Nach sechs Jahren hat Oliver (11) aus Schlangen den Kampf verloren - im Hospiz in Bielefeld gestorben
Am Ende war der Krebs zu stark

Schlangen (WB). Sechs Jahre lang hat sich Oliver Koslowski aus Schlangen (11) mit seinem ganzen Lebenswillen und all seiner Kraft gegen den übermächtigen Gegner Krebs gestemmt. Er hat regelmäßig Chemotherapie ertragen – und nie die Hoffnung auf ein Wunder verloren. Seit Samstag, 16. Mai, ist dieser Kampf vorbei. „Oliver ist im Hospiz in Bielefeld in unseren Armen eingeschlafen“, erzählt sein Vater Thomas Koslowski gegenüber dieser Zeitung.

Montag, 18.05.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 18.05.2020, 09:22 Uhr
Sechs Jahre hat sich Oliver aus Schlangen gegen den Krebs gestemmt, ihn einmal besiegt und den Kampf doch verloren. Das Bild zeigt ihn wenige Wochen vor seinem Tod. Foto:
Sechs Jahre hat sich Oliver aus Schlangen gegen den Krebs gestemmt, ihn einmal besiegt und den Kampf doch verloren. Das Bild zeigt ihn wenige Wochen vor seinem Tod.

Die Nachricht vom Tod des Elfjährigen kam für viele überraschend. Wer Oliver kannte, kannte einen fröhlichen, aufgeweckten Jungen, der immer lächelte, neugierig in die Welt schaute und noch so viel erleben wollte. Noch Anfang des Jahres steckte der Elfjährige voller Ideen und erzählte, dass er ein Buch schreiben und irgendwann mit einer Mischung aus Motorrad und Jetski fahren will. „Wenn ich 18 Jahre alt bin, kann mir das keiner mehr verbieten“, sagte er damals.

Irgendwann tat jeder Schritt weh

Doch in den vergangenen Wochen ging es dem tapferen Jungen immer schlechter. Irgendwann tat jeder Schritt weh, seine Leber vergrößerte sich immer weiter, erzählte sein Vater: „Seine Organe haben nicht mehr mitgemacht.“ Die Familie veröffentlichte am Freitag auf der Facebook-Seite „Oliver der kleine Kämpfer aus Schlangen“ , dass die Chemotherapie eingestellt worden ist, da sich die Metastasen in seinem Körper weiter vermehrt hatten. Anika und Thomas Koslowski wollten ihrem Sohn in den letzten Wochen seines Lebens so viel Lebensqualität wie möglich verschaffen.

Bereits einen Tag später hatte der tapfere Junge den Kampf gegen den Krebs verloren. „Oli wollte von sich aus, dass wir ihn ins Hospiz nach Bielefeld bringen. Dort ist er am Samstag in unseren Armen eingeschlafen“, erzählt Thomas Koslowski. Auf Facebook veröffentlichte die Familie ein Bild eines Herzen, das ein Himmel mit Wolken füllt. Daneben stehen die Worte: „Er hat den Kampf, ein Engel zu sein, gewonnen! Gute Reise kleiner Kämpfer. Immer in unserem Herzen. Wir werden Dich nie vergessen.“

Bei vielen Facebook-Nutzern löste die Nachricht Bestürzung aus. In mehr als 140 Kommentaren drückten sie ihr tiefes Mitgefühl und ihr Beileid aus und wünschten der Familie viel Kraft.

Noch am Jahresanfang steckte Oliver voller Power und Ideen

Noch Anfang des Jahres steckte Oliver trotz der Diagnose „Krebs im Endstadium“ voller Power und Ideen. Er wollte zum Beispiel ein Buch schreiben über den Krebs und anderen damit Mut machen. Und Pläne für die Zeit nach seinem 18. Geburtstag hatte er auch.

Olivers Schicksal hat 2016 viele Leser dieser Zeitung bewegt. Nachdem der bis dahin kerngesunde Junge 2014 an Krebs erkrankt war und ihn besiegt hatte, schlug die Krankheit 2016 mit voller Wucht zurück: „Neuroblastom im Endstadium. Unheilbar“, teilten die Ärzte damals Anika und Thomas Koslowski mit.

Dabei strotzte ihr damals siebenjähriger Sohn vor Lebensfreude und wollte noch so viel erleben: Einmal mit einem Quad fahren, einen Dinosaurierpark besuchen oder zum ersten Mal das Meer sehen. Da die Familie finanziell nicht die Möglichkeiten hatte, erfüllten die Leser der Familie mit ihren Spenden viele Wünsche . Sogar eine Reise ins Disneyland Paris mit Olis Schwester Shannon und seinen Eltern wurde so möglich: „Das war das tollste. Wir haben Mickey Mouse und Goofy gesehen”, erzählte Oliver noch Anfang dieses Jahres. Tatsächlich besserte sich Olis Allgemeinbefinden immer mehr. Zwar waren die Metastasen noch in seinem Körper, doch der Zustand war stabil. „Die Ärzte sagen, Oli ist ein Wunder“, erzählte Anika Koslowski im Januar: „Ich glaube weiter an ein Wunder.“

„Wir sind überwältigt von der Anteilnahme“

Den Kampf gegen den übermächtigen Gegner hat Oliver verloren. Doch davor hat der Elfjährige so viel Lebensfreude und Spaß wie möglich aus seinem Leben herausgeholt und durfte dank der Reisen und Erlebnisse, die ihm viele Spender ermöglicht hatten, einfach mal Kind sein. Dafür sind Olivers Eltern zutiefst dankbar: „Wir sind überwältigt von der Anteilnahme und danken jedem einzelnen von Herzen.“

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