„Die Partei“ kritisiert Abrisspläne und Informationspolitik der Gemeindeverwaltung
„Hasselhütte muss erhalten bleiben“

Schlangen (WB). „Die Partei“ in Schlangen setzt sich für den Erhalt der Hasselhütte ein. Gleichzeitig kritisiert der Ortsverband die Informationspolitik der Gemeinde als intransparent. Der Vorsitzende Maximilian Scholz geht in seiner Kritik noch weiter: „Die Anliegen der Jugendlichen in Schlangen spielen in den Überlegungen von Politik und Verwaltung kaum eine Rolle.“

Samstag, 06.06.2020, 06:00 Uhr
„Die Partei” in Schlangen macht sich für den Erhalt der Hasselhütte stark (von links): André Pestrup, Maximilian Scholz und Dennis Gossen kritisieren, dass mit einem Abriss einer der wenigen Treffpunkte für die Jugend verloren gehen würde. Foto: Klaus Karenfeld
„Die Partei” in Schlangen macht sich für den Erhalt der Hasselhütte stark (von links): André Pestrup, Maximilian Scholz und Dennis Gossen kritisieren, dass mit einem Abriss einer der wenigen Treffpunkte für die Jugend verloren gehen würde. Foto: Klaus Karenfeld

Wie berichtet, war es an der Wanderhütte vor allem in jüngster Zeit wiederholt zu ausgedehnten Partys und Trinkgelagen gekommen. Anwohner im Emkental berichteten zudem von nächtlichen Autorennen in diesem Bereich. Zuletzt musste sogar zweimal die Feuerwehr anrücken. Die offenkundig mutwillig gelegten Brände konnten aber zum Glück noch rechtzeitig gelöscht und so ein Ausbreiten der Flammen verhindert werden.

Die Höchstgeschwindigkeit im Emkental soll auf 30 Stundenkilometer gesenkt werden

Die Hasselhütte wie auch der benachbarte Wanderparkplatz befinden sich im Eigentum des Landesverbandes Lippe. Die Verantwortlichen dort haben sich nach Gesprächen mit der Gemeinde dazu entschieden, die Wanderhütte in Kürze abzureißen. Vorgesehen ist auch, die Höchstgeschwindigkeit im Emkental von 50 auf 30 Stundenkilometer zu senken und den Abzweig Richtung Holzhütte nur noch für den forst- und landwirtschaftlichen Verkehr freizugeben.

„Die Partei“ spricht sich klar gegen einen Abriss der Holzhütte aus

„Die Partei“ spricht sich klar gegen einen Abriss der Holzhütte aus. „Ansonsten würde einer der ohnehin wenigen Treffpunkte der Jugendlichen in Schlangen verloren gehen“, ist Scholz überzeugt. Es gebe schon jetzt nur wenige ortsnahe Ausweichquartiere wie den Staudamm in Kohlstädt oder den Schlänger Steinbruch. Gerade die Corona-Krise hat nach Meinung von Scholz deutlich gemacht, wie wichtig gemeinsame Treffpunkte für Jugendliche sind: „Ich denke in diesem Zusammenhang ganz konkret an die vielen Menschen meiner Generation, die über Wochen zu Hause bleiben mussten und nicht einmal einen eigenen Garten zum Entspannen haben.“

Dennis Gossen kann dem nur zustimmen: „Die Aussicht von der Hasselhütte ist einmalig. Und wenn man dann noch allein oder mit Freunden bei einer Flasche Bier relaxen kann, dann ist das kleine Glück doch perfekt.“

„Unser Einsatz für die Hasselhütte gilt den jungen Menschen“

André Pestrup ist stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbandes. Er wehrt sich entschieden dagegen, die Treffen an der Hasselhütte zu kriminalisieren. Berichte, wonach im Bereich rund um die Wanderhütte Drogen verkauft und konsumiert werden, bezeichnete Pestrup ausdrücklich als falsch. Das sieht auch Maximilian Scholz so: „Unser Einsatz für die Hasselhütte gilt den jungen Menschen, die hier friedlich feiern wollen, aber auch allen Wanderfreunden, die von hier aus zu ihren Exkursionen starten.“

Durchaus Verständnis zeigt „Die Partei“ für die von Lärm geplagten Anwohner im Emkental. „Wir bezweifeln aber, dass es ausreicht, den nächtlichen Ruhestörungen allein durch neue Temposchilder zu begegnen“, machte André Pestrup bei einem Vororttermin deutlich. Er präferiert eine andere Lösung, um die nächtliche Raserei zu unterbinden: „Effektiver und besser wäre es, auf der Straße im Emkental Bodenschwellen auszulegen oder im Wechsel auf beiden Straßenseiten Pflanzkübel aufzustellen.“

„Die Jugend hat in der Sennegemeinde kein Sprachrohr“

Hart ins Gericht geht der Ortsverband auch mit der Schlänger Gemeindeverwaltung und dem Gemeinderat. „Die Jugend hat in der Sennegemeinde kein Sprachrohr“, beklagt Maximilian Scholz. „Die Angebote für Kinder mögen ausreichend sein. Für die Gruppe der 16- bis 22-Jährigen wird aber definitiv zu wenig getan.“ Gleichzeitig kritisierte er Bürgermeister Ulrich Knorr: „Über den geplanten Abriss hätte im Vorfeld im Gemeinderat gesprochen werden müssen.“

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