Sa., 21.03.2020

Rewe-Kaufmann Matthias Schöttler rät von Hamsterkäufen ab „Bitte halten Sie Abstand!“

„Bitte halten Sie ab sofort 2 Meter Abstand!“, werden die Kunden des Rewe-Marktes in Schlangen bereits auf einem Schild vor dem Eingang aufgefordert. Die Corona-Krise stellt Einzelhändler, Mitarbeiter und Kunden vor eine große Herausforderung.

„Bitte halten Sie ab sofort 2 Meter Abstand!“, werden die Kunden des Rewe-Marktes in Schlangen bereits auf einem Schild vor dem Eingang aufgefordert. Die Corona-Krise stellt Einzelhändler, Mitarbeiter und Kunden vor eine große Herausforderung. Foto: Uwe Hellberg

Von Uwe Hellberg

Schlangen (WB). Als Kaufmann hat Matthias Schöttler schon einiges erlebt. Vieles von dem was die Corona-Krise in diesen Tagen mit sich bringt, ist für Schöttler, der mit dem Rewe den größten Einkaufsmarkt in Schlangen betreibt, und für seine Mitarbeiter aber eine völlig neue Erfahrung. Und mit der lernt sein Team gerade umzugehen.

Hamsterkäufe

Bereits seit Ende Februar kommt es im Markt an der Kohlstädter Straße zu Hamsterkäufen. „Vor allem betrifft dies Toilettenpapier, Mehl, Nudeln und Hefe“, schildert Matthias Schöttler. Das bringt für die Mitarbeiter folgendes Problem mit sich: „Wir kommen wegen der Hamsterkäufe kaum hinterher damit, unsere Regale neu aufzufüllen“, so der Kaufmann. Dabei sieht er keine Notwendigkeit, allzu große Mengen auf Vorrat einzukaufen. Die Versorgung sieht er nicht gefährdet.

Schon unmittelbar nachdem Schöttler festgestellt hat, dass es zu Hamsterkäufen kommt, hat er einen Appell an seine Kunden neben der Eingangstür angebracht. Dort heißt es: „In Zeiten von Corona müssen wir alle solidarisch handeln. Um die Warenverfügbarkeit weiter gewährleisten zu können, möchten wir Sie bitten, von Hamsterkäufen abzusehen. Um unseren Mitarbeitern Diskussionen zu ersparen, werden wir allerdings keine Begrenzung aussprechen.“ In Einzelfällen hätten Kunden allerdings schon unfreundlich reagiert und es sei zu Beschimpfungen gekommen, stellt Schöttler verärgert fest.

Hygiene

Im Rewe-Markt ist gleich hinter dem Eingang eine Säule aufgestellt worden, die eine Desinfektion der Hände ermöglicht. Viele Kunden nutzen dies gleich mehrfach oder kommen extra noch einmal zurück. „Es reicht völlig, die Händedesinfektion nur einmal vorzunehmen“, sagt Matthias Schöttler, „und das am besten beim Rausgehen.“

In etlichen Supermärkten der Region werden Kunden aus hygienischen Gründen bereits gebeten, Bargeldaustausch zu vermeiden und per Geldkarte zu bezahlen. Das hält Matthias Schöttler auch für angebracht, weiß aber, dass vor allem ältere Kunden lieber bar zahlen.

Prävention

Seit Donnerstag steht vor dem Rewe-Eingang ein großes Plakat mit der Aufforderung: „Bitte halten Sie ab sofort 2 Meter Abstand! Für Ihre und unsere Gesundheit! Danke!“ Den von den Experten empfohlenen Sicherheitsabstand hat Schöttler auch an den Kassen hergestellt. „Wegen des Zwei-Meter-Abstandes sind nur noch drei Kassen geöffnet“, erklärt er.

Der Einzelhandelsverband hat dazu geraten, auch andere Tage für den Einkauf zu nutzen, um Menschenansammlungen zu vermeiden, als die stark frequentierten Samstage. Schöttler: „Wer es kann, sollte dem Rat folgen.“

Öffnungszeiten

An den bisherigen Öffnungszeiten hält der Kaufmann fest. Die Gesetzeslage in der Corona-Krise erlaubt Lebensmittelmärkten, ausnahmsweise auch an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr zu öffnen. Davon will Schöttler keinen Gebrauch machen.

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