Kita-Leiterin Marlies Schliemann verlässt nach 34 Jahren Alte Rothe
Abschied mit Konfetti-Rakete

Schlangen (WB). Für Marlies Schliemann begann der vergangene Freitag um 7 Uhr in der Marienkäfergruppe. Die Leiterin der Kita Alte Rothe in Schlangen übernahm wie jeden Morgen den Frühdienst, wechselte später ins Büro und leitete am Nachmittag die große Teamsitzung. Etwa um 16 Uhr verabschiedete sich die 63-Jährige von ihren Kolleginnen – es war das letzte Mal.

Samstag, 01.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 01.08.2020, 05:02 Uhr
Das war’s! Marlies Schliemann (rechts) verlässt nach 34 Jahren die Kita Alte Rothe in Schlangen und geht in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin Elke Fritsche ist bereits seit zwei Wochen in der Kita und übernimmt ab sofort. Foto: Sonja Möller
Das war’s! Marlies Schliemann (rechts) verlässt nach 34 Jahren die Kita Alte Rothe in Schlangen und geht in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin Elke Fritsche ist bereits seit zwei Wochen in der Kita und übernimmt ab sofort. Foto: Sonja Möller

Nach 34 Jahren geht die Kita-Leiterin in den Ruhestand. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie sie im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt. Der Abschied nach so langer Zeit fällt ihr nicht so leicht: „34 Jahre, das ist mehr als die Hälfte meines Lebens!“

Los ging Schliemanns Kita-Zeit 1975 mit einem Praktikum in der Alten Rothe. Danach stand für sie fest: „Ich werde Erzieherin.“ Sie startete ihre Ausbildung an der Edith-Stein-Schule in Paderborn und kehrte für ihr Anerkennungsjahr 1978 in die Schlänger Kita zurück. „Es hat mir dort so gut gefallen“, sagt Schliemann.

Viele Veränderungen erlebt

Nach Stationen in der Kinderkurklinik Bad Lippspringe, der Kita Gartenstraße in Schlangen und beim Kinderschutzbund in Horn-Bad Meinberg und der Geburt ihrer zwei Söhne kehrte sie zehn Jahre später zurück. Von 1989 bis 1996 leitete Schliemann die Igelgruppe in der Kita Alten Rothe.

Danach übernahm sie die Leitungsfunktion. Erst kommissarisch und am Ende ganz. Seitdem hat sie viele Veränderungen erlebt. Ob das die baulichen Erweiterungen wie das Flachdach, der Schlafraum und der U3-Ausbau 2010 waren oder die Pädagogik, die sich zum Beispiel mit der U3-Betreuung änderte.

2008 wurde die Kita als Familienzentrum zertifiziert und öffnete sich damit auch für den Sozialraum. Ein Jahr später wurde die Einrichtung anerkannter Bewegungskindergarten. Auch die Übermittagsbetreuung habe sich gewandelt. Anfangs sei eine Kita-Gruppe zum Essen geblieben, im vergangenen Kita-Jahr waren es 58 der 71 Kinder.

Corona war eine Herausforderung

Dann kamen Corona und die Auswirkungen der Pandemie, die Marlies Schliemann nochmal besonders gefordert haben. „Corona war eine wirklich große Herausforderung. Es gab immer wieder neue Infos und keiner wusste, wie wir damit umgehen mussten“, berichtet Schliemann. Sie ist froh, dass nach und nach die Kinder zurückkamen. Sonst hätte etwas gefehlt in ihren letzten Wochen.

In Erinnerung werden ihr vor allem die vielen Erlebnisse mit den Kindern bleiben: „Ihre Offenheit, ihr Herzlichkeit und ihre Fröhlichkeit. Über Kinder-Logik könnte ich ein ganzes Buch schreiben“, erzählt sie lachend. Da aufgrund der Corona-Pandemie keine offizielle Abschiedsfeier stattfinden durfte, haben sich die Kinder mit den Erzieherinnen etwas einfallen lassen.

„Sie hatten im Garten ein Spalier mit Kreppbändern aufgebaut, an denen Tüten hingen. Die musste ich abziehen und in eine Kiepe werfen“, erzählt Marlies Schliemann gerührt. Die Tüten waren bemalt und mit Wünschen der Kinder beschriftet. Gefüllt waren sie mit Blumensamen für ihren Garten. „Am Ende wartete ein roter Teppich und ein Thron, auf den ich mich setzen durfte. Dann wurde eine Konfetti-Rakete gestartet“, erzählt Schliemann und ist noch immer gerührt.

Zeit für sich und die Familie

Und was macht Marlies Schliemann jetzt mit all der Zeit? „Erstmal nur abschalten“, sagt sie lachend. Dann will sie die Natur genießen, ihren Garten, Rad fahren, spazieren gehen. „Jetzt freue ich mich erstmal auf Zeit für mich und meine Familie. Langweilig wird mir nicht. Und ich werde die Kita bestimmt mal wieder besuchen“, verspricht sie. Zum Beispiel zum 50-jährigen Bestehen der Einrichtung 2021.

Schliemanns Nachfolgerin Elke Fritsche ist schon seit zwei Wochen vor Ort. Die beiden hatten ausreichend Zeit für die Übergabe. Die 43-Jährige kommt aus Salzkotten und hat zwei Kinder. Unter anderem hat Elke Fritsche zwei Jahre in einer U3-Gruppe in Bad Lippspringe gearbeitet und eineinhalb Jahre kommissarisch eine Einrichtung in Salzkotten geleitet. Vor fünf Jahren machte sie ihren Fachwirt für Erziehungswesen.

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