Michael Roy äußert sich zu Klaus Mueller-Zahlmanns Sinneswandel im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl 2015
Keine Kandidatur um jeden Preis

Bad Oeynhausen (WB). »Gegen einen Genossen, der im Amt ist, werde ich nicht antreten. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung.« Mit klaren Worten reagiert Michael Roy, Wunschkandidat der SPD-Auswahlkommission für die Bürgermeisterwahl 2015, auf Aussagen von Amtsinhaber Klaus Mueller-Zahlmann, darüber nachzudenken, im nächsten Jahr für eine dritte Amtszeit zu kandidieren.

Dienstag, 16.09.2014, 11:39 Uhr aktualisiert: 16.09.2014, 11:49 Uhr
Michael Roy äußert sich zu Klaus Mueller-Zahlmanns Sinneswandel im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl 2015 : Keine Kandidatur um jeden Preis
Anfang Juli war die Welt noch in Ordnung: Das Foto zeigt Michael Roy (links), den Wunschkandidaten der SPD-Auswahlkommission für die Bürgermeisterwahl 2015, und den SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Dr. Olaf Winkelmann vor dem Rathaus I. Foto: Malte Samtenschnieder

Nicht nur für Michael Roy kam Klaus Mueller-Zahlmanns Sinneswandel, von dem er am Sonntag durch das WESTFALEN-BLATT erfuhr, überraschend: Vor zehn Monaten hatte der amtierende Bürgermeister in einer schriftlichen Erklärung gegenüber der SPD noch definitiv verneint, als Kandidat für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung zu stehen.

Persönliche Konsequenzen will Michael Roy zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht aus Klaus Mueller-Zahlmanns Ankündigung ziehen. »Ich werde dem SPD-Stadtverband erstmal Zeit geben, die Sachlage zu eruieren«, sagte der 58-Jährige gestern dieser Zeitung. In der Haut des Stadtverbandsvorsitzenden Olaf Winkelmann wolle er derzeit nicht stecken. »Und ich habe mir vorgenommen, die Situation nicht durch Aussagen meinerseits weiter zu verkomplizieren.«

Als »Parteisoldat im positiven Sinne« werde er aber nicht gegen einen amtierenden SPD-Bürgermeister kandidieren, der mit dem Rückhalt seiner Partei zur Wiederwahl antreten wolle. Gedankenspielen, dass Klaus Mueller-Zahlmann stattdessen bei der Bürgermeisterwahl 2015 möglicherweise als parteiloser Kandidat antritt, kann Michael Roy wenig abgewinnen. »Wenn ich mit Hilfe einer Partei ins Amt gewählt worden bin, sollte ich nicht irgendwann verleugnen, wo ich herkomme«, meinte der Essener. Zudem wisse er aus vergleichbaren Situationen, dass sie nur in den wenigsten Fällen für den parteilosen Kandidaten erfolgreich ausgegangen seien. Wie er sich selbst verhalten würde, wenn ihn Klaus Mueller-Zahlmann mit einem derartigen Szenario konfrontieren sollte, lässt Michael Roy derzeit noch offen.

Damit, dass sich der Amtsinhaber doch noch zu einer weiteren Amtszeit entschließen könnte, habe er nicht gerechnet, als er sich selbst zur Kandidatur bereit erklärt habe, sagte Michael Roy. Die Auswirkungen für die SPD seien erheblich. »Die Bad Oeynhausener Genossen sollten den politischen Gegner in anderen Lagern und nicht in den eigenen Reihen suchen«, betonte der 58-Jährige. Damit spielte er auch auf Diskussionen über seine eigene berufliche Vergangenheit, insbesondere im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Essen, an (das WESTFALEN-BLATT berichtete mehrfach).

In den mehr als zwei Monaten seit seiner Vorstellung als Wunschkandidat der SPD-Auswahlkommission für die Bürgermeisterwahl 2015 habe er die Erfahrung gemacht, dass in Bad Oeynhausen mehr über Personen als über politische Inhalte geredet werde, resümierte Michael Roy. »Die Bürger vor Ort nehmen derartige Dinge viel zu wichtig.« Stattdessen würde der 58-Jährige mit den Bad Oeynhausenern lieber über städtebauliche oder haushaltspolitische Aspekte ins Gespräch kommen. »Und es gäbe sicherlich noch eine halbe Million weitere spannende Fragen.«

Ob er an seiner Bereitschaft zur Kandidatur für die Bürgermeisterwahl 2015 festhält, macht Michael Roy von weiteren Beratungen des SPD-Stadtverbandes abhängig.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2745454?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Vergewaltigungsvorwürfe: Beschuldigter Arzt nimmt sich das Leben
Der Mann saß in der Untersuchungshaft in der JVA Bielefeld-Brackwede. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker