Julian Koch beim SPD-Neujahrsempfang – Partei ehrt acht langjährige Mitglieder
Kandidat lobt „lebenswerte Gemeinde“

Schlangen (WB). Mit der traditionellen Neujahrswanderung ist die Schlänger SPD in das Wahljahr 2020 gestartet. Eine mögliche Video-Überwachung von Schul- und Sportzentrum war bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein genauso Thema wie die positive Entwicklung der Gemeindefinanzen.

Dienstag, 07.01.2020, 06:00 Uhr
Ein Höhepunkt des SPD-Neujahrstreffens war die Ehrung verdienter Mitglieder durch den Parteivorstand: (von links) Reiner Bockrath, Wilfried Kästing, Günter Kricke, Gottfried Hanicke, Wolfgang Schild, Heinz Kriete, Reinhold Drewes, Hannah Penke, Julian Koch, Heidi Walther und Hannelore Krieger. Foto: Klaus Karenfeld
Ein Höhepunkt des SPD-Neujahrstreffens war die Ehrung verdienter Mitglieder durch den Parteivorstand: (von links) Reiner Bockrath, Wilfried Kästing, Günter Kricke, Gottfried Hanicke, Wolfgang Schild, Heinz Kriete, Reinhold Drewes, Hannah Penke, Julian Koch, Heidi Walther und Hannelore Krieger. Foto: Klaus Karenfeld

Eigentlich war die Landtagsabgeordnete und lippische SPD-Vorsitzende Ellen Stock als Gastrednerin beim Neujahrsreffen der Schlänger Sozialdemokraten erwartet worden. Doch die SPD-Politikerin musste krankheitsbedingt absagen. Bürgermeister Ulrich Knorr übernahm ihren Part und redete Klartext zu aktuellen Fragen der Kommunalpolitik.

Bürgermeister lehnt Videoüberwachung ab

Einer möglichen Videoüberwachung von Schul- und Sportzentrum kann Knorr – anders als die Schlänger CDU – nur wenig Positives abgewinnen: “Voraussetzung für eine solche Maßnahme wäre ein hohes Gefahrenpotenzial. Und das ist an dieser Stelle wahrlich nicht der Fall.” Knorr zufolge wäre es besser und effektiver, “in diesem Bereich auf zusätzliche Beleuchtungen zu setzen und so lichtscheues Gesindel abzuschrecken”.

Mit Vorfreude blickt der Schlänger Bürgermeister dem 17. Januar entgegen. An diesem Tag feiert die neue Kindertagesstätte “Arche Noah” in der Lindenstraße Richtfest. Die Kita wird eine Gruppe mehr haben, als es der aktuelle Bedarfsplan vorsieht. Der Bürgermeister sprach in diesem Zusammenhang von vorausschauendem Handeln. In direkter Nachbarschaft zur Kindertagesstätte soll in naher Zukunft auch ein neues Baugebiet mit etwa 35 Grund­stücken entstehen.

Wie berichtet, geht Knorr Ende Oktober 2020 in den Ruhestand. Seinem Nachfolger versprach er, ihm ein gut bestelltes Rathaus zu übergeben – auch finanziell. Denn: “Schlangen lässt in diesem Jahr rechtlich und formal die Zeit der Haushaltssicherung hinter sich.” Es sei aber ein Trugschluss zu glauben, die Sennegemeinde könne jetzt wieder aus dem Vollen schöpfen. Die Kommune, so sein eindringlicher Ratschlag, sollte auch in Zukunft an ihrer bewährten Ausgabendisziplin festhalten.

Gemeinde ist raus aus der Schuldenspirale

An diesen Punkt knüpfte der SPD-Bürgermeisterkandidat Julian Koch an. Er attestierte den Verantwortlichen in Schlangen, “unter schwierigen Rahmenbedingungen Vorbildliches geleistet zu haben”. Dass sich eine Kommune erfolgreich aus der Schuldenspirale befreien könne, sei eher selten. “Daran wird deutlich, wie sauber und solide hier vor Ort gewirtschaftet wird”, so der Kandidat der Sozialdemokraten.

