Kirchenbesucher müssen sich in Kohlstädt und Schlangen an Schutzkonzept halten
Gottesdienste unter strengen Auflagen

Schlangen (WB). „Gottesdienste sind die Mitte der Gemeinde und unverzichtbar für die Ausübung unseres Glaubens. Es war eine schmerzliche Erfahrung, während der vergangenen Wochen, insbesondere zu Ostern, nicht in den Kirchen zusammenkommen zu können“, sagt Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche. Unter Einhaltung von Schutzkonzepten finden aber am kommenden Sonntag, 3. Mai, wieder erste Gottesdienste trotz Corona-Krise statt. In den evangelischen Kirchen in Kohlstädt (9 Uhr) und Schlangen (10.15 Uhr) begrüßt Pastorin Sabine Mellies-Thalheim die Besucher.

Freitag, 01.05.2020, 09:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 06:48 Uhr
Acht Wochen lang gab es wegen der Corona-Krise keine Gottesdienste in der evangelischen Kirche in Schlangen. Am kommenden Sonntag geht es weiter – unter Auflagen. Vor dem Eingang weisen Markierungen darauf hin, Abstand zu halten. Foto: Uwe Hellberg
Acht Wochen lang gab es wegen der Corona-Krise keine Gottesdienste in der evangelischen Kirche in Schlangen. Am kommenden Sonntag geht es weiter – unter Auflagen. Vor dem Eingang weisen Markierungen darauf hin, Abstand zu halten. Foto: Uwe Hellberg

„Um uns gegenseitig zu schützen, war es notwendig, dass die Kirchen leer blieben. Nach Gesprächen mit der Landesregierung wird es den Kirchengemeinden nun wieder ermöglicht, mit den Regeln von Abstand und Schutz gemeinsam Gottesdienst zu feiern“, stellt Dietmar Arends fest. Den Gemeinden wurde ein Schutzkonzept der Evangelischen Kirche von Deutschland (EKD) und der Lippischen Landeskirche zugesandt. Dazu der Landessuperintendent: „Es geht jetzt darum, verantwortlich Gottesdienste zu gestalten, um den Infektionsschutz in jedem Fall zu gewährleisten. Da, wo dies möglich ist, können die Gottesdienste ab dem 3. Mai wieder aufgenommen werden, mancherorts wird das sinnvollerweise auch erst später der Fall sein.“

Auch Pastorin Sabine Mellies-Thalheim ist froh, endlich wieder Gemeindeglieder in den örtlichen Gotteshäusern willkommen zu heißen – selbstverständlich mit Beachtung strenger Regeln zu Abstand und Schutz. „Abstand halten“ heißt es bereits beim Betreten der Kirche. Beim Hineingehen stehen auf einem Tisch Desinfektionsmittel für die Hände bereit.

Ein Kirchenältester sitzt dort und schreibt Name, Adresse und Telefonnummer der Gottesdienstbesucher auf. Diese Angaben werden dann in einem verschlossenen Umschlag für die Dauer von vier Wochen aufgehoben, um eventuell mögliche Infektionswege nachvollziehen zu können. Eine Maskenpflicht besteht nicht. Wer aber eine tragen möchte, weil er sich damit sicherer fühlt, sollte seine eigene Schutzmaske von zuhause mitbringen. Mellies-Thalheim: „Notfalls können auch ausliegende neue Masken gegen Spenden getragen und mitgenommen werden.“ In den Kirchen sind die Sitzplätze durch farbige Punkte markiert. Außerhalb dieser Markierungen sollten laut Kirchengemeinde nur direkte Verwandte Platz nehmen, die nebeneinander sitzen wollen.

Verantwortlich für die Einhaltung des Schutzkonzeptes sind jeweils die Kirchenvorstände in den Kirchengemeinden. Zum Konzept gehört auch: Gemeinsames Singen muss unterbleiben. Es berge besonders hohe Infektionsrisiken. Dietmar Arends: „Nicht gemeinsam singen zu können, trifft unsere Gottesdienste im Kern. Wir werden versuchen müssen, Formen zu finden, in denen wir diesen Anforderungen gerecht werden können und trotzdem zugleich in guter Weise Gottesdienst feiern.“ Pastorin Mellies-Thalheim erläutert: „Auf aktives Singen wird verzichtet, aber Orgelmusik wird es bei uns geben.“

Wie die Landeskirche mitteilt, soll auf Abendmahlsfeiern aktuell verzichtet werden. Auch für Trauergottesdienste sind die Sicherheitsbestimmungen maßgeblich. Am Freitag hat die Landeskirche die Gemeinden informiert, dass diese Trauergottesdienste nur in Kirchen stattfinden dürfen, nicht bei Bestattungsunternehmen. Beerdigungen auf Friedhöfen sind unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes wieder möglich ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl. Taufen und Trauungen sind ausgesetzt.

Vorgesehen ist zudem, von „sehr begegnungsintensiven Feierformen“ wie Konfirmationen vorerst abzusehen, um erst Erfahrungen mit den neuen Gottesdienstformaten zu sammeln. Vor Ort heißt dies: Die Konfirmationen werden verschoben auf Samstag, 29. August, 10 Uhr (Schlangen) und 15 Uhr (Kohlstädt), sowie Sonntag, 30. August, 10 Uhr (Oesterholz-Haustenbeck). Die Diamantene Konfirmation ist auf Sonntag, 4. Oktober, verlegt worden und die Goldkonfirmation auf Sonntag, 25. Oktober.

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