Schlangen 4.0: Schließung des Truppenübungsplatzes und der Manöverbetrieb sorgen für Unmut
„Sennevereinbarung einhalten“

Schlangen/Bad Lippspringe (WB/wip) -

Die erneute wochenlange Schließung des Truppenübungsplatzes Senne sowie die zunehmende Lärmbelästigung aufgrund von Manövern sorgen laut der Bürgerinitiative Schlangen 4.0 für Unmut und Ärger in der Bevölkerung. Die Initiative fordert zum wiederholten Mal vom Britischen Militär, die Sennevereinbarung einzuhalten und umgehend die Lärmbelastung zu reduzieren.

Samstag, 14.11.2020, 08:44 Uhr aktualisiert: 14.11.2020, 08:46 Uhr
In Bad Lippspringe weist dieses Schild auf die Straßensperrung am Truppenübungsplatz hin.
In Bad Lippspringe weist dieses Schild auf die Straßensperrung am Truppenübungsplatz hin. Foto: Jörn Hannemann

Nach Angaben von Schlangen 4.0 garantiere die Sennevereinbarung unter anderem der Bevölkerung das Betretungsrecht zur Senne und verlässliche Öffnungszeiten. Die Schlänger Initiative erwarte von den neu gewählten Bürgermeistern in den Senne-Anrainerkommunen die Einhaltung der gegenseitig getroffenen Vereinbarung einzufordern, teilte die Initiative mit. Von den neu konstituierten Stadt- und Gemeinderäten fordert Schlangen 4.0 demzufolge umgehend im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu agieren und entsprechend Druck auf die Briten auszuüben.

Denn an gerade mal einem Tag seien die Durchgangsstraßen in der Senne im November geöffnet. „Die Zeiten für die Folgemonate werden nicht kommuniziert“, bemängelt Schlangen 4.0. Pendler und Gewerbetreibende stünden ebenso wie Erholungssuchende und Freizeitsportler vor verschlossenen Schranken.

Von der Einhaltung der Sennevereinbarung, die geöffnete Durchgangsstraßen morgens und abends an Werktagen sowie an Wochenenden und Feiertagen vorsehe, sei man zurzeit meilenweit entfernt. Und es käme für die Menschen momentan noch schlimmer. In den vergangenen Tagen hätten die Ausmaße der Lärmbelästigungen durch Maschinengewehrschüsse und den Einsatz von Geschützen und Kettenfahrzeugen ein für die Bevölkerung nicht zu akzeptierendes Ausmaß erreicht.

In dem dicht besiedelten Raum rund um die Senne, im Herzen der Gesundheitsregion OWL, sei der Truppenübungsplatz mit den Beeinträchtigungen durch Straßensperrungen, Schieß- und Fluglärm inzwischen ein Entwicklungshemmer für die gesamte Region geworden. Schlangen 4.0 erwarte deshalb nicht nur von der Kommunalpolitik, sondern auch von der Landes-, und Bundespolitik umgehend Maßnahmen, die der Regionalentwicklung nicht entgegenstünden.

Ärger um den Truppenübungsplatz Senne hatte es, wie berichtet, bereits im Frühjahr dieses Jahres gegeben. Nach Angaben der britischen Armee hatten zahlreiche Menschen das militärische Sperrgebiet betreten – vermutlich um in Zeiten des ersten Lockdowns das schöne Wetter und die frische Luft zu genießen. Daher zog das britische Militär Konsequenzen und sperrte die Durchfahrtstraßen wieder, die geöffnet worden seien, um den Anrainerkommunen und Pendlern entgegenzukommen. Zudem wurden verstärkte Kon­trollen sowie Strafanzeigen bei Verstößen angekündigt.

Die Schilder mit der Aufforderung, das militärische Übungsgelände in der Senne nicht zu betreten, stünden nicht ohne Grund dort, betonte damals Mike Whitehurst, Sprecher der britischen Streitkräfte. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Munition nach Manövern liegen geblieben und so die Sicherheit auf dem Übungsgelände nicht gewährleistet sei.

Darüber hinaus lebten in der Senne schützenswerte Tiere und Pflanzen. Der Übungsplatz sei ein wertvolles Habitat, das es zu schützen gelte, betont das britische Militär.

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