Brandruine in Kohlstädt: Einwohner übergeben Landrat Unterschriftenliste
„Der Schandfleck muss weg“

Kohlstädt (WB). In Kohlstädt wurde am 11. April 2011 die ehemalige Gaststätte „Zum Felsen” durch einen Großbrand zerstört. An das Ereignis erinnert heute noch ein meterhoher Schuttberg. „Der Schandfleck muss endlich weg”, fordern die Einwohner und hoffen auf Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann. Ihm wurde am Montag eine Petition mit 660 Unterschriften übergeben.

Dienstag, 14.01.2020, 06:00 Uhr
Manfred Richts (4. von links) übergibt die Liste mit 660 Unterschriften an Landrat Axel Lehmann. Mit im Bild die Arbeitsgruppe: Ulrike Burchart, Heinz Kriete, Joachim Burchart, Jan-Christoph Bruns, Michael Zans, Lars Bernet und Arnold Bludau. Foto: Klaus Karenfeld
Manfred Richts (4. von links) übergibt die Liste mit 660 Unterschriften an Landrat Axel Lehmann. Mit im Bild die Arbeitsgruppe: Ulrike Burchart, Heinz Kriete, Joachim Burchart, Jan-Christoph Bruns, Michael Zans, Lars Bernet und Arnold Bludau. Foto: Klaus Karenfeld

Bauaufsicht sieht sich 2018 zum Handeln gezwungen

Zuletzt hatte die Brandruine in 2018 für Schlagzeilen gesorgt. Damals wurde die Fahrbahn der Bundesstraße 1 aufwendig erneuert. Der Verkehr musste vorübergehend durch die Kohlstädter Ortsmitte geführt werden, vorbei an der Ruine. Mit einer deutlichen Zunahme des Schwerlastverkehrs wurde gerechnet. Die Kreisbauaufsicht sah sich zu schnellem Handeln gezwungen. Zu groß war aus ihrer Sicht die Gefahr, dass die dreistöckige Giebelwand auf die direkt angrenzende Fahrbahn stürzen könnte. In einer so genannten „Ersatzvornahme” ließ der Kreis Lippe das Haus abreißen. Zurück blieb eine große Schutthalde. „Und daran können und wollen wir uns nicht gewöhnen”, machte Manfred Richts am Montag bei einem Gespräch mit dem Landrat vor der Ruine in Kohlstädt deutlich.

Eine auf Initiative der SPD Schlangen gegründete Arbeitsgruppe „Zukunft Kohlstädt” hat Worten Taten folgen lassen: Sie hat im vergangenen Herbst eine groß angelegte Unterschriftenaktion durchgeführt. „Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen”, freut sich Richts, der neben Heinz Kriete Sprecher der Arbeitsgruppe ist. Insgesamt 660 Bürgerinnen und Bürger haben sich demzufolge an der Petition „Die Brandruine muss abgerissen werden” beteiligt.

Ob im Rewe-Markt in Schlangen, im Nahkauf in Oesterholz oder auf dem Schlänger Wochenmarkt – die Unterschriftensammler fanden Richts zufolge überall breite Unterstützung. In Kohlstädt selbst gingen die Mitglieder der Arbeitsgruppe sogar von Haus zu Haus und machten ihr Anliegen persönlich deutlich.

Landrat: „Eingreifen des Kreises nur bei direkter Gefahr möglich“

Die 660 Unterschriften wertete Lehmann in einer ersten Reaktion als „starkes Signal”. Gleichzeitig wies er darauf hin: „Auch der Kreis Lippe ist in dieser Angelegenheit nicht untätig gewesen.” Zuletzt am 6. Dezember habe es einen Termin vor Ort gegeben. Den Kohlstädtern versprach der Landrat: „Wir werden weiter Druck aufbauen. Dazu gehört die Aufforderung an den Eigentümer, den Müll und Schutt auf seiner Immobilie kurzfristig zu beseitigen.” Natürlich bestehe für diesen auch weiterhin die Möglichkeit, die Immobilie zu vermarkten.

Weitergehende Eingriffsmöglichkeiten habe der Kreis Lippe in diesem Fall aber nicht, so erklärte Landrat Axel Lehmann: „Dazu müsste eine direkte Gefahr von der Schutthalde ausgehen. Die sehen die Fachleute der Kreisbauverwaltung derzeit aber nicht gegeben.” Der Öltank im Keller sei leer gepumpt und das asbesthaltige Material im Gebäudeinneren beseitigt worden.

Manfred Richts ist da etwas anderer Meinung: „Meines Wissens wurde die Ruine zu keiner Zeit umfassend von einem Fachunternehmen auf problematisches Material hin untersucht.” Und das sei nicht unwichtig, schließlich befinde sich der Bereich der Brandruine in einem Wasserschutzgebiet. „Und nicht zu vergessen: Im Schuttberg treiben sich auch immer wieder Ratten herum”, ergänzte Ulrike Burchart.

Auch wenn die Handlungsspielräume des Kreises sehr eingeschränkt sind, zeigten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe zufrieden mit dem Gespräch. „Niemand von uns erwartet, dass die leidige Angelegenheit in drei bis vier Wochen geregelt ist”, sagte Richts. Die Ankündigung Lehmanns, Druck auf den Eigentümer aufzubauen, nannte er richtig und wichtig – auch mit Blick auf eine mögliche Teilnahme Kohlstädts am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft”.

Die Arbeitsgruppe „Zukunft Kohlstädt“

Die Arbeitsgruppe „Zukunft Kohlstädt” besteht aktuell aus elf Mitgliedern. Im Einzelnen sind das: Manfred Richts, Heinz Kriete als Sprecher sowie Jan-Christoph Bruns, Martin Runte, Arnold Bludau, Lars Bernet, Ingrid Röseler-Meyer, Ulrich Knorr, Michael Zans sowie Ulrike und Joachim Burchart.

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