Bessere Ausleuchtung am Sportplatz und Schulzentrum geplant
Keine Videoüberwachung

Schlangen (WB). Der Rennekamp-Sportplatz wie auch das benachbarte Schulzentrum bleiben frei von Videoüberwachungskameras. Dafür hat sich der Ausschuss für Soziales und Gesellschaft einvernehmlich ausge­sprochen.

Mittwoch, 11.03.2020, 12:51 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 16:58 Uhr
Rennekamp-Sportplatz und Schulgelände bleiben frei von Videokameras Foto: Klaus Karenfeld
Rennekamp-Sportplatz und Schulgelände bleiben frei von Videokameras Foto: Klaus Karenfeld

Die CDU hatte das Thema vor Monaten bereits auf die politische Tagesordnung gebracht. Wie Dr. Walther Husberg in einem Fraktionsantrag damals beklagte, komme es in der Nähe von Schule und Sportplatz vermehrt zu nächtlichen Ruhestörungen und Fällen von Vandalismus. Er zeigte sich deshalb überzeugt: „Allein die Existenz von Videokameras an den einschlägigen Punkten wird viele Täter davon abhalten, sich dort aufzuhalten.“

Bei den anderen Parteien stieß der CDU-Antrag auf wenig Gegenliebe. „Schlangen ist laut aktueller Kriminalitätsstatistik einer der sichersten Orte im ohnehin sehr sicheren Kreis Lippe“, stellte Marcus Foerster (Die Grünen) fest. Andere Ausschussmitglieder pflichteten ihm ausdrücklich bei.

„Reden Sie unsere Gemeinde nicht schlecht“

Bürgermeister Ulrich Knorr wurde noch deutlicher: „Die CDU schießt hier doch deutlich über das Ziel hinaus. Der Antrag ist alles andere als angemessen.“ Und er schrieb den Christdemokraten noch etwas ins Stammbuch: „Reden Sie unsere Gemeinde nicht schlecht!“

Das wollte Matthias Buchheim für die CDU nicht so stehen lassen. Er liest und interpretiert die vorliegende Kriminalstatistik etwas anders. Für Buchheim ist auffallend: Die Zahl der Sachbeschädigungen in Schlangen habe sich im Vergleich von 2018 zu 2019 fast verdoppelt, und zwar von 15 auf 29. Deutlich zugenommen hätten auch die Diebstahlsdelikte. Das betreffe besonders den Bereich der Kfz-Diebstähle und Pkw-Einbrüche, ihre Zahl habe sich innerhalb von zwei Jahren von zwei auf 13 erhöht (Steigerung: 550 Prozent).

Buchheim beklagte darüber hinaus: „Nicht alle Delikte werden am Ende auch zur Anzeige gebracht.“ Das sei unter anderem bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz der Fall.

Inzwischen hat es einen Vororttermin im Schulzentrum gegeben; daran nahmen neben Bürgermeister Ulrich Knorr und Mitarbeitern der Verwaltung auch der Ausschussvorsitzende Marcus Püster und die Datenschutzbeauftragte des Kreises Lippe teil. Das Ergebnis der Gesprächsrunde teilte Püster jetzt dem Ausschuss mit: „Der Einsatz von Videoüberwachungskameras wurde einvernehmlich als unverhältnismäßig bezeichnet. Stattdessen soll das Areal noch besser ausgeleuchtet und bei Bedarf zusätzliche Absperrungen installiert werden.“

„Das Problem ist ein unverschlossenes Tor“

„Ich hoffe, das reicht aus“, machte Bodo Kibgies deutlich. Die Skepsis aber bleibe. Erst kürzlich, so der fraktionslose Politiker, habe jemand ein großes Graffiti (Phallussymbol) auf den Kunstrasenplatz Am Rennekamp gesprüht. „Das Problem ist ein unverschlossenes Tor, durch das jedermann zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Platz gelangen kann.“

Zu diesem Punkt meldete sich Bürgermeister Ulrich Knorr nochmals zu Wort: „Es war der Wunsch des Rates, dass der Platz an einer Stelle durchgehend offen bleibt. Damit ist gewährleistet, dass Leichtathleten und Läufer jederzeit ungehinderten Zugang zur Tartanbahn haben.“

Der Ausschuss will jetzt prüfen lassen, ob das Tor zum Rennekamp-Sportplatz zumindest in den Nachtstunden geschlossen werden kann. Auf die Installation von Videoanlagen soll dagegen verzichtet werden.

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