Werner Tegeler gibt Sprecherposten auf – Übergangslösung bis März
Sportverband droht das Aus

Schlangen (WB). Gnadenfrist für den Gemeindesportverband Schlangen (GSV): Wenn sich bis zum März 2020 keine neue Führung findet, steht der Zusammenschluss der 13 örtlichen Vereine mit 4035 Mitgliedern vor seiner Auflösung.

Dienstag, 12.11.2019, 18:24 Uhr
Das Sportzentrum Rennekamp ist ein Beispiel der modernen Sportstätten in Schlangen. Doch es gibt auch Sanierungsbedarf in der Gemeinde. Ein Förderprogramm des Landes stellt Gelder bereit. Die Verteilung erfolgt durch den GSV. Foto: Uwe Hellberg
Das Sportzentrum Rennekamp ist ein Beispiel der modernen Sportstätten in Schlangen. Doch es gibt auch Sanierungsbedarf in der Gemeinde. Ein Förderprogramm des Landes stellt Gelder bereit. Die Verteilung erfolgt durch den GSV. Foto: Uwe Hellberg

Für den GSV hatten Bodo Kibgies (FC Fortuna Schlangen), Michael Reimann (SF Oesterholz-Kohlstädt) und Werner Tegeler (VfL Schlangen) zu einer außerordentlichen Versammlung am Montagabend ins Foyer der Rennekamphalle eingeladen. Die drei Vereinsvorsitzenden führen den GSV bereits seit 2016 als Übergangslösung, nachdem der langjährige GSV-Vorsitzende Manfred Herzog das Amt aufgegeben hatte.

»Dafür haben wir keine Zeit«

Reimann und Tegeler bekundeten bereits im April, dass sie nicht weiterhin zur Verfügung stehen wollten. »Trotz intensiver Gespräche mit Kandidaten hat sich bis heute kein Nachfolger gefunden«, berichtete Tegeler am Montag den Vertretern der Vereine. Meist sei zu hören gewesen, dafür habe man keine Zeit und es sei ein zu großer Aufwand zu bewältigen.

»Damit es heute Abend nicht zu einer Auflösung des Gemeindesportverbandes kommt, haben wir im Vorstand eine weitere Übergangslösung vereinbart«, so Tegeler. Er legte die Aufgabe des GSV-Sprechers nieder. Sie wird nun von Michael Reimann übernommen. Reimann und Bodo Kibgies leiten den GSV Schlangen zunächst weiter bis zum März 2020. Werner Tegeler: »Dann wird es eine reguläre Jahreshauptversammlung geben und wir hoffen erneut auf eine finale Lösung.«

Gelder für Sportstätten-Sanierung sind zu verteilen

Diesem Vorgehen stimmten auch die anwesenden Vereinsvertreter zu. Der VfL-Vorsitzende betonte: »Der GSV muss handlungsfähig bleiben nach innen und nach außen. Die Sportler können nicht darunter leiden, dass wir ein Personalproblem haben.« Der Vorsitzende des größten Schlänger Sportvereins verwies in diesem Zusammenhang auf das Förderprogramm »Moderne Sportstätte 2022«. Es sieht vor, dass Sportvereine und -verbände vom Land Nordrhein-Westfalen erhebliche Gelder zur Sanierung und Modernisierung von Sportstätten erhalten sollen. »Das Projekt ist auf dem Weg, es müssen Mittel verteilt werden«, so Tegeler. Deshalb stellte er sich als Koordinator hierfür zur Verfügung.

Michael Reimann betonte in seiner neuen Aufgabe als GSV-Sprecher: »Die Entscheidung, das Amt bis zum März weiter zu führen, ist mir nicht leicht gefallen, aber die Sportler haben es verdient. Ich will keine Auflösung des Gemeindesportverbandes.« Der Vorsitzende der SF Oesterholz-Kohlstädt appellierte an die Vereinsvertreter: »Man kann aus dem GSV-Vorsitz etwas ordentliches machen – und man kann sich die Aufgaben auch teilen.«

Dem Sport eine Stimme geben

Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Ulrich Knorr. »Niemand braucht Angst zu haben, es nicht bewältigen zu können. Man muss nicht jeden Abend unterwegs sein, aber es gibt schon einiges, was zu koordinieren ist.« Es sei möglich, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Knorr stellte fest: »Der Sport muss eine Stimme haben – und zwar gebündelt.«

Diese Aussage des Bürgermeisters griff Werner Tegeler auf: »Es ist gut, dass offenbar gesehen wird, dass der Sport eine politische Stimme haben muss. Dann sollte dies aber auch endlich mal umgesetzt werden.« Die drei Vereinsvorsitzenden hatten bereits wiederholt angeregt, der Gemeindesportverband sollte als Mitglied im Fachausschuss vertreten sein und Gehör finden. Diese Forderung wurde von der Politik bisher abgelehnt.

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