Erste Flüchtlinge sollen voraussichtlich Anfang nächster Woche eintreffen – Informationsveranstaltung am Samstag
Bürgerhaus wird zur Notunterkunft

Bad Oeynhausen (WB). Die Entscheidung ist gefallen: Im Bürgerhaus in Rehme wird kurzfristig eine Notunterkunft für 150 bis 200 Flüchtlinge eingerichtet. Nach dem Abschluss der erforderlichen Vorbereitungen sollen dort voraussichtlich bereits an diesem Dienstag die ersten Menschen untergebracht werden. Über die weiteren Schritte informiert die Stadt an diesem Samstag um 9.30 Uhr bei einer Bürgerveranstaltung im Martin-Luther-Hof.

Freitag, 07.08.2015, 07:53 Uhr aktualisiert: 07.08.2015, 08:00 Uhr
Erste Flüchtlinge sollen voraussichtlich Anfang nächster Woche eintreffen – Informationsveranstaltung am Samstag : Bürgerhaus wird zur Notunterkunft
Bis zum Eintreffen der Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme müssen 75 Stockbetten montiert werden. Im großen und kleinen Saal sollen sie 150 Schlafplätze bieten. Foto: Florian Weyand

Laut Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann hat sich der eigens zu diesem Zweck neugeschaffene »Stab für außergewöhnliche Aufgaben« am Donnerstagmorgen für das Bürgerhaus Rehme als Standort für die Notunterkunft entschieden. Als Alternativen waren zuvor  die Dreifach-Sporthalle im Schulzentrum Nord und die Sporthalle an der Realschule Süd im Gespräch gewesen. Wie berichtet, war der Standortsuche ein verpflichtendes Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung Detmold vorausgegangen.

»Die Situation an den Schulzentren wäre sicherheitstechnisch zu problematisch gewesen«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Andererseits gebe es für das Bürgerhaus Rehme einen erst zum Jahresende auslaufenden Pachtvertrag. Noch andauernde Gespräche mit dem Pächter zielten jedoch darauf ab, einvernehmlich eine Auflösung der Nutzungsvereinbarung zu erzielen. Nach Angaben des Bürgermeisters  geht es dabei einerseits um Ersatz für   Nutzungsausfälle. Andererseits habe die Stadt dem Pächter Hilfe bei der Suche nach einem Ausweichort angeboten.

»Nach dem  Bekanntwerden der Pläne für die Notunterkunft nehmen wir eine große Welle der Hilfsbereitschaft wahr«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Das Telefon von Verwaltungsmitarbeiterin Marina Freese (Telefon 0 57 31/ 14 10 42), die zunächst einmal versuche, alle Hilfsangebote zu sammeln,   klingele seit Donnerstagvormittag ununterbrochen.

Die Betreuung der Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme wird nach Angaben des Bürgermeisters die Johanniter Unfallhilfe übernehmen. Die evangelische Kirchengemeinde Rehme habe auch  Hilfe angeboten. Klaus Mueller-Zahlmann: »Sie will uns Räume des Martin-Luther-Hofes zur Verfügung stellen.« Darüber hinaus gebe es vielfältige Angebote aus der Bevölkerung: »Es haben sich beispielsweise Bürger für Übersetzertätigkeiten oder für die Kinderbetreuung angeboten.«

»Es gibt auch einen großen Bedarf an Sachspenden«, sagte Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Schule. Außer Kleidung und Schuhen für Kinder und Erwachsene werde beispielsweise Spielzeug benötigt. »Auch Koffer werden dringend gebraucht«, sagte Wolfgang Budde. An   Möbeln hingegen bestehe kein Bedarf, da sich  die Menschen, die in der   Notunterkunft untergebracht würden, dort in der Regel  nur wenige Tage aufhielten, bevor sie an andere Orte kämen, wo sie dann bis zur Entscheidung über ihre Asylanträge blieben.

Im großen und kleinen Saal des Bürgerhauses Rehme sollen laut Wolfgang Budde 150 Schlafplätze entstehen. Eine Bereitstellung von weiteren 50 Schlafplätzen sei bei Bedarf jederzeit möglich. Die bestellten Stockbetten, die jeweils zwei Schlafplätze bieten,  würden am Samstag  geliefert. »Das Zusammenbauen übernehmen ehrenamtliche Helfer der Johanniter Unfallhilfe und der Freiwilligen Feuerwehr«, sagte der Fachbereichsleiter.

Um für ausreichend sanitäre Anlagen sorgen zu können, werde auch auf die Toiletten und Duschen im benachbarten Hallenbad Rehme zurückgegriffen. »Wir werden uns etwas überlegen, damit die Nutzungszeiten langfristig nicht mit dem Schul- und Vereinssport kollidieren.« Auch das Krankenhaus Bad Oeynhausen habe seine Unterstützung zugesagt. Bis zu 30 der für neuankommende Flüchtlinge obligatorischen Röntgenuntersuchungen könne die Klinik pro Tag übernehmen. Über weitere ärztliche Hilfe gebe es bislang noch keine Vereinbarung.

Um einen ordnungsgemäßen Betrieb der Notunterkunft zu gewährleisten, wird laut Wolfgang Budde ein Sicherheitsdienst eingesetzt. »Auch der Parkplatz hinter dem Bürgerhaus wird nach dem Einrichten der Notunterkunft nicht mehr öffentlich zugänglich sein«, betonte der Fachbereichsleiter. Dort würden bei Bedarf Zelte und Container aufgebaut, um weitere Lagermöglichkeiten zu schaffen.

Für allgemeine  Fragen zur Notunterkunft ist die Stadt unter Telefon 0 57 31/14 10 00 zu erreichen.

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