Angelsportverein beobachtet mit Sorge eine zunehmende Austrocknung des Gewässers
Haverkampsee wird zum Problemfall

Schlangen (WB/kar). Eigentlich ist der Haverkampsee am Rande eines Schlänger Naturschutzgebietes ein idyllisches Fleckchen Erde. Einmal im Jahr ändert sich das: Kurz vor Beginn des Sommers läuft der sechs Hektar große See regelmäßig trocken.

Donnerstag, 27.08.2020, 15:02 Uhr aktualisiert: 27.08.2020, 15:14 Uhr
Stefan Brockmeier, der zweite Geschäftsführer, der erste Gewässerwart Rüdiger Voss, der Vereinsvorsitzende Christian Liebscher und der zweite Gewässerwart Guido Klöpping (von links) sorgen sich um den Zustand des Haverkampsees.. Foto: Klaus Karenfeld
Stefan Brockmeier, der zweite Geschäftsführer, der erste Gewässerwart Rüdiger Voss, der Vereinsvorsitzende Christian Liebscher und der zweite Gewässerwart Guido Klöpping (von links) sorgen sich um den Zustand des Haverkampsees.. Foto: Klaus Karenfeld

Den Fischen bleiben zum Überleben dann nur zwei Rückhaltebecken, die der Angelsportverein Schlangen (ASV) auch in diesem Jahr wieder mit Sauerstoff versorgt. Der ASV spricht von einer schwierigen Situation und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Der Angelsportverein ist seit mehreren Jahrzehnten bereits Pächter des Haverkampsees. Doch die Freude an dem idyllischen Areal ist seit Längerem nicht mehr ungetrübt, wie Gewässerwart Rüdiger Voss zu berichten weiß: „Seit Jahren schon wird der See regelmäßig zum Problemfall. Das ist besonders mit Beginn des Sommers so, wenn die Niederschläge ausbleiben, der Zulauf der Strothe versiegt und der Grundwasserspiegel absinkt.”

Den Fischen bleibt dann nur die Möglichkeit, Zuflucht in einem von zwei Rückhaltebecken im See zu suchen. Doch nicht jeder Barsch, Karpfen oder Hecht erreicht das rettende Ziel. „Auf dem Weg dorthin sterben vor allem die noch unerfahrenen Jungfische”, sagt Rüdiger Voss.

Gespräch mit Landesverband

Aber das sei nicht das einzige Problem: Sonnenschein und steigende Temperaturen sorgen dafür, dass es dem Wasser in den beiden Rückhaltebecken mehr und mehr an Sauerstoff fehlt. Der ASV hat deshalb vor Ort zwei mit Batterie beziehungsweise Solarenergie betriebene Belüftungsanlagen installiert.

Das kann nach Meinung des Schlänger Angelsportvereins aber keine Dauerlösung sein. „Wir sind nur Pächter des Haverkampsees”, stellt der Vereinsvorsitzende Christian Liebscher in diesem Zusammenhang klar.

Der ASV-Vorstand hofft deshalb auf ein baldiges Gespräch mit dem Landesverband Lippe als Eigentümer des Gewässers. Einige konkrete Ideen hätten Christian Liebscher und sein Team bereits im Gepäck. „Wir schlagen vor, die beiden Rückhaltebecken baldmöglichst miteinander zu vereinen und darüber hinaus weiter zu vergrößern. Den dafür notwendigen Kiesaushub könnte der Landesverband für Baumaßnahmen an anderer Stelle wieder verwenden.”

Angler sehen Handlungsbedarf

Aber das ist noch nicht alles: Um ein schnelles Versickern des Wassers künftig zu verhindern, ist es nach Überzeugung der Angelsportfreunde notwendig, im neuen Rückhaltebecken eine undurchlässige Tonschicht neu einzuziehen.

Kopfzerbrechen bereitet dem ASV aktuell noch ein anderes Pro­blem: Wie berichtet, ist der Bereich rund um den Haverkampsee Teil eines Schlänger Naturschutzgebietes. „Leider kommt es inzwischen immer häufiger vor, dass Spaziergänger ihre Hunde hier von der Leine lassen”, berichtet Rüdiger Voss. „Die Tiere springen dann mitunter in die Rückhaltebecken. Dabei wird unnötig Schlamm beziehungsweise Faulschlamm aufgewirbelt, der den Sauerstoff bindet und die Fische zusätzlich schwächt.”

Der ASV appelliert deshalb an alle Hundebesitzer, die in einem Naturschutzgebiet geltenden Bestimmungen zu beachten und ihre vierbeinigen Freunde am Haverkamp­see nicht von der Leine zu lassen.

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