Bauhof verfügt über 175 Tonnen Streusalz – Polizei gibt Tipps für Verkehrsteilnehmer
Gut und sicher durch den Winter

Schlangen (WB). Die Temperaturen nähern sich langsam wieder der Null-Grad-Marke. »Die Gemeinde Schlangen jedenfalls ist auf Kälte und Schnee gut vorbereitet«, betont Bauhofleiter Martin Meier-Johann. Wie Autofahrer, Radler und Fußgänger gut und sicher durch den Winter kommen, erläutert Polizeihauptkommissar Ralf Böthgen im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Montag, 11.11.2019, 18:26 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 11:34 Uhr
Harald Fischer, Mitarbeiter des Bauhofes, hat in einem der neuen Trecker, der im Winterdienst 2019/20 erstmals zum Einsatz kommt, Platz genommen. Mit im Bild: Martin Meier-Johann, Leiter des Bauhofes der Gemeinde Schlangen Foto: Klaus Karenfeld
Harald Fischer, Mitarbeiter des Bauhofes, hat in einem der neuen Trecker, der im Winterdienst 2019/20 erstmals zum Einsatz kommt, Platz genommen. Mit im Bild: Martin Meier-Johann, Leiter des Bauhofes der Gemeinde Schlangen Foto: Klaus Karenfeld

Winterbereitschaftsdienst gilt seit Montag

Seit Montag ist der Fahrplan für den Winterbereitschaftsdienst in Schlangen in Kraft. Bereits morgens um 3 Uhr überprüft das Team die aktuellen Witterungsverhältnisse vor Ort. Wenig später, so Meier-Johann, fällt die Entscheidung, ob die Räum- und Streufahrzeuge tatsächlich ausrücken müssen. Dem Schlänger Bauhof stehen für den innerörtlichen Winterdienst nicht nur zwei Kleinlaster (Unimog) zur Verfügung, sondern auch drei Schmalspur-Trecker mit Schnee-Schild und Streuer. Zwei davon wurden vor wenigen Monaten erst neu angeschafft. Die Trecker kommen vor allem auf Bürgersteigen und Gehwegen in den drei Ortsteilen zum Einsatz.

Die Räum- und Streupflicht der Gemeinde bezieht sich auf das gesamte innerörtliche Straßennetz und hier speziell auf so genannte verkehrsgefährliche Bereiche. In einem ersten Schritt, so Meier-Johann, werden viel befahrene Straßen wie die Schützen-, Mühlen- oder Lindenstraße und die Schlänger Ortsmitte vom Schnee befreit, ebenso die Gefällstraßen. Dann gehe es weiter bis in die Außenbereiche. Die Räumfahrzeuge kommen aber auch auf den gemeindeeigenen Fahrradwegen, Bürgersteigen und öffentlichen Wegen zum Einsatz. Meier-Johann zufolge stehen der Gemeinde für den Winterdienst 2019/20 175 Tonnen Streusalz zur Verfügung.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Rückblick: Im vergangenen Winter mussten die Räum- und Streufahrzeuge in Schlangen zu insgesamt 14 Einsätzen ausrücken – eine unterdurchschnittliche Zahl. Das letzte Mal war das am 6. Februar 2019 der Fall. Zum Vergleich: Im Winter 2018/19 hatte der Schlänger Bauhof 29 Einsätze.

Räum- und Streupflicht für Hausbesitzer

Die Räum- und Streupflicht gilt ebenso für die Hauseigentümer in Schlangen. Die Details dazu regelt die Straßenreinigungssatzung. Demzufolge sind Schnee und neu entstandene Glätte in der Zeit von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends zu beseitigen. Kommt es nach 20 Uhr zu ergiebigen Schneefällen, so müssen die Gehwege werktags bis 7 Uhr geräumt sein, an Sonn- und Feiertagen bis 9 Uhr des folgenden Tages. Wo es keinen Gehweg gibt, ist der Hauseigentümer verpflichtet, einen 1,50 Meter breiten Streifen vor seinem Grundstück frei zu schaufeln.

Sicherheits-Check fürs Fahrzeug

Mit Beginn des Winters nehmen Schnee- und Glätteunfälle deutlich zu. »Ich empfehle deshalb jedem Autofahrer, spätestens jetzt sein Fahrzeug einem Sicherheits-Check zu unterziehen. Geprüft werden sollte beispielsweise, ob die Profiltiefe der Reifen noch ausreichend ist, der Kühlerfrostschutz erneuert oder die Scheibenwischblätter ausgetauscht werden müssen«, macht Polizeihauptkommissar Ralf Böthgen deutlich. Böthgen ist bei der Kreispolizeibehörde in Detmold Ansprechpartner in Sachen Verkehrssicherheit.

Wer bei Schnee, Schneematsch oder Eisglätte ohne Winterreifen unterwegs ist, riskiert schnell Punkte in Flensburg und eine saftige Geldstrafe von immerhin 60 Euro. Der Halter des Fahrzeugs, egal ob er selbst gefahren ist oder nicht, muss laut Straßenverkehrsordnung zusätzlich mit einem Bußgeld von 75 Euro rechnen. Denn er hat das Fahren ohne angemessene Bereifung zugelassen und trägt somit ebenfalls die Verantwortung. Sollte es auf schneeglatter Straße zu einem Unfall kommen, kann es sogar noch teurer werden. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern bei der Bereifung vor.

Und Böthgen hält noch weitere Ratschläge parat – wie diesen: »Autofahrer sollten regelmäßig die Beleuchtung an ihrem Fahrzeug kontrollieren. Scheinwerfer, Rücklichter und Blinker müssen vom Dreck befreit werden, ansonsten ist die Sicht beeinträchtigt.« Auch Scheiben und Spiegel müssen bei Fahrtantritt von Eis und Schnee befreit sein.

Fahrweise den Straßenverhältnissen anpassen

Die winterlichen Verhältnisse setzen ebenso eine veränderte Fahrweise voraus – auch das betont Böthgen. Autofahrer, so die dringende Empfehlung des Experten, sollten bei Schnee und Glätte deutlich mehr Abstand zu anderen Fahrzeugen halten als normalerweise, da sich der Bremsweg bei Glätte verlängert. »Und natürlich ist die Geschwindigkeit der jeweiligen Verkehrssituation anzupassen«, rät Polizeihauptkommissar Böthgen zusätzlich.

Nicht nur Autos haben Winterreifen – auch Fahrräder können nach Meinung der Verkehrsexperten von speziellen Reifen für kalte, nasse und rutschige Bedingungen profitieren. Neben speziellen Spike-Reifen haben sich auch Reifen mit einer besonderen Winter-Gummimischung bewährt. Für die Fahrt in die Innenstadt eignen sich aber oft auch normale Reifen mit einem besonders ausgeprägtem Profil.

Sehen und gesehen werden

Für alle Verkehrsteilnehmer gilt in der dunklen Jahreszeit das Prinzip: Sehen und gesehen werden. Radfahrer und Fußgänger sollten deshalb gut sichtbare Kleidung tragen. »Das ist bei Nacht und auf schlecht ausgeleuchteten Straßen sehr wichtig«, erklärt Ralf Böthgen abschließend. Schon kleine reflektierende Accessoires am Outfit verbessern die Sichtbarkeit für Kraftfahrer.

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