Von Aerobic bis Männerturnen: Aktive des VfL Schlangen nutzen im Lockdown kreative Trainingsideen
Fit bleiben in „Skype-Turnhalle“

Schlangen -

Hallensport zu Coronazeiten? Das ist kein leichtes Spiel zurzeit für alle Sportvereine Deutschlands. Doch Lockdown hin oder her, Schlangens größte Sportgemeinschaft, der VfL, lebt – auch wenn die Aktiven seit November nicht mehr in die Sporthallen durften.

Samstag, 24.04.2021, 00:59 Uhr aktualisiert: 24.04.2021, 07:38 Uhr
Mit Kräftigung- und Dehnübungen hält sich die Aerobicgruppe des VfL Schlangen online fit. Seit November durften die Aktiven wegen der Corona-Pandemie nicht mehr in den Sporthallen trainieren
Mit Kräftigung- und Dehnübungen hält sich die Aerobicgruppe des VfL Schlangen online fit. Seit November durften die Aktiven wegen der Corona-Pandemie nicht mehr in den Sporthallen trainieren Foto: Nicole Wilm

„Bei der Vielzahl an Gruppen und Mannschaften, stattlichen 70, war allen Verantwortlichen schnell klar, von oben herab konnte man generelles Onlinetraining nicht vorschreiben“, sagt Geschäftsführer Winfried Lange. Zu breit ist das Angebot des VfL mit seinen fünf Abteilungen und zu groß die Altersspanne der Aktiven.

Da Übungsleiter ihre Gruppen am besten kennen, gab die Vereinsführung ihnen im Rahmen des gesetzlich Erlaubten freie Hand bei der Gestaltung möglicher Einheiten.

So drehten die Basketballer um Sinan Erbas mehr als 100 kleine Videos, die sie zu Trainingseinheiten zusammenfassten. Koordination und Ballhandling bilden seither den Schwerpunkt. Daneben steht unter anderem bei den Landesliga-Damen zweimal wöchentliches Zoom-Training auf dem Programm.

Die Basketballer um Sinan Erbas drehten mehr als 100 Videos, die sie zu Trainingseinheiten zusammenfassten.

Die Basketballer um Sinan Erbas drehten mehr als 100 Videos, die sie zu Trainingseinheiten zusammenfassten. Foto: Sinan Erbas

Ähnlich aktiv ist die Handball-Abteilung des VfL. Ein informatives Übungsheft, in dem die Schlänger Trainer Aufgaben vormachen und beschreiben, wurde in großer Stückzahl im Ort verteilt. Auch „Teams“ ist fester Bestandteil mancher Trainingsgruppe. So hält Christopher Lasarzig einmal wöchentlich seine männliche C-Jugend in Form: „Wir nutzen das gemeinsame Onlinetraining zur Rumpfstärkung und zur allgemeinen Fitness.“

Während die Abteilungen Fußball und Tischtennis kürzer treten mussten und vor allem den indirekten sozialen Kontakt aufrecht hielten, legten viele Turnergruppen digital mächtig los.

Bei deren Zoom- oder Skype-Einheiten finden häufig Alltagsgegenstände wie Stühle, Wasserflaschen als Gewichte, Handtücher und Toilettenpapierrollen Verwendung. Spaß am Training, so das Motto, darf nie zu kurz kommen. „Wenn etwa Männerturnübungsleiter Rüdiger Fleege in die wöchentliche ‚Skype-Turnhalle‘ einlädt, sind nicht selten Ehefrauen oder sogar ganze Familien der immer 15 bis 20 anwesenden Männer mit am Start“, schwärmt VfL-Geschäftsführer Winfried Lange von diesen Abenden, an denen er selbst fleißig teilnimmt.

Und sobald Nicole Wilm ihre Aerobicgruppe richtig durchgewärmt hat, geht es mit Kräftigungs- und Dehnübungen gegen die „Corona-Home-Office-Steifheit“, weshalb sich anschließend alle auf den Entspannungsteil freuen.

Selbst kleine Wettkämpfe finden untereinander statt. „Team-Fit“, eine Sport-App, haben die TGM-Mädchen für sich entdeckt. Wenn durch Laufeinheiten, Inlineskaten, Klimmzüge, Yoga-Workouts und ähnliches Punkte erzielt werden können, sind beim gemeinsamen Onlinetreff am Ende der Woche wirklich alle Teilnehmerinnen neugierig, welche Gruppe schließlich gewonnen hat.

Und dennoch leiden besonders die Teamsportler unter dem immer noch andauernden Hallenverbot. Bälle werfen, schlagen oder schießen, Körbe, Punkte und Tore erzielen, fallen komplett weg und damit wichtige Elemente des eigenen Sports. Die Meisterschaften im Handball, Basketball und Tischtennis wurden kürzlich von den Verbänden komplett abgesagt.

Lange Nachtrauern ist aber keine ausgeprägte Sportlereinstellung.

Winfried Lange

„Lange Nachtrauern ist aber keine ausgeprägte Sportlereinstellung“, stellt VfL-Geschäftsführer Lange fest. Und so blicken sie beim größten Schlänger Sportverein auch nach vorne, fiebern sinkenden Fallzahlen und schrittweisen Lockerungen entgegen und bereiten sich natürlich im Vorstand gewissenhaft auf den Startschuss vor – „vereint mit allen Vereinen Deutschlands, dem so wichtigen sozialen Kitt der Gesellschaft“, so Winfried Lange.

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