Rapper aus der Gemeinde landen mit „33189“ einen kleinen Hit bei Youtube
Musikalische Huldigung an Schlangen

Schlangen (WB). „Schlangen ist die Hauptstadt von Deutschland“: Mit dieser und vielen weiteren parodistischen Zeilen beschreiben die Rapper Marci, Sinna und K.Dan ihr Heimatdorf Schlangen in ihrem Lied „33189“. Mehr als 10.000 Aufrufe zählt der Song auf Youtube seit der Veröffentlichung Ende September und hat sich damit schnell und erfolgreich unter aktuellen und ehemaligen Einwohnern verbreitet . Die Schlänger Zeitung sprach mit den Rappern über die Personen hinter den Künstlernamen, Hintergründe und die Entstehungsgeschichte.

Donnerstag, 15.10.2020, 13:22 Uhr aktualisiert: 15.10.2020, 14:44 Uhr
Kameramann Marc Fröhlich und die Hobbymusiker Daniel Arngold, Marcel Pohl und Edwin Bill (von links) fanden bei den Bürgern der Gemeinde Schlangen mit ihrem Song „33189“ großen Anklang. Das Foto zeigt sie im Tonstudio. ­Foto: Phil Hänsgen
Kameramann Marc Fröhlich und die Hobbymusiker Daniel Arngold, Marcel Pohl und Edwin Bill (von links) fanden bei den Bürgern der Gemeinde Schlangen mit ihrem Song „33189“ großen Anklang. Das Foto zeigt sie im Tonstudio. ­ Foto: Phil Hänsgen

Marcel Pohl (Marci, 25), Edwin Bill (Sinna, 28), und Daniel Arngold (K.Dan, 31), stecken hinter den Künstlernamen im Videotitel. Sie kennen sich schon lange und machen seit mehreren Jahren Musik. Die Idee zum Song über die Gemeinde Schlangen kam Pohl vor gut einem Jahr: „Ich habe einige Beats gekauft und beim Anhören verschiedene Zahlen aufgesagt. Irgendwann kam ich bei der Postleitzahl von Schlangen an, die schließlich perfekt auf den Beat gepasst hat. So hab ich die anderen kontaktiert und der Text über die Gemeinde hat sich nach und nach ergeben.“

Geplant war eigentlich eine frühere Veröffentlichung, doch durch Zwischenfälle und einen Trauerfall, der in weiteren Liedern zunächst verarbeitet werden musste, wurde das Projekt immer weiter vertagt. Inhaltlich wurden Dinge und Orte thematisiert, die man mit Schlangen verbindet und wo man sich häufig aufhält.

Das sind die drei Rapper

Marcel Pohl (25) wohnt in Oesterholz und ist Student und Erzieher in einem Kinderheim. Er ist zusammen mit Edwin Bill (28) aufgewachsen, der von Beruf Videograf und vor einem halben Jahr von seinem Heimatdorf Oesterholz nach Bad Lippspringe gezogen ist. Sein Cousin ist Familienvater Daniel Arngold (31), der vor vier Jahren von Paderborn nach Schlangen zog. Beruflich ist er als Projektleiter bei einem Automobilzulieferer tätig. Nebenbei produziert er Songs.

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So werden im Song beispielsweise der Nahkauf, die Sparkasse und die Volksbank erwähnt: „Das Projekt war eine Hand-in-Hand-Arbeit“, erzählt Daniel Arngold. „Der eine hat eine Idee und der andere bringt was dazu, weshalb wir auch viel Freude bei der Entstehung hatten.“ Laut den Dreien sollen vor allem auch Vorurteile von Städtern gegenüber Dörflern aufgegriffen und ins Lächerliche gezogen werden.

Dorfleben soll positiv dargestellt werden

Die dörfliche Gemeinschaft wird widergespiegelt und parodisch überzogen und witzig dargestellt, wie Edwin Bill erklärt: „Wir haben zum einen unsere eigenen Interessen in das Lied einfließen lassen mit Anspielungen wie auf Nowosad, wo wir unsere Brötchen holen oder auch mein Basketballteam, in dem ich spiele. Auf der anderen Seite geht es darum, das Dorfleben ins Positive zu rücken, mit Vorurteilen aufzuräumen und Stolz und Dankbarkeit dafür zu zeigen.“ So wird mit Textpassagen wie „Es ist himmlisch hier, Städterwolken sind zerkratzt“ und „Sie fahren CLS, ich reite mit Pony durch die Stadt“ das Stadtleben parodistisch mit dem Dorfleben gegenübergestellt.

Als der Text schließlich fertiggestellt war, wurde dieser im Januar aufgenommen und im Mai fertiggemischt. Der fünfstündige Videodreh am 6. September wurde von Kameramann Marc Fröhlich (19) übernommen, der auch die Drehorte ausgesucht hat: „Das war nicht schwer, da wir einfach an den Plätzen gedreht haben, die auch im Text erwähnt worden sind. Wir hatten viel Spaß und Glück mit dem Wetter. Praktischerweise ist währenddessen auch eine Kutsche vorbeigekommen, die wir für eine Szene benutzen durften.“

Der Track wurde dann am 25. September auf dem Youtubekanal „FOCUS ARTS“ veröffentlicht und verbreitete sich rasant in der Gemeinde und Umgebung. Mittlerweile zählt er fast 10.000 Aufrufe und unter dem Video sind Kommentare von ehemaligen und aktuellen Schlängern zu finden. Auch die Bürgermeisterkandidaten teilten das Lied auf Social Media im Vorfeld der Stichwahl.

Weitere Songs in Planung

„Wir sind mit dem Feedback sehr zufrieden und werden teilweise im Bus von Jüngeren und im Supermarkt von Älteren darauf angesprochen“, erzählen die Drei. „Wir haben im Video extra übertrieben, damit es als Spaß rüberkommt und die Leute haben es auch genauso aufgefasst.“ Die Rapper können sich sogar vorstellen, den Song irgendwann einmal live aufzuführen. In der Zukunft sollen weitere Lieder auf den Kanal kommen, aber auch andere Künstler unterstützt werden: „Wir haben im April 2020 einen Verein namens Focus Faith gegründet, der christliche Werte vermitteln und jungen Künstlern helfen soll“, so Edwin Bill. „Wir wollen jetzt Energie in den Verein stecken, der noch am Anfang steht und andere unterstützen.“ Wer die Einzelkünstler Marci und Sinna verfolgen möchte, kann dies auf Spotify und anderen Streaming Plattformen tun.

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