„SPD und CDU hätten mit uns sprechen können“ – Verein bietet an, Förderantrag zurückzuziehen
Fortuna wehrt sich gegen Vorwürfe

Schlangen (WB/som). Sven Schlüter bezieht als stellvertretender Vorsitzender des FC Fortuna Schlangen Stellung zu den Aussagen der Fraktionsvorsitzenden Dr. Walther Husberg (CDU) und Michael Zans (SPD) , die öffentlich kritisiert hatten, der Fußballverein wolle mit Hilfe von Förder­geldern am Rennekamp ein ­„Luxusprojekt“ realisieren und würde damit in Konkurrenz zu anderen Vereinen treten, für die diese Fördermittel existenziell seien (Bericht in dieser Zeitung am 5. September).

Donnerstag, 10.09.2020, 12:48 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 12:50 Uhr
Fortuna Schlangen möchte an der Soccer-Arena am Rennekamp Umkleiden und einen Sozialraum errichten. Foto: Phil Hänsgen
Fortuna Schlangen möchte an der Soccer-Arena am Rennekamp Umkleiden und einen Sozialraum errichten.

Sven Schlüter stellt dazu schriftlich klar: „Mit Hilfe des Landes-Förderprogramms würden wir an der Volksbank-Arena Umkleidekabinen sowie einen kleinen Sozialraum errichten. Die Volksbank-Arena wird hauptsächlich von Fußballern der jüngsten Spielklassen genutzt. Diese brauchen auch bei schlechter Witterung Platz für Ausrüstung und Unterstellmöglichkeiten.“

Darüber hinaus trage die Maßnahme dazu bei, in den Wintermonaten vermehrt die Arena nutzen zu können, was wiederum die angespannte Situation bei den Hallenzeiten entschärfe. Dadurch würde nicht nur der Verein, sondern die gesamte Breite an Hallensportarten profitieren, heißt es in der Stellungnahme Schlüters.

Wie berichtet, bewerben sich auch der Angelsportverein (ASV), der Reitverein und der Tennis-Club um Gelder aus dem Landesförderprogramm. Der FC-Vorsitzende Bodo Kibgies, der bei der anstehenden Kommunalwahl als unabhängiger Bürgermeisterkandidat antritt, berichtet auf Anfrage dieser Zeitung, dass Fortuna wie jeder andere Verein auch die Möglichkeit genutzt habe, sich um die Fördergelder zu bewerben. „Wir wollen nicht, dass Gelder verfallen. Sollten die Projekte der anderen Vereine genehmigungs­fähig sein, würden wir unseren Antrag zurückziehen. Das haben wir so im Vorstand entschieden“, erläuterte Kibgies.

Der Vorsitzende hatte dem Angelsportverein (ASV) bereits am 31. August angeboten, dass man das Projekt am Rennekamp auch etappenweise und mit reduzierten Kosten starten könne, damit im Fall einer baurechtlichen Genehmigung zunächst die Maßnahmen am Ochsensee mit ausreichend Fördermitteln bedacht werden könnten. Dies bestätigte der ASV-Vorsitzende Christian Liebscher auf Anfrage. Kommunizieren wollte der Verein diesen Vorschlag erst bei der nächsten Gesprächsrunde zwischen den Vereinen, die nach der Kommunalwahl stattfinden werde.

Fortuna: Es sollen keine Fördergelder verfallen

Der Vorsitzende von Fortuna Schlangen sagt: „Selbstverständlich ist es wichtig, dass zunächst die Projekte mit höherer Priorität zur Umsetzung kommen. Gleichfalls wichtig ist aber auch, dass keine Fördergelder verfallen, weil sie nicht im vollen Umfang abgerufen werden. Derzeit ist die Prioritätenliste noch gar nicht vom Gemeindesportverband Schlangen erstellt, denn es liegen noch nicht alle erforderlichen Genehmigungen vor.“

Diese wichtigen Tatsachen hätten die Fraktionsvorsitzenden durch kurze Nachfrage bei Fortuna in Erfahrung bringen können, betont Sven Schlüter: „Dass die beiden Parteien nun aus Wahlkampftaktik Öl ins Feuer gießen, ist aus Vereinssicht völlig fehl am Platz. Solch ambitionierte Förderprojekte können nur im Dialog aller Akteure erfolgreich sein.“

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