Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Schlangen feiert sein 125-jähriges Bestehen
Mit einem Schreiben fing alles an

Schlangen (WB). Der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Schlangen feiert 2020 sein 125-jähriges Bestehen. „Das Jubiläum soll mit einem Tag der offenen Tür und vielen Aktionen begangen werden“, verspricht der stellvertretende Wehrführer Dirk Obenhausen.

Samstag, 22.02.2020, 11:40 Uhr aktualisiert: 24.02.2020, 12:10 Uhr
Am 14. Oktober 1895 folgte der Pflichtfeuerwehr die Freiwillige Feuerwehr Schlangen. Das Foto ist 1897 entstanden. Hintere Reihe von links: die Herren Göke, Brenker, Solle, Lüning, Müller, Budde, Neese, Reckemeier, Blanke, Schomann, Rebbe. Mittlere Reihe: die Herren Schlüter, Runte, Grünewald, Lahme, Lübbertsmeier, Ellerbrok, Hofschlag, Althaus, Krieger, Benkelberg, Huneke, Poppe, Blanke, Haase, Sibille. Und in der ersten Reihe: die Herren Dierksmeier, Poppe, Schäferjohann, Stetza und Lücking. Foto:
Am 14. Oktober 1895 folgte der Pflichtfeuerwehr die Freiwillige Feuerwehr Schlangen. Das Foto ist 1897 entstanden. Hintere Reihe von links: die Herren Göke, Brenker, Solle, Lüning, Müller, Budde, Neese, Reckemeier, Blanke, Schomann, Rebbe. Mittlere Reihe: die Herren Schlüter, Runte, Grünewald, Lahme, Lübbertsmeier, Ellerbrok, Hofschlag, Althaus, Krieger, Benkelberg, Huneke, Poppe, Blanke, Haase, Sibille. Und in der ersten Reihe: die Herren Dierksmeier, Poppe, Schäferjohann, Stetza und Lücking.

Noch sind es vier Monate bis zur Jubiläumsfeier. „Aber schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf das besondere Ereignis auf Hochtouren“, wie Obenhausen betont, „die Bürger von Schlangen und die Freunde der Feuerwehr sind für den 21. Juni zu einem Tag der offenen Tür an das Feuerwehrgerätehaus eingeladen.“

„Wir möchten zeigen, wie die Feuerwehr arbeitet“

Und den Gästen soll einiges geboten werden. Neben dem Löschzug wird sich auch die Jugendfeuerwehr den Tag über präsentieren. „Wir möchten den Besuchern zeigen, wie die Feuerwehr im Alarmfall reagiert und arbeitet“, so Obenhausen. Neben Vorführungen zur technischen Hilfeleistung ist auch eine Fahrzeugschau geplant. Aber auch die Unterhaltung in gemütlicher Runde soll am 21. Juni nicht zu kurz kommen. Der Musikzug der Feuerwehr wird beim morgendlichen Frühschoppen das eine oder andere Ständchen spielen.

Ralf Heuwinkel (links) und Dirk Obenhausen.

Ralf Heuwinkel (links) und Dirk Obenhausen. Foto: Klaus Karenfeld

Die Geschichte der Feuerwehr reicht 125 Jahre zurück. Angefangen hat alles mit einem Schreiben an die Fürstliche Regierung mit Datum vom 13. Mai 1895. Absender ist das Verwaltungsamt in Detmold. Darin wird erstmals der Wunsch der Schlänger Bürgerschaft nach einer eigenen Freiwilligen Feuerwehr geäußert. Zu diesem Zeitpunkt obliegt diese Aufgabe noch einer Pflichtfeuerwehr.

Bei bloßen Worten wollen es die Antragsteller nicht bewenden lassen – auch das wird in dem Schreiben deutlich: „Bisher sind rund dreißig Personen aus den bekanntesten Familien des Ortes dem Verein beigetreten, haben den Händler H. Schönhagen zu ihrem Präsidenten erwählt und die Satzungen der Freiwilligen Feuerwehr in Lage angenommen.“

Die Stellungnahme des Verwaltungsamtes zu der Initiative der tatkräftigen Schlänger fällt durchaus positiv aus: „Es liegt auf der Hand, dass die Wirksamkeit des Vereins der Allgemeinheit zugute kommt und dass daher das Interesse an demselben gefördert werden muss. Welchen Entwicklungsgang die Freiwillige Wehr nehmen und ob sie allen an sie zu stellenden Forderungen genügen wird, lässt sich von vornherein nicht sagen. Doch lassen die Namen der Mitglieder unter Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse das beste erhoffen.“

Der Aufbau einer eigenen Feuerwehr in Schlangen erfordert Geld. Und das nicht zu knapp: „Ein Brand will mit mehr gelöscht werden als mit gutem Willen und einer Spritze“, kommentiert der Historiker Heinz Wiemann die damaligen Ereignisse.

Gesamtkosten werden mit 905 Mark angegeben

So wird dem Verwaltungsamt in Detmold nur wenig später ein „Verzeichnis der allernötigsten Requisiten“ für eine 50-Mann-Wehr vorgelegt. Die Liste der Neuanschaffungen ist lang – angefangen bei 16 Helmen über eine nicht genau bezifferte Anzahl von Gurten, Leinen, Schaufeln und Leitern bis hin zu einem Gerätewagen. Die Gesamtkosten werden in dem Verzeichnis mit 905 Mark angegeben, 205 Mark glauben die Schlänger, durch eigene Sammlungen im Ort aufbringen zu können.

Schon am 6. Juni 1895 antwortet die Fürstliche Regierung und macht klare Vorgaben: „Die Kosten der persönlichen Ausrüstung sind von der Gemeinde Schlangen oder den Mitgliedern der Wehr selbst zu tragen. Geschieht dies, so wird die Brandkasse die notwendigen Kosten der anzuschaffenden Geräte oder etwa nötiger Bauten übernehmen.“

Auf teuren Gerätewagen müssen die Schlänger verzichten

Auf einen teuren Gerätewagen müssen die Schlänger jedoch verzichten. Der örtliche Schmied Blank erhält den Auftrag, ein Leitergerüst, verbunden mit einer Standbrücke, auf die alte Spritze zu montieren. Die Konstruktionszeichnung hat der bekannte Branddirektor Winkler persönlich angefertigt.

Die Kosten für die Schmiedearbeiten belaufen sich auf 110 Mark und werden von der Brandkasse beglichen. Es gibt aber auch einen Grund zur Freude: Die Fürstliche Regierung bewilligt der Schlänger Wehr eine neuen Schlauchwagen.

Die Pflichtfeuerwehr vor ihrer Auflösung im Frühjahr 1895.

Die Pflichtfeuerwehr vor ihrer Auflösung im Frühjahr 1895.

Die Verantwortlichen in Schlangen sind mit dieser Regelung einverstanden. Dem Start einer Freiwilligen Feuerwehr in der alten Dorfschaft steht nichts mehr im Wege. „Sie besteht anfangs aus vier Kommandomitgliedern, zehn Steigern, zwei Hornisten und 25 Spritzenleuten“, heißt es in einer Auflistung von Heinz Wiemann.

Am 14. Oktober 1895 schließlich wird die Pflichtfeuerwehr offiziell ihrer Aufgaben in Schlangen entbunden und die neue Freiwillige Feuerwehr zur „treuen und gewissenhaften Erfüllung ihrer Obliegenheiten“ verpflichtet.

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