Sa., 14.03.2020

Ein Fall in der Gemeinde Schlangen – Betreuungslösung für Kreis Lippe in Arbeit 55 bestätigte Corona-Fälle

Lippes Landrat Axel Lehmann (SPD) weist darauf hin, dass die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet werden dürfe und die medizinische und pflegerische Versorgung aufrecht erhalten werden müsse.

Lippes Landrat Axel Lehmann (SPD) weist darauf hin, dass die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet werden dürfe und die medizinische und pflegerische Versorgung aufrecht erhalten werden müsse.

Schlangen/Detmold (WB). Der Kreis Lippe hat am Sonntag einen aktuellen Stand zum Coronavirus gegeben. Um 17 Uhr hieß es, dass es 55 bestätigte Corona-Fälle gibt – 19 weitere Infektionen als am Freitag bekannt. Inzwischen soll auch das Gemeindegebiet Schlangen seinen ersten Fall haben.

Für einen Corona-Fall gibt es dagegen Entwarnung – aktuell sind damit 54 Personen infiziert. „Eine positive Nachricht erreicht uns für den ersten Corona-Fall im Kreis Lippe. Die Frau trägt den Virus nicht mehr in sich. Darüber freue ich mich sehr und wünsche auch den weiteren Erkrankten eine schnelle Genesung. Trotzdem rechnen wir mit steigenden Fallzahlen, wir kommen jetzt in die Phase, dass neue Fälle dazukommen und auch Menschen, die Infektion überstanden haben“, erklärt Landrat Axel Lehmann. Am Samstag wurde von 150 Personen ein Abstrich genommen. Täglich erreichen das Gesundheitsamt Lippe Ergebnisse der Laboruntersuchungen.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat am Sonntag zum Betretungsverbot von Kindertagesbetreuungsangeboten und Betreuung von Kindern von Schlüsselpersonen ein Informationsschreiben verteilt – der Kreis Lippe hat dieses Schreiben auf seiner Internetseite veröffentlicht. Zum Schulbusverkehr gibt der Kreis den Hinweis: Um sicherzustellen, dass die Schüler ihre Schulen am Montag und Dienstag erreichen können, bleibt der aktuelle Fahrplan zunächst bestehen.

Vor dem Hintergrund der bundesweiten Schul- und Kita-Schließungen weist Lehmann darauf hin , dass die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet werden darf und die medizinische und pflegerische Versorgung aufrecht erhalten werden muss: „Für Kinder, deren Eltern zur sogenannten Gruppe der ‚unentbehrlichen Schlüsselberufe‘ zählen, erarbeiten wir bis Montag eine Betreuungs-Lösung für Lippe, damit diese Mütter und Väter weiterarbeiten können, wenn sie ihr Kind nicht anderweitig betreuen lassen oder zum Beispiel im Homeoffice arbeiten können.“ Kindertageseinrichtungen und Tagesmütter werden zeitnah durch den Kreis informiert, um auch den Fragen der Eltern gerecht werden zu können.

Lösungen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz

Zu den Schlüsselberufen zählen medizinische und pflegerische Berufe, die Kinder- und Jugendhilfe, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, Berufe zur Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen wie Telekommunikationsdienste, Energie- und Wasserversorger, der ÖPNV, Entsorgungsbetriebe, die Lebensmittelversorgung und Berufe, die die Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung gewährleisten. Die Eltern benötigen eine schriftliche Bestätigung ihres Arbeitgebers über ihre Unentbehrlichkeit.

Über das Verhalten bei Corona-Symptomen

Aktuelle Entwicklungen werden online unter www.kreis-lippe.de und unter https://tinyurl.com/kreislippeticker veröffentlicht. Für Personen, die vermuten, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben und Rückkehrer aus Risikogebieten gilt, sich zunächst telefonisch an den Hausarzt oder außerhalb der Sprechstunden an die 116117 zu wenden.

Über das Diagnosezentrum

Das Gesundheitsamt Lippe hat eine Hotline unter 05231/62-1100 geschaltet. Die Akteure entscheiden über das weitere Vorgehen und auch, ob eine Vorsprache im Diagnosezentrum oder Einweisung in das Klinikum Lippe notwendig ist. Das Diagnosezentrum ist über eine verbindliche Terminvergabe organisiert. Personen ohne eine vorherige Anmeldung werden nicht untersucht.

 

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