Stephan Prinz zur Lippe will sechs von 13 Anlagen auf Schlänger Gemeindegebiet bauen lassen
Fürstenhaus setzt auf Windkraft

Schlangen -

Das lippische Fürstenhaus plant die Errichtung eines Windparks. Insgesamt sollen 13 Windenergieanlagen aufgestellt und betrieben werden.

Dienstag, 17.11.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 07:05 Uhr
Das lippische Fürstenhaus plant den Bau eines Windparks. Sechs der 13 Windenergieanlagen entstehen auf Schlänger Gebiet an der Gauseköte.
Das lippische Fürstenhaus plant den Bau eines Windparks. Sechs der 13 Windenergieanlagen entstehen auf Schlänger Gebiet an der Gauseköte. Foto: Uwe Hellberg

 Sechs Anlagen sind auf Schlänger Gemeindegebiet vorgesehen, vier auf Detmolder und drei auf Horn-Bad Meinberger Fläche. Das hat Stephan Prinz zur Lippe am Dienstag auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt.

Seit dem Tod seines Vaters Armin im Jahr 2015 ist Stephan Prinz zur Lippe Oberhaupt des Hauses Lippe. Der 61-Jährige ist Rechtsanwalt, Steuerberater, engagiert sich seit 2000 in der Politik und vertritt die FDP im lippischen Kreistag.

Das Fürstenhaus gehört zu den großen Waldbesitzern in der Region. „Aus alter Zeit heraus bin ich verpflichtet, aus der Waldbewirtschaftung das Detmolder Schloss zu unterhalten“, erläutert Stephan Prinz zur Lippe. Doch die Wälder befänden sich auch wegen des Schadens, den der Borkenkäfers angerichtet habe, in einem desaströsen Zustand. Rechts und links von der Gauseköte zum Beispiel sei der Wald abgestorben. „Da dies also heutzutage Ertrag bringend nicht mehr möglich ist, habe ich nach einer Alternative gesucht und bin auf die Windkraft gekommen“, so der 61-Jährige.

Und hier sieht er gute Gründe, sich zu engagieren: „Bei einer Abstandsregelung von 1000 Metern zur Wohnbebauung stören Windräder niemanden so recht. Es muss auch kein Baum dafür gefällt werden. Und schließlich: Diese Gegend ist sehr windhöfig. Das heißt, dass die Windenergieanlagen sehr effektiv sind.“

Außerdem habe ihn die Problematik um den Klimawandel motiviert, erklärt Stephan Prinz zur Lippe. „Wir müssen uns schon die Frage stellen: Wie sieht die Welt in 50 Jahren aus, wenn wir uns nicht persönlich umstellen? Ich finde, mit der Borkenkäferplage ist uns dies plötzlich ganz nah ins Blickfeld gerückt.“

So sieht Stephan Prinz zur Lippe bei dem Einstieg in die Windenergienutzung gleich zwei Vorteile: „Zum einen erlaubt es mir, die finanzielle Basis für das Schloss zu sichern und zum anderen etwas für das Klima zu tun.“ Die entsprechenden Anträge für den Windpark möchte das Fürstenhaus noch in diesem Jahr stellen. Genehmigungsbehörde ist der Kreis Lippe. Das Plangebiet für den Windpark beläuft sich auf 400 Hektar. Prinz Stephan zur Lippe: „Der Windpark wird in der Lage sein, 55.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.“

Die Pläne für den Windpark des lippischen Fürstenhauses sind auch im Schlänger Rathaus angekommen. Bürgermeister Marcus Püster bestätigte dies auf Anfrage. Städte und Kommunen müssen für Planungen auf ihrem Gebiet das so genannte „Einvernehmen“ erteilen. Natürlich wird in den Rathäusern besonders auf die Abstandsregel zur Wohnbebauung geschaut. Diese sei in den Planungen des Windparks berücksichtigt, versichert Stephan Prinz zur Lippe. Er betont: „Wir werden ganz offen das Gespräch mit allen Beteiligten suchen.“

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