Besitzer Carla und Werner Röcker warten nur auf Verabschiedung eines Gesetzes – neues Altenheim entsteht
Hotel Zur Post soll abgerissen werden

Bad Oeynhausen (WB). Das alte Hotel Zur Post ist vielen ein Dorn im Auge. Auch Besitzerin Carla Röcker gefällt es nicht, dass das Haus als Schandfleck in der Innenstadt bezeichnet wird. Doch die Ära »Alte Post« wird bald zu Ende sein. Schon im Herbst könnten die Abrissbagger anrücken – die entsprechende Genehmigung liegt bereits vor.

Dienstag, 12.08.2014, 11:08 Uhr aktualisiert: 12.08.2014, 11:27 Uhr
Besitzer Carla und Werner Röcker warten nur auf Verabschiedung eines Gesetzes – neues Altenheim entsteht : Hotel Zur Post soll abgerissen werden
Wenn die Politik sich im September auf eine Novellierung des Wohn- und Teilhabegesetzes einigt, könnte das Hotel Zur Post schon im Oktober abgerissen werden. Foto: Jaqueline Patzer

Pläne für das Gelände des leerstehenden Hotels an der Bahnhofstraße hat Carla Röcker, die mit ihrem Mann Walter die Alten- und Pflegeheime Pust mit zwei Häusern in der Kurstadt und einem in Minden betreibt, längst in der Schublade. Die Geschäftsführer warten nur auf die Verabschiedung der Novellierung des Wohn- und Teilhabegesetzes NRW. Dies schreibt vor, wie viele Quadratmeter pro Bewohner eingeplant werden müssen. Und diese Angabe ist eine der relevantesten für die Planungen. Denn ab 2018, bis dahin gilt Bestandsschutz, müssen sie 80 Prozent Einzelzimmer aufweisen, derzeit sind es nur 30 Prozent. In ihren bisherigen Häusern ist dies nicht umsetzbar.

Planen die Altenheimbetreiber nun für den Neubau beispielsweise 50 Quadratmeter pro Person ein – das bedeutet übrigens nicht, dass die Zimmer so groß sind, es werden Gemeinschaftsräume anteilig hinzugerechnet – und das Gesetz verlange 60 Quadratmeter pro Person, wären ihre Planungen hinfällig. »Das ist mir zu riskant. Dann müssen wir wieder von vorne anfangen«, sagt Carla Röcker, die im Januar dieses Jahres auch ein Nachbargrundstück des alten Hotels gekauft hat. Dieses wird in die Pläne einbezogen. Denn nach ersten Konzepten allein für das Hotel Zur Post mussten Röckers feststellen, dass der Platz für ihr Vorhaben einfach nicht ausreicht.

Mit dem Nachbargrundstück stehen Röckers nun etwa 1200 Quadratmeter zur Verfügung, auf denen ein dreigeschossiger Ersatzbau samt Dachgeschoss für die bisherigen Heime entstehen soll. »Ich bin mit alten Menschen aufgewachsen. Ihnen soll es gut gehen bei uns«, sagt Carla Röcker. Schon ihre Eltern, die 1977 das Altenheim Pust damals an der Kärntener Straße 8 eröffneten, hätten stets viel Wert auf die familiäre Atmosphäre gelegt. Das liege auch ihr sehr am Herzen. Daher ist sie sich sicher: »Einen Betonklotz werden wir nicht bauen. Es wird sich optisch ins Stadtbild einfügen. Und es wird kein Haus mit 100 Betten entstehen«, betont die Geschäftsführerin. Sonst gehe der Charakter des Hauses verloren. Sie plane maximal mit 60 Betten. Denn die Zeit für die Betreuung der Bewohner sei eh schon gering – »Minutenplanung ist Realität«. Die Bürokratie verschlinge bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit des Pflegepersonals. »Das wollen wir mit Hilfe des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe versuchen, umzustellen«, kündigt Carla Röcker Protest an.

Jetzt warten Röckers nur noch auf das Ende der Sommerpause im Landtag. »Ich hoffe, dass die Politiker sich bald einigen. Wir sind bereit«, sagt Carla Röcker. Auch die Finanzierung sei bereits gesichert. Wenn der Landtag im September zu einer Einigung kommt, könnte im Oktober der Abriss beginnen, so die Planung der Geschäftsführerin, die das neue Heim in die Hände ihrer Kinder übergeben würde. Ihr Sohn Fabian (29) ist examinierter Altenpfleger mit der Zusatzausbildung zur Pflegeleitung und ihre Tochter Maren (26) studiert Betriebswirtschaft im Masterstudiengang.

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