Jessica Liepelt gründet Label Liepelt Design für Frauen, die mitmischen wollen
»Mode ist mehr als nur Deko«

Schlangen (WB). Hochwertige Stoffe, ausgefeilte Schnitte, dezente Muster – dafür steht Liepelt Design. Hinter der Marke verbirgt sich Designerin Jessica Liepelt, die in Schlangen ein Atelier mit Verkaufsfläche hat. Dort entwirft sie Mode für Frauen, die mitmischen, präsent sind und ihr Leben aktiv gestalten. Ihre Kleidung gibt es überall in Deutschland – und auch im Internet.

Mittwoch, 13.11.2019, 12:53 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 12:56 Uhr
Jessica Liepelt ist Designerin und entwirft Mode für Frauen, die sich einmischen und ihr Leben aktiv gestalten. Seit 2015 hat sie ein Atelier in Schlangen, in dem Sie ihre Kollektion auch anbietet. Das Bild zeigt Stücke aus der aktuellen Kollektion. Foto: Oliver Schwabe
Jessica Liepelt ist Designerin und entwirft Mode für Frauen, die sich einmischen und ihr Leben aktiv gestalten. Seit 2015 hat sie ein Atelier in Schlangen, in dem Sie ihre Kollektion auch anbietet. Das Bild zeigt Stücke aus der aktuellen Kollektion. Foto: Oliver Schwabe

Die Marke Liepelt Design besteht seit 2015. Die Idee, ein eigenes Label zu gründen, ist auf Jessica Liepelts Sofa in Oesterholz entstanden. Dort brachte die Designerin auch die ersten Entwürfe zu Papier. Bis 2013 war die gebürtige Bonnerin 20 Jahre für das Label personal affairs mit Sitz in Köln verantwortlich, bis sich die Wege von ihr und ihrem Geschäftspartner trennten.

»Gutes Design ist mehr als schöne Deko«

Jessica Liepelt zog ins beschauliche Schlangen und wollte Mode für Frauen machen, die sich aktiv ein Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. »Mit meiner Mode möchte ich dazu beitragen, dass Frauen sich in ihrer ganzen Kraft, mit ihren Wünschen und Vorstellungen zeigen, um das was sein soll, aktiv mitzugestalten«, schreibt sie auf ihrer Internetseite. Aufgewachsen ist sie mit einem ganz anderen Verständnis von Mode. Kleidung wurde von Männern entworfen und hatte eine schmückende Form, erzählt sie: »So habe ich mich nie gesehen. Gutes Design ist mehr als schöne Deko.«

Für Jessica Liepelt fängt das bei den hochwertigen und komfortablen Stoffen an, die überwiegend aus Familienbetrieben in Italien kommen. Es geht weiter mit ausgefeilten Schnitten. »Die ersten Kollektionen habe ich zuhause entworfen. Ich mache auch die Schnittmuster selbst«, erzählt sie. Das erste Muster näht eine Schneiderin. Danach beurteilt Jessica Liepelt, ob noch etwas geändert werden muss. Teilweise braucht es vier bis fünf Muster, bevor ein Kleidungsstück in die Produktion geht.

Produziert wird in kleinen Produktionsstätten in Mazedonien, Polen und der Türkei

Vier Mal im Jahr bringt Jessica Liepelt mittlerweile eine Kollektion heraus. Immer sind es etwa 30 einzelne Teile in den Konfektionsgrößen 34 bis 42/44. Produziert wird dann in kleinen und mittelgroßen Produktionsstätten in Mazedonien, Polen und der Türkei.

Ihre Kollektionen verkauft Jessica Liepelt über den Großhandel an Händler in ganz Deutschland. Mittlerweile betreibt sie auch einen Internetshop. Im September 2018 hat die Designerin ihr eigenes Atelier und Geschäft in Schlangen eröffnet. Im vorderen Teil des 100-Quadratmeter-Objekts gibt es eine Auswahl der neuen Kollektion und eine Umkleidekabine. Im hinteren Teil befindet sich Jessica Liepelts Atelier. Hier entstehen neue Kollektionen, es gibt Gespräche mit Händlern und die Internet-Bestellungen werden verpackt und verschickt.

Donnerstags und freitags ist ihr Geschäft für Kunden geöffnet – und das wird sehr gut angenommen, erzählt die Unternehmerin: »Auch wenn sich Menschen heute über das Internet inspirieren lassen, ist Mode letztendlich doch ein offline-Produkt, ein haptisches Erlebnis«, ist Liepelt überzeugt. Wie fühlt sich der Stoff an? Wie fällt der Schnitt? Wie steht es mir? Wie fühle ich mich darin? All das erfahren die Kundinnen vor Ort.

Jessica Liepelt sieht viel Potenzial im Internet

Das Internet will die Oesterholzerin demnächst trotzdem noch mehr nutzen. Hier sieht sie viel Potenzial, um Kundinnen noch gezielter anzusprechen und auf ihre Kleidung und ihre Partner-Geschäfte aufmerksam zu machen. Jede Menge Ideen und Input hat sie durch die Teilnahme an den »Unternehmerinnen der Zukunft« bekommen. Dieses Förderprogramm von Global Digital Women, dem Verband deutscher Unternehmerinnen, der Brigitte Academy und Amazon will Frauen dabei unterstützen, ihr digitales Geschäft auf- oder auszubauen, die eigene Marke online zu etablieren und den stationären Handel durch das Internet zu erweitern. Im Fokus stehen Geschäftsführerinnen mit maximal 30 Mitarbeitern.

300 Frauen haben sich in diesem Jahr beworben. Jessica Liepelt war eine davon, die ausgewählt wurde. »Wenn man aus der Offline-Welt kommt, gibt es super-viel, was man über die Online-Welt nicht weiß. Instagram hatte ich zum Beispiel gar nicht auf dem Schirm«, erzählt sie. Das ist jetzt anders. Dafür haben zwei Coaches gesorgt, die ihr sechs Monate zur Seite standen. Monika Velten und Alexandra Zanders betreiben die Plattform styles4work.com , auf der sie Ideen für Mode fürs Büro vermitteln und Inspirationen für unterschiedliche Anlässe, Modestile, Gelegenheiten, Zeiten, Altersgruppen und Figurentypen im Berufsleben bieten. Zwei Unternehmerinnen also, die online bereits durchgestartet sind.

Die Atmosphäre zwischen den drei Frauen war konstruktiv, fleißig und professionell, erzählt Liepelt: »Wir haben uns gegenseitig besucht und festgelegt, was die nächsten Schritte für mich sind.«

Die Teilnehmerinnen haben sich untereinander vernetzt

Die 30 Teilnehmerinnen untereinander haben sich ebenfalls vernetzt. Für Jessica Liepelt eine riesige Bereicherung: »Es gab eine Whatsapp-Gruppe, in wir uns ausgetauscht haben und zum Beispiel besprochen haben, wo es gerade hakt. Alleine schon vom Lesen der Antworten habe ich so viel gelernt«, schwärmt sie.

Jessica Liepelt hat noch viel vor mit ihrem Unternehmen. Ihre Vision: Sie möchte im Internet mit ihrer Marke präsenter werden und noch mehr Frauen dabei unterstützen, ihre Persönlichkeit mit der Kleidung auszudrücken. Sie will ihr Potenzial voll ausschöpfen: »Dabei möchte ich die Händlerinnen mit einbeziehen, die eine tolle Arbeit vor Ort machen. Online und offline gehören zusammen. Aber am Ende findet jedes Produkt offline statt.«

Zur Person

Jessica Liepelt hat Textildesign in Hannover studiert und eine Ausbildung als Schnittdesignerin angeschlossen. »Ich hatte immer schon Interesse an Mode und auch keine Fantasie, was ich sonst machen sollte«, erzählt sie. Als die gebürtige Bonnerin Anfang der 90er Jahre fertig war, gab es noch nicht viele Firmen, die sich mit Mode beschäftigt haben. »Das war eine andere Zeit. Die meisten Unternehmen brauchten keine Designer. Kaufhäuser haben damals festgelegt, was sie wollten. Zum Beispiel graue, blaue und schwarze Poloshirts«, erzählt Jessica Liepelt. So richtig losgegangen mit Farben und Formen sei es erst mit Marken wie H&M oder Esprit.

Mit einem Geschäftspartner gründete sie das Label personal affairs. Die Mode verkaufte sie im Großhandel und in mehreren eigenen Läden unter anderem in Köln in der legendären Ehrenstraße. Ihr Bruder hat zehn Jahre lang eine Filiale in New York geführt. 2013 endete die Zusammenarbeit. Zwei Jahre später gründete die Designerin Liepelt Design. Jessica Liepelt lebt mit ihrem Mann Christian Witte in Oesterholz. Sie hat zwei Söhne. Der eine ist Informatiker (27), wohnt in England und hat drei Kinder. Der zweite Sohn (19) ist im September 2018 zum Biotechnologie-Studium nach Aachen gezogen.

 

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