Das Wetter im August im Kreis Lippe: wieder einmal zu trocken
Gewitter und Tropennächte

Schlangen (WB). Hitze, Trockenheit, ein feuriges Finale und schließlich ein gemäßigter Übergang in den Herbst – das war der August 2020. Und er war an manchen Orten, über die nicht gerade ein Schauer zog, wieder einmal zu trocken.

Mittwoch, 23.09.2020, 07:51 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 08:00 Uhr
Einer der wenigen direkten Einschläge: Die meisten Blitze entluden sich innerhalb oder zwischen den Wolken. Foto: Robin Jähne
Einer der wenigen direkten Einschläge: Die meisten Blitze entluden sich innerhalb oder zwischen den Wolken. Foto: Robin Jähne

Dort, wo der Himmel dann mal für kurze Zeit seine Schleusen öffnete, fiel manchmal in kurzer Zeit der Regen, der sonst im ganzen Monat runterkommt. Gegen die Dürre bringt sowas allerdings nichts – solche Regenmengen fließen an der Oberfläche ab und haben gar keine Zeit, in den Boden einzudringen.

Doch bevor die Schauer kamen, regierte ein Hoch das Lippische Wetter. Sommerliche Temperaturen mit mehr als 25 Grad brachten angenehmes Sommerfeeling. Dann aber bahnte sich eine Wetterumstellung an. Das Hoch verlagerte sich ein wenig nach Nordosten, vor Frankreichs Küste lauerte bereits ein Tief. Das Resultat war feuchtwarme Luft, die herangeführt wurde. Und solche Luft ist die beste Voraussetzung für Gewitter.

Zehn Hitzetage

Die erste Schauerwolke mit Blitz und Donner bildete sich in den Nachmittagsstunden des 9. August. Der aufgeheizte Boden der Senne lieferte genug Energie, um eine kräftige Gewitterwolke zu schaffen. Inzwischen lagen auch die Tageshöchstwerte jenseits der 30-Grad-Marke.

Bei diesem Gewitter und denen, die in den Tagen danach folgen sollten, gab es eine Besonderheit: Sie bewegten sich ziemlich langsam. Es fehlte einfach der Seitenwind. Und deswegen regnete auch das Meiste wiederum an einem Ort herunter, dort war dann oft Land unter.

In Ostwestfalen lief das Gewittergeschehen am 13. dann zur Hochform auf. Inzwischen gab es in der feuchten, warmen und stickigen Luft sogar Tropennächte. Das sind Nächte, in denen das Thermometer nicht unter 20 Grad sinkt. Wolken sorgten dafür, dass die Wärme nachts nicht in den Weltraum abstrahlen konnte, sie stellten gewissermaßen eine isolierende Decke dar. Und unter dieser Decke schwitzten nachts die Lipper.

Herbststurm im August

In der Nacht zum 14. August überquerte ein Gewitterkomplex den Teutoburger Wald zwischen Augustdorf und Oerlinghausen, um dann nordöstliche Richtung einzuschlagen. Teilweise schien es dabei, als stürze ein regelrechter Wasserfall vom Himmel. So ein Wolkenbruch reißt auch abkühlende Luft mit nach unten – die muss am Boden dann zu den Seiten hin abfließen. Wer gen Himmel schaute, konnte ein wahres Blitzfeuerwerk erleben. Allerdings war es eher eine Diskobeleuchtung mit diffusen Blitzen. Wer auf die schönen, zackigen Linienblitze wartete, musste sich immer lange gedulden.

Bei den Augustgewittern gab es einerseits viel Gewölk, aber auch viele Blitze, die nicht irgendwo unten einschlugen, sondern in den Wolken blieben. Und deswegen waren sie meist auch nicht im Original zu sehen, sondern nur ihr Schein. So wie Blaulicht bei einem nächtlichen Feuerwehreinsatz auch durch die flächige Reflektion an den Hauswänden gut zu sehen ist, auch wenn das blinkende Fahrzeug selbst „um die Ecke“ steht und nicht direkt zu erkennen ist.

Mit ein wenig Wetterleuchten im Osten in Richtung Weser verabschiedete sich die Gewitterstimmung am 18. August. Und es schien, als würde das Wetter sich schon auf den meteorlogischen Herbstanfang einstellen. Der beginnt schon mit dem September. Es war nicht mehr so warm, regnete hin und wieder und am 28. kam sogar ein richtiger Herbststurm vorbei. Doch außer ein paar geknickter Bäume und geflogener Dachziegeln verlief er im Lipperland eher glimpflich.

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