Marcus Püster (CDU) und Bodo Kibgies (parteilos) bleiben im Wahlkampfmodus
Mit Schwung in die zweite Runde

Schlangen (WB). Nach der Wahl ist vor der Wahl: Am 27. September wird eine Stichwahl darüber entscheiden, ob Marcus Püster (CDU) oder Bodo Kibgies (parteilos) als neuer Bürgermeister ins Schlänger Rathaus einzieht. Derweil übt sich die SPD in Selbstkritik. Die schlechten Wahlergebnisse haben nach Meinung des Ortsvereinsvorsitzenden Heinz Kriete nicht nur eine Ursache.

Dienstag, 15.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 14:18 Uhr
Marcus Püster freut sich über das Wahlergebnis. Am 27. September steht der zweite Wahlgang an. Fotos: Maike Stahl

Dass Julian Koch mit nur 24 Prozent schon im ersten Wahlgang für das Bürgermeisteramt scheiterte, kam für die Sozialdemokraten der Sennegemeinde völlig überraschend. „Julian hat sich wirklich reingekniet in diesen Wahlkampf“, betonte Kriete anerkennend. Der 31-Jährige habe sich von Anfang an vorbildlich engagiert. Das lasse sich unter anderem an der Zahl von 2000 Hausbesuchen festmachen. Nicht weniger intensiv seien seine Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft, Einzelhandel und den ortsansässigen Vereinen gewesen. „Vieles von dem, was den Menschen vor Ort auf den Nägeln brennt, hat Eingang in das Wahlprogramm unseres Kandidaten gefunden.“

SPD: kommunaler Negativ-Trend

Leider habe sich dieser Einsatz nicht auf den Stimmzetteln niedergeschlagen. „Hierbei dürfte zu berücksichtigen sein, dass Julian Koch im Gegensatz zu Marcus Püster und Bodo Kibgies nicht aus der Gemeinde stammt oder hier zumindest seit langer Zeit wohnhaft ist“, räumt Kriete ein. „Aber gerade diesen Umstand hatte die SPD als klaren Vorteil angesehen. Mit Julian Koch sollte ein Kandidat von außerhalb mit neuen Ideen frischen Wind in die Gemeinde bringen.“ Bei der Ursachenforschung kommt Kriete zu einem weiteren Befund: „Der seit Jahren andauernde Negativ-Trend der SPD bei Bundes- und Landtagswahlen macht sich nun auch in den Kommunen bemerkbar.“ Mit Blick auf den zweiten, entscheidenden Wahlgang ließ Kriete noch offen, ob die SPD eine Wahlempfehlung aussprechen wird. Ausgeschlossen sei das aber nicht.

Anders als die SPD schwebt „Die Partei“ einen Tag nach der Wahl auf Wolke sieben. Die Satiregruppierung fuhr mit 13,5 Prozent das landesweit beste Ergebnis ein. „Unsere unabhängige Haltung hat überzeugt“, ist Vorsitzender Maximilian Scholz überzeugt.

Gewinner der Kommunalwahl sind auch die Schlänger Grünen – sie konnten sich von 12,6 auf 17,1 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen steigern. Fraktionsvorsitzender Marcus Foerster spricht von einem „großartigen Ergebnis“, das vielleicht noch etwas höher hätte ausfallen können. Mit „Die Partei“ sei immerhin ein zusätzlicher ernst zu nehmender Mitbewerber erstmals angetreten. Das Wahlergebnis spiegelt nach Meinung von Foerster auch die „inhaltliche und personelle Kontinuität“ der Grünen in Schlangen wider. „Die Menschen hier wissen, dass wir keine unerfüllbaren Versprechen machen.“ Ein konkretes Ziel haben die Grünen aber vor Augen: Schlangen soll bis 2030 klimaneutrale Gemeinde sein.

Erneut in den Haustürwahlkampf

„Jetzt geht es darum, die Schlänger zu motivieren, am 27. September erneut zur Wahl zu gehen“, macht Bürgermeisterkandidat Bodo Kibgies (parteilos) gegenüber dieser Zeitung deutlich. Für die verbleibenden knapp zwei Wochen habe er sich noch jede Menge Hausbesuche vorgenommen.

Bodo Kibgies gibt seine Stimme in der Grundschule Oesterholz ab.

Bodo Kibgies gibt seine Stimme in der Grundschule Oesterholz ab.

Mit dem eigenen Ergebnis vom vergangenen Sonntag zeigt er sich sehr zufrieden: „Ich gehöre zu den wenigen unabhängigen Kandidaten im Kreis Lippe, die es in die Stichwahl geschafft haben.“

Hoch motiviert gibt sich auch Marcus Püster. Der CDU-Bürgermeisterkandidat hatte im ersten Durchgang 41,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen könne, sieben Prozent mehr als Kibgies. Püster hat nach eigenen Angaben bereits 1000 Hausbesuche absolviert, bis zum 27. September sollen weitere folgen. Püster zufolge geht die CDU mit reichlich Rückenwind in die Stichwahl: „Das gute Abschneiden im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl, aber auch die Ergebnisse der Rats- und Kreistagswahl sind ein wichtiger Schub.“

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