Nur noch sechs Sommertage und trotzdem viel zu trocken
September war lippisch sparsam

Schlangen (WB). Der Sommer feierte im September seinen Abschied – gerade einmal noch sechs Sommertage mit mehr als 25 Grad hatte das Wetter den Lippern zu bieten. Lippisch sparsam war auch die Zuteilung des Regens – ein paar kleine Schauer und zwischendurch mal Regengebiete, die allerdings nicht den intensiven Landregen brachten, sondern eher vereinzelt tröpfelten. Sieben Tage mit Regen und fünf Tage mit Schauern – das ist nicht viel. Und so setzte sich die Dürre im September fort.

Mittwoch, 14.10.2020, 05:52 Uhr aktualisiert: 14.10.2020, 06:01 Uhr
Wenn die Sonne solche Strahlen über den Himmel wandern lässt, dann sind meist kleine Partikel dafür verantwortlich – wie Rauchteilchen der Brände in Kalifornien. Foto: Robin Jähne
Wenn die Sonne solche Strahlen über den Himmel wandern lässt, dann sind meist kleine Partikel dafür verantwortlich – wie Rauchteilchen der Brände in Kalifornien. Foto: Robin Jähne

Auch wenn es nach so einem Regendurchzug so aussieht, als sei alles schön nass geworden – der Schein trügt. Die Maulwürfe beispielsweise, die ganz langsam aktiver wurden, förderten knochentrockene Erde zu Tage. Auch wenn die ersten drei Zentimeter feucht sind, darunter herrscht Wassermangel. Einige Bäume quittieren das bereits mit dem Umfärben der Blätter auf den Herbstmodus.

Erster Bodenfrost

Sonst verlief der September eher durchschnittlich, allerdings gab es zwei Besonderheiten: Zum einen gab es zu Beginn der zweiten Monatshälfte in Extremlagen bereits Bodenfrost. Schuld waren die klaren Nächte. Der Boden, der tagsüber wie ein Kachelofen Wärme aufgenommen hatte, konnte sie schnell wieder abstrahlen. Die Wärmestrahlung geht in klarer Luft gleich in den Weltraum. Wären Wolken vorhanden, würde sie wie eine isolierende Decke wirken. Deswegen ist es nun ratsam, nach klaren Nächten morgens vorsichtig zu fahren. Vor allem in Mulden, in denen sich auch noch kalte Luft unten sammelt, kann die Straße dann plötzlich glatt sein.

Wetterphänomen

Ein zweites Phänomen waren Auswirkungen der Brände in Kalifornien. Ihre Spuren waren gleich mehrfach zu erkennen: Ein Schleier am Himmel – und wenn Wolken da waren, bildeten sich die Sonnenstrahlen besonders eindrucksvoll ab. Besonders bei tief stehender Sonne. Die weißen Schleierwolken waren besonders schön zu sehen. Sie bestehen aus Eiskristallen. Damit sie entstehen, müssen zwei Bedingungen erfüllt werden: Zum einen muss genug Feuchtigkeit in die Höhe transportiert werden – das machen Tiefdrucksysteme und Gewitterwolken. Zum anderen müssen so genannte Kondensationskeime vorhanden sein. Kleine Teilchen, an denen die Eiskristalle wachsen können. So wie Eisblumen m Winter am Fenster.

Normalerweise sind es aufgewirbelte Staubteilchen oder Salzteilchen aus den Meeren. Flugzeuge produzieren Rußpartikel – sie sind verantwortlich für die Kondensstreifen. Die entstehen ja nur, wenn auch genug Feuchtigkeit vorhanden ist, dann sind sie lange am Himmel zu sehen. Diesmal kamen noch Rauchpartikel der Brände hinzu, die eine Wolkenentstehung begünstigten. So konnten auch im Lipperland die Auswirkungen der Katastrophe beobachtet werden.

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