Bad Lippspringer Firma RTB stellt Verkehrsminister kontaktlose Variante vor
Ampel ohne Ansteckungsgefahr

Bad Lippspringe/Paderborn (WB). Die Firma RTB aus Bad Lippspringe hat den ersten kontaktlosen Ampeltaster entwickelt. Dadurch kann eine Ansteckung mit dem Coronavirus über eine Berührung vermieden werden. Das Gerät, „eine Weltpremiere“ (Broer), stößt in Asien und bei deutschen Städten bereits auf großes Interesse. Einen Prototyp stellte Firmeninhaber Rudolf Broer am Mittwoch Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) vor. „Im Herbst beginnt die Auslieferung, die ersten 100 gehen nach Hongkong“, sagte Broer anschließend dem WV.

Donnerstag, 13.08.2020, 15:09 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 18:28 Uhr
Beobachtet von Ulrich Lange, Christoph Rüther (von links) und Michael Dreier (rechts) überreichte Rudolf Broer (Zweiter von rechts) NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst ein altes Navigationsgerät („Kartenwunder“). Foto: Oliver Schwabe
Beobachtet von Ulrich Lange, Christoph Rüther (von links) und Michael Dreier (rechts) überreichte Rudolf Broer (Zweiter von rechts) NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst ein altes Navigationsgerät („Kartenwunder“). Foto: Oliver Schwabe

Die Geräte sind mit Radar und LED-Leuchtstreifen für sehbehinderte Menschen ausgestattet. Das Radar erkennt, wenn sich eine Person der Ampel nähert und fordert ein Signal an („Signal kommt“), ohne dass jemand den Ampeltaster berühren muss. Die Reichweite kann zwischen zehn Zentimeter und einem Meter eingestellt werden. In Hongkong ist RTB bereits mit seinen herkömmlichen Ampeltastern vertreten. Viele seien aber in den letzten Monaten bei den gewalttätigen Protesten gegen den wachsenden Einfluss Chinas zerstört worden, sagte Broer. Ampeltaster hält der Chef von 130 Mitarbeitern auch in Zukunft für erforderlich: „Der Fußgänger muss sich berücksichtigt fühlen. Das erhöht die Verkehrssicherheit. Die Bettelampel macht deshalb durchaus Sinn.“

RTB-Inhaber Rudolf Broer zeigt den Prototyp eines kontaktlosen Ampeltasters.

RTB-Inhaber Rudolf Broer zeigt den Prototyp eines kontaktlosen Ampeltasters. Foto: Dietmar Kemper

Die Mobilität der Zukunft war das Hauptthema beim Besuch des Landesverkehrsministers. Er brachte aber auch zwei Nachrichten mit, die speziell die Menschen in Bad Lippspringe und Schlangen freuen dürften. Bei der wichtigen Verbindungsstraße Gauseköte seien 70 Prozent der Erdarbeiten erledigt, Anfang 2021 werde sie wieder freigegeben, kündigte Wüst an. Und die provisorische Ampel an der Kreuzung L814/Am Vorderflöß in Bad Lippspringe werde voraussichtlich in der Woche zwischen dem 7. und 13. September durch eine feste ersetzt. Bad Lippspringes CDU-Chef Bastian Heggemann und der Bürgermeisterkandidat Ulrich Lange hörten das gern. „Die Ampel war 2017 für die Landesgartenschau errichtet worden, vielen Lippspringern ist das Provisorium zu einem Ärgernis geworden“, sagte Heggemann.

Gute Nachrichten für Berufspendler

In seinem kurzen Vortrag betonte Minister Hendrik Wüst, Mobilität habe viel mit Lebensqualität zu tun: „Die Leute müssen wegkommen können, damit sie dableiben.“ Deshalb gelte es, die vorhandene Straßen- und Schieneninfrastruktur nicht nur zu reparieren, sondern die Mobilität mit digitalen Werkzeugen besser zu machen. Car- und Bikesharing müssten mit Bahn und Bussen vernetzt, schnelle Buslinien auf dem Land durch On-demand-Verkehr auf Abruf ergänzt werden. Um die digitalen Möglichkeiten auszuloten, sei im Ministerium eigens eine Abteilung eingerichtet worden. Die Schlosskreuzung in Schloß Neuhaus lobte Wüst als „modernstes Verkehrsprojekt in Deutschland“.

Ostwestfälische Gemeinschaftsarbeit

Dort geht es, wie berichtet, darum, „den Strom von Fahrzeugen aus allen Richtungen kollisionsfrei über eine Kreuzung zu bringen“, wie Ansgar Trächtler vom Heinz-Nixdorf-Institut am Mittwoch prägnant ausdrückte. Das HNI ist neben der Stadt Paderborn, der Firma RTB, das Sensoren beisteuert, und dem Detmolder Unternehmen Stührenberg, das Steuergeräte bereitstellt, an dem digitalen Modellprojekt beteiligt. Dank der Technik könnten Verkehrsdaten im von Schülern und Benteler-Mitarbeitern häufig genutzten Kreuzungsbereich in Echtzeit gesammelt und anschließend die Wirkung spezieller Algorithmen simuliert werden, erläuterte Ansgar Trächtler. Ziel sei es, den Verkehrsfluss zu erfassen, zu visualisieren und optimal zu planen, sagte Bürgermeister Michael Dreier. Heimische Firmen wie RTB mit ihrem Fachwissen in moderner Verkehrstechnik habe man gezielt mit eingebunden. Durch Digitalisierung unterstützte Mobilität sei nicht nur wichtig für Klimaschutz, sondern ein wesentlicher Beitrag zu einer künftigen Smart City Paderborn.

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