Marina Freese koordiniert den Einsatz Ehrenamtlicher in der Notunterkunft für Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme
»Schon 5000 Helferstunden geleistet«

Bad Oeynhausen (WB). »Von nachlassender Hilfsbereitschaft kann bislang keine Rede sein«, sagt Marina Freese. Seit Anfang August im Bürgerhaus Rehme eine Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet worden ist, koordiniert die Mitarbeiterin der Stadt den Einsatz Ehrenamtlicher. Bereits nach wenigen Tagen umfasste ihr Helferpool 100 Namen. Inzwischen sind es 266.

Samstag, 19.09.2015, 08:15 Uhr aktualisiert: 19.09.2015, 08:23 Uhr
Marina Freese koordiniert den Einsatz Ehrenamtlicher in der Notunterkunft für Flüchtlinge im Bürgerhaus Rehme : »Schon 5000 Helferstunden geleistet«
Die Koordination der Freiwilligen, die sich bei der Betreuung der Flüchtlinge in der Notunterkunft in Rehme engagieren, ist nicht immer einfach. Doch Ehrenamtskoordinatorin Marina Freese hat die Sache fest im Griff. Ihr Helferpool umfasst inzwischen 266 Namen. Foto: Malte Samtenschnieder

Die Betreuung der Ehrenamtlichen, die in der Notunterkunft im Einsatz sind, verlangt Marina Freese einiges ab. An »normalen«  Tagen kommt die 31-Jährige derzeit dreimal ins Bürgerhaus Rehme. »Nämlich immer dann, wenn die eingesetzten Freiwilligen wechseln«, sagt die Ehrenamtskoordinatorin. Die Einsatzgebiete seien vielfältig. »Je vier Helfer benötigen wir für die Essensausgabe«, erläutert Marina Freese. Sie seien von 7.45 bis 9.45 Uhr (Frühstück), von 12.15 bis 14.15 Uhr (Mittagessen) und von 17.15 bis 19.15 Uhr (Abendbrot) im Einsatz.

Zwischen den Mahlzeiten gebe es Beschäftigungsangebote. Sie seien zwischen den Mahlzeiten von 10 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr angesetzt. Marina Freese: »Auch diese Zeiten versuche ich, jeweils mit vier Ehrenamtlichen zu besetzen.« Die Beschäftigungsangebote fielen ganz  unterschiedlich aus. »Das reicht von Gesprächen über Gesellschaftsspiele bis hin zu  gezieltem Deutschunterricht«, betont die Ehrenamtskoordinatorin. Einige der Flüchtlinge hätten erste Deutschkenntnisse. Sie hätten aber Probleme mit der richtigen  Aussprache.

Grundsätzliche Verständigungsprobleme zwischen Ehrenamtlichen und Flüchtlingen habe es bislang nicht gegeben. »Bei Bedarf können wir Dolmetscher anrufen«, sagt Marina Freese. Zudem würden die Flüchtlinge gegenseitig füreinander übersetzen – oft erst ins Englische, dann in die jeweilige Landessprache.

Einige Ehrenamtliche sorgten zudem dafür, dass die Duschzeiten im Rehmer Hallenbad eingehalten werden. Auch bei der Bedienung einer Waschmaschine und eines Trockners seien die Freiwilligen behilflich. Nicht so groß sei derzeit der Bedarf an Ehrenamtlichen für das Sortieren von Sachspenden. Weil das Lager  der Johanniter Unfallhilfe an der Vlothoer Straße nach wie vor gut gefüllt sei, würden dort momentan keine neuen Dinge angenommen.  »Das kann sich aber schnell ändern, wenn einige die Notunterkunft verlassen und dafür andere hinzukommen«, sagt Marina Freese.

Dass die ursprünglich für Flüchtlinge in der Notunterkunft veranschlagte Aufenthaltsdauer von maximal 72 Stunden inzwischen bei allen Bewohnern um ein Vielfaches überschritten sei, wirke sich auch auf die Angebote aus. »Derzeit plane ich den Einsatz der Ehrenamtlichen immer für zwei Wochen im Voraus«, sagt die 31-Jährige. Neuankömmlinge würden sorgfältig eingewiesen. Unter den 266 Freiwilligen in der Helferkartei seien Männer und Frauen aller Altersgruppen zu finden.  

Seit Anfang August hätten die Ehrenamtlichen bei etwa 1300 Einsätzen rund  5000 Helferstunden geleistet. Marina Freese: »Diese große Unterstützung macht mich stolz.« Zu einem reibungslosen Ablauf innerhalb der Notunterkunft trage insbesondere bei, dass der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer und der Mitarbeiter der Johanniter Unfallhilfe sehr gut  aufeinander abgestimmt sei.

Auch bei Marina Freese hat die Arbeit in der Notunterkunft ihre Spuren hinterlassen. »Als am ersten Tag eine Mutter mit ihrem vier Wochen alten Baby auf dem Arm aus dem Bus gestiegen ist, hat mich das sehr berührt«, sagt die Ehrenamtskoordinatorin. Sie habe sich in diesem Moment gefragt, was die Frau in ihrer Heimat erlebt haben müsse, um sich in dieser Situation auf die beschwerliche Reise nach Deutschland zu machen.

Bei der Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen gebe es ebenfalls besondere Momente. »Vor ein paar Tagen hat eine Frau eine Dose Kekse abgegeben. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie einige Tage nicht selbst in der Notunterkunft mithelfen konnte«, berichtet Marina Freese. Außer Einzelpersonen machten sich auch immer mehr Schulklassen und Vereine Gedanken, wie sie Flüchtlingen helfen können. Wer sich einbringen möchte, erreicht  Ehrenamtskoordinatorin Marina Freese unter Telefon 05731/141042.

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