« Aus einem Projekt wird ein Buch

Janne Joonsen, so lautet das Pseudonym der Schlänger Schriftstellerin, präsentiert ihr erstes Buch. Es heißt »Die Kälte der Teufel« und ist ein Kriminalroman, der sich in London und in den ländlichen Gebieten der Grafschaft Norfolk abspielt.

Janne Joonsen, so lautet das Pseudonym der Schlänger Schriftstellerin, präsentiert ihr erstes Buch. Es heißt »Die Kälte der Teufel« und ist ein Kriminalroman, der sich in London und in den ländlichen Gebieten der Grafschaft Norfolk abspielt. Foto: Nicole von Prondzinski

Von Nicole von Prondzinski

Schlangen (SZ). Ein mysteriöser Bücherfund, ein vermeintlich unbeabsichtigter Schuss mitten auf einem Dorfplatz und ein Leben in der Londoner Unterwelt – im Kriminalroman »Die Kälte der Teufel« werden mehrere spannende Geschehen zu einer Geschichte verwoben. Das Besondere daran: die Autorin, die dafür verantwortlich ist, lebt im beschaulichen Schlangen.

Janne Joonsen, so lautet das Pseudonym der Schriftstellerin, hat mit dem Roman im Juni 2019 ihr Debüt im Eire-Verlag veröffentlicht. Die Geschichte spielt in England, teils in der Hauptstadt London, teils in den ländlichen Gebieten der Grafschaft Norfolk. Die Figuren haben realistische Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden einzelne Geschichten aus verschiedenen Zeitspannen erzählt, was eine geheimnisvolle und aufregende Wirkung erzeugt. Das Buch hat also alles, was zu einem guten Kriminalroman gehört.

Vergleichsweise spät mit dem Schreiben angefangen

Dabei kommt Joonsen beruflich eigentlich aus dem kaufmännischen Bereich und hat vergleichsweise auch erst spät mit dem Schreiben angefangen: »Ich wusste schon mit 10, dass ich irgendwann einmal schreiben werde. Und dann habe ich mir 27 weitere Jahre Zeit gelassen und gar nichts getan«, erzählt sie im Gespräch mit der SCHLÄNGER ZEITUNG. Aus ihrem ersten Schreibprojekt ist dann direkt der ganze Roman »Die Kälte der Teufel« entstanden, den sie im Alter von 40 Jahren in dem im Borchen ansässigen Verlag herausgegeben hat.

Doch wie kam die Autorin überhaupt auf die Idee, ein Buch zu schreiben und warum hat sie sich so lange damit Zeit gelassen? Sie selbst vermutet, die Frage, wie man überhaupt ein Buch schreibt, habe sie daran gehindert, damit zu beginnen und erklärt dies mit den Worten ihrer Mutter, die gesagt habe: »Du hast es gemacht, weil du wissen wolltest, wie es geht und ob du es kannst.«

Durchweg positive Leseerfahrungen

Und sie kann es. Die Verlegerin Dr. Mareike Menne, deren Dienstleistungen als Lektorin Joonsen von sich aus in Anspruch genommen hatte, bot ihr direkt an, das Buch bei sich im Verlag publizieren zu lassen. Auch die Rezensionen, die man im Internet zu dem Kriminalroman finden kann, zeugen von durchweg positiven Leseerfahrungen: »Eine spannende Geschichte mit tollen Charakteren und bildreicher Sprache. Die Autorin schafft es, ein Gefühl zu erzeugen, sich mitten im Geschehen zu befinden und mit Jenna und Greg zusammen in dem Mordfall zu ermitteln«, heißt es beispielsweise in einer Bewertung.

