Obstwiese an der Fürstenallee soll zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen
Freiobst für jedermann

Schlangen (WB). An der Fürstenallee in Schlangen ist am Mittwoch, 2. September, mit der symbolischen Pflanzung des letzten Baumes eine neue Streuobstwiese angelegt worden.

Mittwoch, 02.09.2020, 15:29 Uhr
Pflanzen symbolisch den letzten der 30 Bäume auf der Obstwiese (von links): Landrat Axel Lehmann, Bürgermeister Ulrich Knorr und Prinz Stephan zur Lippe. Foto: Oliver Schwabe
Pflanzen symbolisch den letzten der 30 Bäume auf der Obstwiese (von links): Landrat Axel Lehmann, Bürgermeister Ulrich Knorr und Prinz Stephan zur Lippe. Foto: Oliver Schwabe

Vom Fahrrad absteigen, einen Apfel oder ein paar Kirschen pflücken und sich an der Natur erfreuen: Das wünschen sich die Initiatoren der neuen Obstwiese an der Fürstenallee in Schlangen, die jetzt durch die Ergänzung eines letzten Baumes fertig angelegt wurde.

Die insgesamt 30 Obstbaum-Sprösslinge kommen von der Baumschule Pieper aus Horn-Bad Meinberg und stehen in der alten Prachtallee – einer Lücke zwischen der Fürstenallee und dem alten Kreuzkrug. Das Obstwiesen-Projekt ergänzt die Bepflanzung an der Fürstenallee. Hier wurden bereits vor zwei Jahren 1500 Eichen gepflanzt.

Andreas Fettig und sein Kollege Sebastian Drescher von der Firma Fettig Gartenservice haben die Bäume gepflanzt. Aufgrund von Wassermangel und einhergehender Trockenheit werden die Bäume einmal pro Woche bewässert. Das übernimmt ein an den Bäumen angebrachter Bewässerungssack, der bis zu 60 Liter beinhaltet. Der Gartenservice kümmert sich auch um die Pflege der Bäume und füllt die leeren Säcke wieder auf.

Kooperation von Prinz zu Lippe, Gemeinde und Kreis

Seit 2015 in der Planung, ist die Obstwiese ein Kooperationsprojekt zwischen Grundstückseigentümer Prinz Stephan zur Lippe, der Gemeinde Schlangen und dem Kreis Lippe. Die Verantwortung für die Pflege der Bäume übernimmt der Kreis Lippe. Die Fürstenallee ist aufgrund ihrer historischen, aber auch biologischen Bedeutung ausgewählt worden. Sie besteht seit dem Jahr 1715 und zählt zu einem der bedeutendsten Naturdenkmälern im Kreis Lippe.

Wenngleich die neue Wiese auf dem ersten Blick wie eine Landschaftsverschönerung aussieht, hat sie einen wichtigen Zweck. Axel Lehmann, Landrat für den Kreis Lippe, betont die Bedeutung des Projektes im Hinblick auf die Erhaltung der lokalen Biodiversität. Die Bäume seien nicht nur Biotope für Insekten oder Vögel, sondern auch Mittel für die Aufrechterhaltung alter Obstsorten. Neben Quitten und Kirschen werde beispielsweise der hiesige Kulturapfel Biesterfelder Renette angepflanzt.

Zukunftsinvestition von circa 10.000 Euro

Der nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wiederwahl antretende Bürgermeister von Schlangen, Ulrich Knorr, schaut ein wenig nostalgisch auf das Projekt zurück. Die Fertigstellung sei ein schöner Abschluss seiner Amtszeit, sagt er.

Die Finanzierung der Obstwiese übernimmt ebenfalls der Kreis Lippe. Laut Jörg Westphal vom Fachgebiet Landschaft und Naturhaushalt belaufen sich die Kosten auf insgesamt circa 10.000 Euro – Pflege und Anpflanzungskosten mit einberechnet.

Prinz Stephan zur Lippe sieht in der Obstwiese nicht nur eine Biodiversitätsstrategie, sondern auch ein Zeichen der Gemeinschaft: „Die Obstnutzung ist für jedermann.“ Wer sich am Obst bedient, „begeht keinen Mundraub“. Bis es dazu kommt, dürfte es aber noch etwas dauern: Die Bäume sind nämlich erst nach fünf Stehjahren ertragreich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7563464?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2516024%2F
Richter verbieten Sonntagsöffnung
“Sorry we’re closed” (Leider Geschlossen): Das gilt voraussichtlich an allen schon geplanten oder noch ungeplanten verkaufsoffenen Sonntagen in NRW. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker