Neue Leitung soll noch 2020 Wassernetze von Bad Lippspringe und Schlangen verbinden
Nachbarkommunen schließen Wasser-Ehe

Schlangen/Bad Lippspringe (WB/kar). Die Nachbargemeinden Bad Lippspringe und Schlangen haben eine „Wasser-Ehe” geschlossen. Über eine neue Leitung sollen bald schon die Wasserversorgungsnetze beider Kommunen miteinander verbunden werden. Ziel ist es, die gegenseitige Versorgungssicherheit langfristig zu erhöhen. Die Beteiligten sehen in dem Projekt ein Beispiel für eine funktionierende interkommunale Zusammenarbeit, die nicht vor einer Orts- oder Kreisgrenze Halt macht.

Donnerstag, 30.07.2020, 14:05 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 16:08 Uhr
Die technischen Leiter der Wasserwerke Paderborn und Schlangen, Michael Bernemann und Robert Göke, planen in Sichtweite zum historischen Grenzstein, die Wasserrohrnetze von Bad Lippspringe und Schlangen miteinander zu verbinden. Foto: Klaus Karenfeld
Die technischen Leiter der Wasserwerke Paderborn und Schlangen, Michael Bernemann und Robert Göke, planen in Sichtweite zum historischen Grenzstein, die Wasserrohrnetze von Bad Lippspringe und Schlangen miteinander zu verbinden. Foto: Klaus Karenfeld

„Die extremen Sommer 2018/2019 haben deutlich vor Augen geführt, dass der Klimawandel auch die Wasserversorgung der Kommunen vor neue Herausforderungen stellt“, ist Robert Göke, Geschäftsführer der Gemeindewerke Schlangen (GWS), überzeugt.

So wird es auch andernorts gesehen. Es hat deshalb bereits 2019 erste Gespräche zwischen der GWS und den Wasserwerken Paderborn (WWP) gegeben. Die Verhandlungen führten am Ende zu dem erhofften Ergebnis: Voraussichtlich noch 2020 sollen beide Rohrnetze miteinander verbunden werden, um so die gegenseitige Wasserversorgung zumindest teilweise abzusichern.

Die dafür notwendige Netzberechnung ist inzwischen abgeschlossen. Untersucht wurde in diesem Zusammenhang unter anderem auch, wo genau die beiden Rohrnetze idealerweise miteinander verknüpft werden sollten. Und man wurde fündig: „Dieser Verbindungspunkt liegt an der Detmolder Straße in Bad Lippspringe direkt an der Grenze zu Schlangen“, erläutert Michael Bernemann gegenüber dieser Zeitung; er ist technischer Leiter und Prokurist der Wasserwerke Paderborn.

Und so sehen die weiteren Planungen aus: Nur wenige Meter vom historischen Grenzstein entfernt, auf der gegenüberliegenden Seite, soll in den nächsten Monaten eine so genannte Übergabestation entstehen. Die Wassereinspeisung von Bad Lippspringe nach Schlangen würde demzufolge über eine Druckerhöhungsanlage erfolgen. In umgekehrter Richtung wäre der Einbau einer Druckminderungsanlage notwendig. „Diese technische Umrüstung ist aufgrund der unterschiedlichen Druckverhältnisse in beiden Netzen und der Topographie erforderlich“, erläutert Göke weiter. In der Übergabestation soll darüber hinaus eine Zähleinrichtung installiert werden.

Wie Bernemann und Göke gemeinsam betonen, haben die Wasserwerke Paderborn und die Gemeindewerke Schlangen zwischenzeitlich eine Vereinbarung über die wasserwirtschaftliche Zusammenarbeit geschlossen. Darin ist geregelt, dass die Bau- und Betriebskosten von beiden Versorgern zu gleichen Teilen übernommen werden. „Da die Anlage auf Bad Lippspringer Gebiet errichtet wird, ist sie Teil unseres Netzes und wird auch von den Wasserwerken Paderborn betrieben“, sagt Bernemann. „Wir schaffen hier für beide Netze eine höhere Versorgungssicherheit. So wird es künftig möglich sein, bis zu 60 Kubikmeter Wasser je Stunde dem jeweils anderen Netz zuzuleiten“, fügt Göke hinzu.

Wie sinnvoll die Kooperation ist, macht ein Blick in die Prognosen für Schlangen deutlich. So gehen die örtlichen Gemeindewerke davon aus, dass der Wasserverbrauch der Sennegemeinde zwischen 2025 und 2040 von insgesamt 510.000 Kubikmetern auf dann 533.000 Kubikmeter steigen wird.

Übrigens: Die Gemeindewerke Schlangen schließen auch nicht aus, dass in noch nicht absehbarer Zeit der Brunnen in Oesterholz umfassend saniert werden muss. Das wäre eine zeit- wie arbeitsintensive Maßnahme. Die Wasserförderung dort müsste für die Dauer unterbrochen werden. Deshalb ist daran gedacht, in direkter Nachbarschaft zum Hochbehälter einen zweiten Tiefenbrunnen zu bauen.

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