Junge Gewässerretter säubern 500 Meter langes Teilstück der Lippe
Fünf große Müllsäcke gefüllt

Schlangen/Bad Lippspringe (WB). Seit mehr als 30 Jahren ruft die US-Umweltorganisation Ocean Conservancy zur größten freiwilligen Meeresschutzaktion auf – dem International Coastal Cleanup Day (ICC), um auf die Problematik der vermüllten Meere und Gewässer aufmerksam zu machen. Die Ortsgruppen Paderborn, Bad Lippspringe und Schlangen der NAJU (Naturschutzjugend im NABU) nahmen das zum Anlass, sich erstmals seit dem Lockdown zusammenzufinden, um einen Abschnitt der Lippe vom Müll zu befreien.

Mittwoch, 16.09.2020, 06:00 Uhr
Gewässerretter zwischen vier und 16 Jahren sammelten Müll aus der Lippe. Unterstützung gab es von Ralph Langenhausen (Fünfter von links), den Bürgermeisterkandidaten Ulrich Lange (Zweiter von rechts), Martin Krewet (links daneben) und Dirk Tornede (rechts). Foto:
Gewässerretter zwischen vier und 16 Jahren sammelten Müll aus der Lippe. Unterstützung gab es von Ralph Langenhausen (Fünfter von links), den Bürgermeisterkandidaten Ulrich Lange (Zweiter von rechts), Martin Krewet (links daneben) und Dirk Tornede (rechts).

„Nach wie vor ist die zunehmende Vermüllung unserer Meere, Flüsse und Seen eine große Bedrohung für Mensch, Tier und Umwelt“, erklärt Dirk Tornede, der die NAJU-Treffen in Schlangen, Bad Lippspringe und Paderborn organisiert. Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Eimern, Handschuhen und Greifzangen, kamen an der Lippequelle in Bad Lippspringe zwölf Kinder und Jugendliche zusammen.

Begeisterung für die Umwelt

Unter Anleitung von Dirk Tornede, der das NABU-Natur-Infozentrum Senne leitet, und Ralph Legenhausen (Vorstandsmitglied NABU Paderborn) konnten auf einem Abschnitt von 500 Metern fünf große Säcke mit Müll befüllt und allerlei Sperrmüll gesammelt werden. Neben viel Verpackungs- und Sperrmüll gehörte auch eine ungeöffnete volle Glasflasche zu den Fundstücken. Die beiden Bad Lippspringer Bürgermeisterkandidaten Ulrich Lange (CDU) und Martin Krewet (Die Linke) standen ihnen dabei tatkräftig zur Seite. Auch die Eltern halfen mit.

„Kinder und auch Jugendliche tragen eine Begeisterung für ihre Umwelt ganz natürlich in sich. Bei Aktionen wie heute stürmen meine Kinder freudestrahlend los. Hier erleben sie die Natur noch mit allen Sinnen, nur beim Frontalunterricht geht die Begeisterung für das Entdecken verloren“, berichtet eine Mutter.

Problem des Plastikmülls

Besonders stark verschmutzt sei es am Bad Lippspringer Schulzentrum gewesen. Obwohl der zu säubernde Abschnitt nur kurz war und dieser ohnehin regelmäßig gereinigt wird, kam hier doch sehr viel zusammen. „Besonders der ganze Plastikmüll stellt ein Problem dar: Die Lippe mündet in den Rhein und dieser ins Meer. Die Wildtiere, die in und an diesen Gewässern leben, leiden unter der Verschmutzung und werden zum Beispiel vom Plastik stranguliert oder fressen es“, betont Tornede.

Ralph Legenhausen sieht einen weiteren positiven Aspekt: „Hier spüren die Kinder, wie es ist, gemeinschaftlich etwas Gutes für die Natur zu tun. Nur was man liebt, kann man schützen. Aber was man nicht kennt, kann man nicht lieben und schützen.“ Er ist Lehrer an der Paderborner Friedrich-Spee-Gesamtschule, betreut dort den Schulgarten und leitet ein NAJU-Angebot für Jugendliche in Paderborn. Er kritisiert: „In den Lehrplänen fehlen jegliche Naturerfahrungen. Was die Kinder und Jugendlichen brauchen ist ‚Grünes Lernen‘“. Schulen sollten seiner Meinung nach Stadtteilparks oder Anbauflächen mit in die Lehrpläne einbeziehen.

Zum Ausklang lud Martin Krewet in seinen Garten ein. Auch er ist Vorstandsmitglied beim NABU Paderborn. Er und Ulrich Lange spendierten Kuchen.

Neue Interessenten sind bei der NAJU gern gesehen: Kinder ab fünf Jahren, ihre Eltern und Jugendliche können sich bei Dirk Tornede informieren und per E-Mail melden (tornede@nabu-prinzenpalais.de). Weitere Infos gibt es auch unter: www.nabu-paderborn.de

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