120 Bürger beteiligen sich an Informationsveranstaltung im Martin-Luther-Hof – Verwaltung steht Rede und Antwort
Viele Fragen zur neuen Notunterkunft

Bad Oeynhausen (WB). Dass es viele offene Fragen zur neuen Notunterkunft für Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme gibt, ist am Samstagmorgen bei einer Informationsveranstaltung mit 120 Bürgern im Martin-Luther-Hof deutlich geworden. In einem Fall legte sich Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann bei der Beantwortung vergleichsweise konkret fest: »Ich nehme an, dass wir die Notunterkunft sicher fünf, sechs Monate nutzen werden.«

Montag, 10.08.2015, 07:39 Uhr aktualisiert: 10.08.2015, 07:48 Uhr
120 Bürger beteiligen sich an Informationsveranstaltung im Martin-Luther-Hof – Verwaltung steht Rede und Antwort : Viele Fragen zur neuen Notunterk...
Etwa 120 Bürger haben am Samstag im Martin-Luther-Hof an einer Informationsveranstaltung zur neuen Notunterkunft für Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme teilgenommen. Dabei ging Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann auf viele Fragen ein. Foto: Malte Samtenschnieder

Zu Beginn der Versammlung fasste Klaus Mueller-Zahlmann die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Tage vom verpflichtenden Amtshilfeersuchen der Bezirksregierung Detmold über die Suche nach einem geeigneten  Standort für eine Notunterkunft im Stadtgebiet bis hin zum Anlaufen der Vorbereitungen für die Ankunft der ersten Flüchtlinge voraussichtlich an diesem Dienstag kurz zusammen.

»Schweren Herzens« habe sich die Verwaltung für das Bürgerhaus Rehme als Standort für die Notunterkunft entschieden. »Bei Abwägung aller Vor- und Nachteile halten wir die Eingriffe hier für am geringsten«, sagte der Bürgermeister. Zuvor waren Sporthallen im Schulzentrum Nord beziehungsweise an der Realschule Süd als Alternativen im Gespräch gewesen.

Nicht nur das Bürgerhaus selbst  stehe zur Betreuung der Flüchtlinge zur Verfügung. Der Parkplatz werde als Lagerfläche genutzt. Duschen und Toiletten gebe es im Rehmer Hallenbad. Zudem habe die evangelische Kirchengemeinde Rehme großzügig ihre Hilfe zugesichert. »Drei Mahlzeiten pro Tag werden im großen Saal des Martin-Luther-Hofs serviert«, erläuterte Klaus Mueller-Zahlmann. Er beendete seine Einführung mit einem Appell: »Wir haben es hier mit einer humanitären Aufgabe zu tun, die wir   aber miteinander  bewältigen werden. Ich werbe insbesondere um Verständnis bei den Nachbarn, damit sich  diese besondere  Situation für alle Beteiligten so erträglich   wie möglich gestaltet.«

Zu den Nationalitäten der erwarteten Flüchtlinge konnte der Bürgermeister  keine Angaben machen. Er gehe aber davon aus, dass es verschiedene sein werden. Die Frage, ob sich die Bewohner der Notunterkunft frei in der Stadt bewegen dürfen, bejahte Klaus Mueller-Zahlmann. »Was kann ich denn tun, wenn ich jemanden beobachte, der sich auffällig verhält?«, wollte eine Anwohnerin wissen. Sie könne entweder die Ansprechpartner in der Notunterkunft oder die Polizei informieren, sagte Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Schule.

Ein anderer Anwohner warf die Frage auf, ob die Flüchtlinge während der geplanten Aufenthaltsdauer von nur wenigen Tagen überhaupt ein Interesse daran hätten, sich in Rehme und Umgebung zu bewegen. »Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die meisten Flüchtlinge total erschöpft sein werden, wenn sie bei uns ankommen.  Sie sind in erster Linie  froh, wenn sie einen Schlafplatz haben.«

Wolfgang Budde verwies darauf, dass auch ein Sicherheitsdienst eingesetzt werde. Dieser werde dafür sorgen, dass nur berechtigte Personen Zugang zum Bürgerhaus Rehme und dem benachbarten Martin-Luther-Hof erhalten.

Klaus Mueller-Zahlmann bekräftigte auf Nachfrage, dass das Schulschwimmen im Hallenbad Rehme  ab September – wie auch in der Vergangenheit – fortgesetzt werden solle. Auch bei der Suche nach alternativen Versammlungsräumen für Vereine, die sich im Bürgerhaus getroffen haben, sei die Stadt bei Bedarf behilflich. In diesem Zusammenhang bot auch Pfarrer Ernst Pallmann von der Kirchengemeinde Rehme Hilfe an. Für ihn sei es keine Frage zu helfen. Ernst Pallmann: »Eine Seniorin aus der Gemeinde hat es in einem Telefongespräch sehr schön auf den Punkt gebracht. Sie sagte: Herr Pfarrer, das schickt sich so.«

Für weitere Sach- und Zeitspenden ist die Verwaltung laut Klaus Mueller-Zahlmann jederzeit dankbar: »Die zuständige Mitarbeiterin Marina Freese ist unter Telefon 0 57 31 /14 10 42 erreichbar.« 80 Ehrenamtliche hätten sich bereits in Listen eintragen lassen.

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