Michael Roy (57) soll bei Bürgermeisterwahl 2015 antreten – Gesundheitsökonom ist in Essen zu Hause
SPD stellt Wunschkandidaten vor

Bad Oeynhausen (WB). Wenn es nach dem Willen einer eigens zu diesem Zweck eingerichteten Auswahlkommission geht, schickt die SPD Bad Oeynhausen bei der Bürgermeisterwahl 2015 Michael Roy (57) ins Rennen. Am Dienstag hat die Parteispitze den Gesundheitsökonomen aus Essen als ihren Wunschkandidaten vorgestellt.

Dienstag, 08.07.2014, 19:38 Uhr aktualisiert: 10.07.2014, 19:44 Uhr
Michael Roy (57) soll bei Bürgermeisterwahl 2015 antreten – Gesundheitsökonom ist in Essen zu Hause : SPD stellt Wunschkandidaten vor
Die Auswahlkommission hat entschieden: Michael Roy (2. von rechts) soll bei der Bürgermeisterwahl 2015 als Kandidat der SPD antreten. Vom seinem Erfolg sind Gisela Kaase (von links), Karl Hermann Hottel und Olaf Winkelmann überzeugt. Foto: Malte Samtenschnieder

Über die Resonanz auf die erstmalig in dieser Form durchgeführte öffentliche Ausschreibung für die Bürgermeisterkandidatur äußerte sich SPD-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Olaf Winkelmann positiv: »Es hat zwölf Bewerbungen gegeben, sechs Kandidaten haben wir eingeladen und fünf davon haben sich vorgestellt.« Letztlich sei es Michael Roy gelungen, die fünfköpfige Auswahlkommission von sich zu überzeugen. Die erste Resonanz aus dem Stadtverbandsvorstand und der Ratsfraktion sei ebenfalls positiv. Olaf Winkelmann: »Vor einigen Tagen hat es ein erstes Kennenlernen im Rehmer Bürgerhaus gegeben.«

Dieser ersten Begegnung sollen weitere folgen. »Nach den Sommerferien wird Michael Roy damit beginnen, sich in den einzelnen SPD-Ortsvereinen vorzustellen«, sagte der Stadtverbandsvorsitzende. Für Anfang 2015 sei dann die offizielle Aufstellungskonferenz geplant. Vom Votum der 55 Delegierten hänge es ab, ob Michael Roy wirklich als Bürgermeisterkandidat der SPD antreten könne.

Während seines Berufslebens hat Michael Roy bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt. Nach dem Studium mit den Schwerpunkten Sozialwissenschaften und Sport in Köln arbeitete er zunächst fünf Jahre als Bundesjugendsekretär der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in Essen. Es folgten Tätigkeiten als Geschäftsführer für weitere gemeinnützige Einrichtungen und Verbände – so etwa für das Deutsche Rote Kreuz in Köln (1994 bis 1999), die Arbeiterwohlfahrt in Braunschweig (1999 bis 2001) und das Deutsche Rote Kreuz in Essen (2001 bis 2011). Von 2010 bis 2012 absolvierte Michael Roy zudem ein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Gesundheitsökonomie an der Ruhruniversität in Bochum. Seit 2012 ist er vornehmlich als Berater tätig.

Dass er erst 1986 – kurz vor seinem 30. Geburtstag – in die SPD eingetreten sei, sei Zufall. »Ich war schon immer ein politischer Mensch«, betont der 57-Jährige. Von 2006 bis 2012 sei er Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Essen-Rüttenscheid gewesen. Von 2009 bis Anfang 2012 habe er dort zudem das Amt des Bezirksbürgermeisters ausgefüllt.

»Von der Ausschreibung der Bürgermeisterkandidatur in Bad Oeynhausen habe ich im SPD-Mitgliederorgan gelesen«, sagte Michael Roy. Das geforderte Profil habe ihn sofort angesprochen. Dass aus seiner Kurzbewerbung auch die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch resultiert sei, habe ihn sehr gefreut. Zweifel an einem positiven Votum der Delegiertenkonferenz hat der 57-Jährige nicht. »Ich werde voraussichtlich Ende des Jahres nach Bad Oeynhausen umziehen.« Während des Wahlkampfes aus dem eineinhalb Autostunden entfernten Essen in die Kurstadt zu pendeln, halte er für nicht praktikabel. So könne er die Bürger nicht kennenlernen.

Seinen ersten Eindruck von Bad Oeynhausen beschrieb Michael Roy als positiv. Bei einem Spaziergang hat er Teile des Kurparks und der Innenstadt angeschaut. Die Architektur habe ihn begeistert. Auch mit den größten städtebaulichen Herausforderungen – Stichwort: Mindener Straße – und der angespannten Haushaltslage der Stadt ist er grob vertraut. Als eine wichtige Aufgabe des nächsten Bürgermeisters sieht Michael Roy eine Verbesserung der Kommunikation: »Wenn Dinge nicht realisierbar sind, muss ich auch erklären, warum.« Über diese »Kraft der Überzeugung mit Worten« verfüge er nach eigener Aussage in besonderem Maße.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2597474?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Vergewaltigungsvorwürfe: Beschuldigter Arzt nimmt sich das Leben
Der Mann saß in der Untersuchungshaft in der JVA Bielefeld-Brackwede. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker