Stadtverwaltung verzeichnet 150 Anrufe – Sachspenden und ehrenamtliche Unterstützung für Flüchtlinge
Überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft

Bad Oeynhausen (WB). Die Welle der Hilfsbereitschaft dauert an: Mehr als 150 Anrufe von Bürgern, die mit ehrenamtlichem Engagement oder Sachspenden bei der Betreuung von bis zu 200 Flüchtlingen in der neuen Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme helfen wollen, hat die Stadtverwaltung bis Freitagmittag registriert. Voraussichtlich am Dienstag sollen die ersten Flüchtlinge eintreffen.

Samstag, 08.08.2015, 05:30 Uhr aktualisiert: 08.08.2015, 08:01 Uhr
Stadtverwaltung verzeichnet 150 Anrufe – Sachspenden und ehrenamtliche Unterstützung für Flüchtlinge : Überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft
Die Hausmeister Thomas Sturmheit (links) und Johann Gossen haben Freitag damit begonnen, die Bestuhlung aus dem Bürgerhaus zu räumen.

»Wir haben heute Morgen damit begonnen, alle Stühle und Tische aus den Sälen des Bürgerhauses zu räumen«, sagte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann am Freitag. Am Samstagmittag solle mit dem Aufbau von 75 Stockbetten, die Schlafplätze für 150 Flüchtlinge bieten, begonnen werden. »Dabei werden uns die Johanniter Unfallhilfe und die Feuerwehr unterstützen«, sagte der Bürgermeister. Auch zwei große Container, die am Freitag an der Karl-Mohme-Straße aufgestellt wurden, seien in diesem Zusammenhang zu sehen. »Dort werden wir Tische und Stühle aus dem Bürgerhaus einlagern, weil wir sämtliche Räume des Gebäudes für andere Zwecke benötigen.«

Vor diesem Hintergrund freue er sich über die großzügige Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde Rehme. »Wir können den großen Saal des Martin-Luther-Hofs nutzen, um dort täglich drei Mahlzeiten anzubieten«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Zudem stelle die Kirchengemeinde Freiflächen für die Kinder- und Jugendbetreuung zur Verfügung. Eine Vier-Zimmer-Wohnung in einem Nebengebäude des Martin-Luther-Hofs könne ebenfalls für die Betreuung der Flüchtlinge genutzt werden. »Dort werden wir zum einen medizinische Versorgung anbieten, zum anderen soll es dort Rückzugsräume   für alle Menschen geben, die jenseits der Gemeinschaftsschlafsäle im Bürgerhaus einmal  für sich sein möchten«, betonte der Bürgermeister. Vier Ärzte aus Bad Oeynhausen hätten ihre Hilfe zugesagt.

Wo die ebenfalls benötigte Kleiderkammer entstehen soll, sei derzeit noch unklar. »Wir bitten alle Bürger, die etwas spenden möchten, sich vorher telefonisch mit der Verwaltung unter Telefon 0 57 31/ 14 10 42 in Verbindung zu setzen«, sagte Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Schule. Es sei keine gute Idee, einfach den Kofferraum voll zu laden und dann direkt zum Bürgerhaus zu fahren. Mitarbeiter für die Annahme, das Sortieren und das Weiterverteilen von Kleidung, Spielzeug und anderen dringend benötigten  Gebrauchsgegenständen seien dort nicht ohne Weiteres in ausreichender Zahl verfügbar.

»Wir sind sehr dankbar über die große Hilfsbereitschaft innerhalb der Bevölkerung«, betonte der Bürgermeister. Zwei Drittel der eingegangenen 150 Anrufe bezögen sich auf Sachspendenangebote, bei den restlichen Anrufen handele es sich um Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.  »Wir werden alle Bürger, die sich einbringen möchten und für die anstehenden Aufgaben qualifiziert sind, auch einbeziehen.«

Bevor das Bürgerhaus als Notunterkunft genutzt werden könne, müssten dort noch Rauchmelder installiert werden. »In den ersten Nächten ist auch eine Brandwache geplant«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Später solle der obligatorische Sicherheitsdienst diese Aufgabe  übernehmen. Um die Sicherheit der Menschen in der Notunterkunft und in der Nachbarschaft zu gewährleisten, werde auch die Polizei regelmäßig Streife fahren. »Die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes werden ebenfalls verstärkt Präsenz zeigen«, sagte der Bürgermeister.

Wie sich in  weiteren Gesprächen ergeben habe, werde der Wittekindshof nicht nur für die Verpflegung der Flüchtlinge, sondern auch für das Waschen der Bettwäsche sorgen. »Das Bürgerhaus selbst wird ebenfalls zweimal am Tag von einer Firma gereinigt«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann.

Weitere Informationen zu der Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme gibt es an diesem Samstag um 9.30 Uhr  bei einer Bürgerveranstaltung im Martin-Luther-Hof. Dabei werden unter anderem  Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann und Fachbereichsleiter Wolfgang Budde als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

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