Schlangen ist Koch zufolge „eine lebens- und liebenswerte Gemeinde“. Diesen Eindruck habe er bereits in den ersten Monaten nach seiner Kandidatur gewonnen. Den besonderen Charme der Sennegemeinde mache die vielfältige wie lebendige Vereinswelt am Ort aus. Aber auch als Wohn- und Einkaufsstandort mit guter Verkehrsanbindung könne Schlangen überzeugen.

Wer den SPD-Kandidaten näher kennen lernen will, hat dazu am Mittwoch, 22. Januar, Gelegenheit. Dann laden die Schlänger Sozialdemokraten zum nächsten Expertengespräch zum Thema Wohnen ins örtliche Bürgerhaus ein.

Partei zeichnet acht langjährige Mitglieder aus

Das Neujahrstreffen der Schlänger SPD gibt traditionell auch Gelegenheit zu der einen oder anderen Ehrung. In diesem Jahr wurden acht Mitglieder für 50- beziehungsweise 40-jährige Mitgliedschaft durch den Parteivorstand ausgezeichnet.

Seit bereits 50 Jahren hält Reinhold Drewes der Schlänger SPD die Treue. Der 83-Jährige hat etwas Einmaliges geleistet: Von 1972 bis 2014 war Drewes Kassierer des Ortsvereins. Und nicht nur das: Von 1975 bis 1999 gehörte er auch dem örtlichen Gemeinderat an und war Mitglied in verschiedenen Ausschüssen.

Hannelore Krieger war in den 1970er und 1980er Jahren sachkundige Bürgerin für die SPD-Ratsfraktion. Viele Schlänger kennen sie und ihren Ehemann Horst noch aus der Zeit, als sie als Hausmeisterehepaar im Schulzentrum Schlangen tätig waren.

Wie Hannelore Krieger wurde auch Günter Kricke für 50-jährige Parteimitgliedschaft geehrt. Eine aktive Rolle in der Kommunalpolitik hat der heute 78-Jährige nicht wahr genommen. Sein Name war aber wiederholt in Wahlkämpfen auf der Reserveliste der Schlänger SPD zu finden. Berufliche Gründe, so der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Heinz Kriete, hätten einem größeren lokalpolitischen Engagement von Günter Kricke entgegen gestanden.

Wilfried Kästing ist seit 40 Jahren Mitglied der SPD. Er war von 1975 bis 1994 Mitglied des Gemeinderates – zu einer Zeit, als die SPD noch mit Abstand stärkste Fraktion war. Von 1984 bis 1989 bekleidete er zusätzlich das Amt des stellvertretenden Schlänger Bürgermeisters.

Wolfgang Schild war von 2001 bis 2004 Mitglied der SPD-Ratsfraktion, zuvor hatte er lange Jahre als sachkundiger Bürger die Schlänger Lokalpolitik mit viel Sach- und Fachkenntnis begleitet. Auch Wolfgang Schild wurde für 40-jährige Parteizugehörigkeit mit einer Urkunde und der Jubiläumsnadel ausgezeichnet.

Heidi Walther trat bereits mit 16 Jahren der SPD bei, seit 2014 gehört sie dem Gemeinderat an. Wie Kriete in seiner Laudatio betonte, stammt Heidi Walther aus einem SPD-nahen Familienumfeld. Ausdrücklich lobte er ihr aktives politisches Engagement.

Nach Heidi Walther zeichnete Kriete auch Reiner Bockrath und Gottfried Hanicke für 40-jährige Parteimitgliedschaft aus. Friedrich Schmidt (50 Jahre Parteimitglied) und Astrid Medicke (40 Jahre) konnten an der Feierstunde nicht teilnehmen. Ihre Ehrung soll zu einem späteren Termin nachgeholt werden.

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