CDU-Landratskandidaten von Paderborn und Lippe loten Kooperationsmöglichkeiten aus
„Wir-Gefühl statt Kirchturmdenken“

Bad Lippspringe/Schlangen (WB). Christoph Rüther und Jens Gnisa verbindet ein Ziel: Beide wollen Landrat werden – der eine im Kreis Paderborn, der andere in Lippe. Am Dienstagabend trafen sich die CDU-Politiker erstmals, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit über die Kreisgrenze hinweg auszuloten. „Das Kirchturmdenken muss der Vergangenheit angehören“, so ihr Plädoyer. Sie setzen stattdessen auf ein „gemeinsames Wir-Gefühl“.

Donnerstag, 06.08.2020, 07:47 Uhr aktualisiert: 06.08.2020, 07:54 Uhr
Setzen auf Kooperation zwischen den Kreisen Lippe und Paderborn (von links): die Landratskandidaten Jens Gnisa und Christoph Rüther mit den CDU-Bürgermeisterkandidaten von Schlangen und Bad Lippspringe, Marcus Püster und Ulrich Lange. Foto: Karenfeld
Setzen auf Kooperation zwischen den Kreisen Lippe und Paderborn (von links): die Landratskandidaten Jens Gnisa und Christoph Rüther mit den CDU-Bürgermeisterkandidaten von Schlangen und Bad Lippspringe, Marcus Püster und Ulrich Lange. Foto: Karenfeld

Die Suche nach wichtigen kreisübergreifenden Themen ist Gnisa und Rüther nach eigener Aussage nicht schwer gefallen: „Die Bandbreite reicht von Fragen der Wirtschaftsförderung und des regionalen Marketings bis hin zum Ausbau der digitalen Infrastruktur.“

Jens Gnisa, von Beruf Richter, hat die Sicherheit der Bürger in Lippe zu einem zentralen Wahlkampfthema erklärt. Gerade in Schlangen sieht der Direktor am Amtsgericht Bielefeld Handlungsbedarf: „Wenn abends oder nachts in der Sennegemeinde die Polizei alarmiert wird, müssen die Einsatzkräfte aus Lage anrücken. Das liegt aber etwa 40 Minuten entfernt. Dieser Umstand stärkt nicht unbedingt das Sicherheitsgefühl der Menschen vor Ort.“

Digitalisierung der Rathäuser

Für Rüther ist die Wirtschaftsförderung ein weiteres zentrales Thema. Er sieht auch hier Kooperationsmöglichkeiten mit den lippischen Nachbarn. Dass die Politik in Schlangen und Bad Lippspringe über gemeinsame Lösungen bei der Gewerbeansiedlung nachdenke, wertet er „als klug und weitsichtig“. Möglichkeiten der Kooperation sieht der Politiker auch bei der Digitalisierung der Rathäuser. Rüther erinnerte daran, dass die Stadt Paderborn digitale Modellregion OWL sei: „Von den dort gemachten Erfahrungen sollten auch Kommunen außerhalb des Kreises profitieren können.” Deutliche Schnittmengen sieht der 54-Jährige auch in den Bereichen Marketing und Tourismus.

Eigenständige Marketing GmbH

An dem Treffen nahmen auch die beiden CDU-Bürgermeisterkandidaten von Bad Lippspringe und Schlangen teil. „Wir stehen für die Idee von einem gemeinsamen sozialen Raum“, machten Ulrich Lange und Marcus Püster deutlich. Die beiden Verwaltungen hätten dazu bereits reichlich Vorarbeit geleistet, nur seien die Vorschläge bis heute nicht in die Tat umgesetzt worden. Lange: „Rückblickend war es beispielsweise ein zentraler Fehler, die Bereiche Tourismus und Marketing verantwortlich im Bad Lippspringe Rathaus anzusiedeln.“ Er spricht sich stattdessen für die Gründung einer eigenständigen Marketing GmbH aus, die auch Schlangen mit einbeziehen könnte.

Auch in der Schulpolitik sehen die CDU-Bürgermeisterkandidaten Gemeinsamkeiten: „Zwar fehlt seit der Umbenennung der Gesamtschule in Bad Lippspringe der Hinweis auf die Nachbarkommune Schlangen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass etwa 30 Prozent der Schüler aus der Sennegemeinde stammen“, stellt Püster klar, der auch Vorsitzender des Fördervereins der Gesamtschule ist. Die von ihm mit initiierte Ausbildungs- und Berufsmesse wertete Püster als gutes Beispiel, „wie man Schüler und Unternehmen aus beiden Kommunen zusammenbringen kann. Diese Kooperation sollten wir ausbauen.“

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