Auch wenn die Schriftstellerin hauptberuflich in der Administration eines Paderborner Unternehmens arbeitet, gab es in ihrer Vergangenheit bereits eine Zeit, in der sie sich eingehend mit Literatur beschäftigt hat. Nach ihrer kaufmännischen Ausbildung hat sie an der Uni Paderborn Literaturwissenschaften studiert und mit Master abgeschlossen. »Ich hatte mich eigentlich spontan für Literaturwissenschaften entschieden. Dann fand ich das aber so toll, dass ich dabei hängen geblieben bin.« Zunächst strebte sie auch eine Promotion an und arbeitete als Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl. Doch dann entschied sie sich, wieder im kaufmännischen Bereich zu arbeiten, so wie sie es bereits vor ihrem Studium getan hatte.

Drei Jahre reine Schreibzeit

Die Weihnachtszeit, die sie als entspannende Auszeit empfindet, verleitet sie im Jahre 2015 dazu, eine Geschichte zu schreiben. Was daraus wird, wusste sie da noch nicht. Neben ihrer Vollzeitanstellung und den alltäglichen Pflichten blieb ihr nur wenig Freizeit, um an ihrem Buch zu arbeiten, insgesamt kam sie dann zu drei Jahren reiner Schreibzeit.

Die ursprünglichen Einfälle, aus der die Geschichte entstanden sind, sammelte sie in einer Sprachschule in Hastings (England), wo sie einige Zeit als junge Sprachschülerin bei einer Austauschfamilie verbrachte. Während des Unterrichts habe sie oftmals hinaus aufs Meer geschaut und sich Dinge überlegt, wie: »Was passiert, wenn da jetzt ein Toter angespült wird? Wie ist der gestorben...« Mit ihrer reichen Vorstellungskraft kreiert sie häufig eher negative Modifikationen aus alltäglichen Situationen. Das sei auch der Grund, warum sie zum Genre des Krimis tendiert und nie daran dachte, eine Liebesgeschichte zu schreiben. Auch Thriller seien für sie nicht interessant, da diese sich hauptsächlich mit Mord und Totschlag beschäftigen, wohingegen man in Krimis viel mehr zwischen zwei Figuren passieren lassen kann.

Es gab auch Krisen

Die Phase des Schreibens ist für die 40-jährige eine spannende Zeit gewesen. Auch wenn sie diese sehr genossen habe, gab es auch Krisen. Schon einen Monat nach Schreibbeginn hatte sie eine Blockade: »Gerade, als ich dachte, daraus könnte eine Geschichte werden, habe ich mir drei Autorenratgeber durchgelesen und versuchte dann, alle genannten Tipps zu beherzigen. Und plötzlich ging gar nichts mehr«, erzählt sie. Geholfen habe ihr letztendlich nur, die Bücher wieder wegzulegen und sich darauf zu besinnen, wie sie begonnen hatte. Die Autorin schreibt tendenziell intuitiv und plant ihre Geschichte nicht bis zum Ende durch, sondern lässt Entwicklungen ihrer Figuren zu: »Ist der Charakter einer Figur erst einmal angelegt, erzählt die Figur viel von selbst und lässt nicht alles mit sich machen.«

Kurz nach der Veröffentlichung des Buches wird es von einer Leserin mit folgenden Worten bewertet: »Der Schreibstil ist so fesselnd, dass ich nicht, wie sonst, viele Passagen quer lese um schneller zur eigentlichen Handlung zurück zu kommen. In ›Die Kälte der Teufel‹ hat jeder Satz Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf mehr dieser neuen Autorin!« Diesen Kommentar zu lesen, war ein besonderer Moment für Joonsen. »Ich habe genau das, was ich an Büchern liebe, für diese Person erreicht. Das ist sehr herzerwärmend: Dann habe ich es zumindest für diese Person umgesetzt!«

Der Debütroman wird nicht das Einzige bleiben, was man von der Autorin lesen kann. Sie arbeitet bereits an ihrem zweiten Buch: Das Schreiben ist für sie zu einer Leidenschaft geworden: »Auch wenn es mehr Arbeit macht, ist es eine echte Bereicherung für das Leben und auch die ›andere‹ Arbeit macht gleich viel mehr Spaß«.

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