So., 05.04.2020

Einspeisung von Bad Lippspringe nach Schlangen sowie ein weiterer Brunnen geplant Wassernetze sollen verbunden werden

Am Vorbau der beiden Kammern des Hochbehälters nahe des Forsthauses Nassesand sind die drei Wappen von Kohlstädt, Schlangen und Oesterholz-Haustenbeck angebracht. 90 Prozent der gesamten Fördermenge entfallen auf diesen Brunnen.

Am Vorbau der beiden Kammern des Hochbehälters nahe des Forsthauses Nassesand sind die drei Wappen von Kohlstädt, Schlangen und Oesterholz-Haustenbeck angebracht. 90 Prozent der gesamten Fördermenge entfallen auf diesen Brunnen. Foto: Klaus Karenfeld

Von Klaus Karenfeld

Schlangen (WB). Die Sennegemeinde hat ihr Wasserversorgungskonzept bis in das Jahr 2024 fortgeschrieben. Es sieht größere Veränderungen vor: Zum einen sollen die Wassernetze von Schlangen und Bad Lippspringe miteinander verbunden werden. Zum anderen ist der Bau eines neuen Brunnens in Oesterholz geplant.

Die Wasserversorgung in Schlangen erfolgt über zwei Tiefenbrunnen und Hochbehälter in den Ortsteilen Oesterholz und Kohlstädt. Immerhin 90 Prozent der gesamten Fördermenge entfallen auf den Brunnen in Oesterholz. Er bringt es auf eine Leistung von 100 Kubikmetern pro Stunde. Das Speichervolumen des Hochbehälters geben die Gemeindewerke mit 3000 Kubikmetern an – verteilt auf zwei Kammern. Die Brunnenpumpe ist in 80 Metern Tiefe installiert. Von Oesterholz aus werden die Bürger in Schlangen und Oesterholz sowie ein Teil der Einwohner von Kohlstädt mit Wasser versorgt.

Der wesentlich kleinere Tiefenbrunnen in Kohlstädt hat eine Fördermenge von maximal 30 Kubikmetern pro Stunde, das Speichervolumen liegt bei 200 Kubikmetern. Die Brunnenpumpe reicht etwa 42 Meter tief. Zum Einzugsgebiet dieses Brunnens zählen etwa 200 Häuser in Kohlstädt. Dagegen spielen sogenannte Hausbrunnen in Schlangen so gut wie keine Rolle.

Gemeinde geht von steigendem Wasserverbrauch aus

Für die kommenden Jahre geht die Gemeinde von einem weiter steigenden Wasserverbrauch in Schlangen aus. Ein Hitzesommer wie 2018 werde sich in Zukunft wohl wiederholen und sei ein Indiz für den fortschreitenden Klimawandel, heißt es in dem 65-seitigen Wasserversorgungskonzept. In diesem Zusammenhang weisen die Verfasser auch auf ein verändertes Verbraucherverhalten hin: „Anders als früher wird aktuell im Sommer mehr Wasser für die Rasen- und Gartenbewässerung verwendet.“

Diese Einschätzung spiegelt sich auch in den Prognosen für Schlangen wider. Die aktuelle Annahme geht davon aus, dass der gesamte Wasserverbrauch zwischen 2025 und 2040 von 510.000 Kubikmetern auf dann 533.000 Kubikmeter steigen wird.

Die Gemeindewerke sehen vor diesem Hintergrund die örtliche Wasserversorgung vor neue Herausforderungen gestellt. Erste konkrete Planungen hat inzwischen der Schlänger Betriebsausschuss beraten.

So ist ins Auge gefasst, die Wasserrohrnetze von Schlangen und Bad Lippspringe miteinander zu verbinden. Diese Maßnahme habe konkret die „gegenseitige Absicherung der Wasserversorgung zum Ziel“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Gespräche hat es bereits gegeben

Gespräche zwischen den Gemeindewerken Schlangen und den Wasserwerken Paderborn hat es diesbezüglich bereits gegeben. Die Einspeisung von Bad Lippspringe nach Schlangen würde demzufolge über eine Druckerhöhungsanlage erfolgen. In umgekehrter Richtung wäre der Einbau einer Druckminderungsanlage notwendig.

Das ist aber noch nicht alles: Damit auch die oberen Druckzonen in Schlangen mit Wasser aus der Badestadt versorgt werden können, ist an den Einbau einer zweiten Druckerhöhungsanlage gedacht.

Die Gemeindewerke schließen auch nicht aus, dass in noch nicht absehbarer Zeit der Brunnen in Oesterholz umfassend saniert werden muss. Das wäre eine zeit- wie arbeitsintensive Maßnahme. Die Wasserförderung müsste für die Dauer unterbrochen werden. Deshalb ist vorgesehen, in direkter Nachbarschaft zum Hochbehälter einen zweiten Tiefenbrunnen zu bauen.

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