Parteiloser Bodo Kibgies unterliegt in der Stichwahl in Schlangen mit 43 Prozent – mit Kommentar
Marcus Püster macht das Rennen

Schlangen (WB). Aus dem Lächeln vom Wahlplakat ist ein befreites Lachen geworden: Marcus Püster hat es geschafft! In der Stichwahl um den Bürgermeisterposten in Schlangen landete der 44-jährige CDU-Mann mit 57 Prozent der Wählerstimmen vor seinem Mitbewerber Bodo Kibgies (parteilos), der sich mit 43 Prozent der Stimmen geschlagen geben musste.

Sonntag, 27.09.2020, 21:18 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 07:36 Uhr
Der neue Schlänger Bürgermeister heißt Marcus Püster. Als erstes durften im Gasthof Sibille-Ostmann Ehefrau Anne und seine Kinder Niclas, Melissa und Merle (von links) zum Erfolg gratulieren. Foto: Daniela Lang
Der neue Schlänger Bürgermeister heißt Marcus Püster. Als erstes durften im Gasthof Sibille-Ostmann Ehefrau Anne und seine Kinder Niclas, Melissa und Merle (von links) zum Erfolg gratulieren. Foto: Daniela Lang
Marcus Püster macht einen Freudensprung, als feststeht, dass er gewonnen hat.

Marcus Püster macht einen Freudensprung, als feststeht, dass er gewonnen hat. Foto: Daniela Lang

Püster, der mit seiner Familie und etwa 70 Freunden und Bekannten im Saal des Gasthofs Sibille-Ostmann die Auszählung der Stimmen über eine große Leinwand verfolgte, machte einen großen Freudensprung, als um 19.40 Uhr das Ergebnis endlich feststand. „Ich hatte den Tag heute bewusst langsam angehen lassen, um etwas runterzufahren, aber zum Schluss war ich schon ziemlich aufgeregt“, gibt Marcus Püster zu. Dass sich die Mehrheit der Wähler schließlich für ihn entschieden hat, führt er vor allem auf seine Art zurück: „Ich bin freundlich, menschlich, ich kann gut zuhören und bin bürgernah“, schätzt er die Gründe für seinen Erfolg ein. „Und ich bin nicht aus der Versenkung gekommen, sondern in Schlangen schon dafür bekannt, dass ich Themen anpacke, die anderen am Herzen liegen.“

Fairer Verlierer

Apropos am Herzen liegen: Eine Herzensangelegenheit will Marcus Püster gleich zu Beginn seiner Amtszeit in die Tat umsetzen: „Unsere Jugendlichen wünschen sich einen Skaterpark. Das Projekt möchte ich schnell auf den Weg bringen und die jungen Leute bestmöglich daran beteiligen.“

Trotz verlorener Wahl „zufrieden und mit mir im Reinen“ gab sich Bodo Kibgies, der dem Ergebnis der Stichwahl mit Familie und Freunden im Gasthof „Zur Rose“ entgegen gefiebert hatte. „Es war mir sehr wichtig, dass ich angetreten bin. Natürlich akzeptiere ich, dass die Mehrheit der Wähler sich für einen anderen Bürgermeister entschieden hat“, so Kibgies. Dass am Ende Marcus Püster das Rennen gemacht hat, führt er vor allem darauf zurück, „dass Marcus einfach in der Bürgerschaft sehr verwurzelt und bürgernah ist. Das war mir gegenüber sicher ein Vorsprung“, so Kibgies.

Für den 60-Jährigen endet damit zunächst sein politisches Engagement: „Ich muss jetzt erstmal etwas Distanz bekommen.“ Auch wenn er sein Ziel, Bürgermeister in Schlangen zu werden, nicht erreicht hat, gibt Bodo Kibgies sich als fairer Verlierer. „Ich wünsche Marcus Püster alles Gute, ein glückliches Händchen bei seinen Entscheidungen und die Unterstützung, die er im Amt braucht.“

Hier geht’s zum Ticker rund um die Stichwahlen in OWL.

Kommentar von Daniela Lang

In Schlangen haben die Wähler entschieden: Marcus Püster zieht ins Rathaus ein, Bodo Kibgies musste sich geschlagen geben. Bei aller Freude über den errungenen Wahlsieg ist der neue Bürgermeister sicher gut beraten, rasch auch die Anliegen der Wähler in den Blick zu nehmen, die Sonntag für seinen parteilosen Mitbewerber gestimmt haben – das sind immerhin 43 Prozent derjenigen, die ein zweites Mal an die Wahlurne gegangen sind. Weil Marcus Püster, wie er sagt, bürgernah ist und Menschen verbindet, könnte ihm das gut gelingen. Es ist ihm und den Menschen in der Gemeinde zu wünschen, denn das Ergebnis zeigt bei aller Freude für den Gewinner auch, dass die Schlänger bei der Frage nach „ihrem“ Bürgermeister gespalten waren.

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