>

Mo., 22.02.2016

Dreitägige Dreharbeiten für Action-Film auf der noch nicht freigegebenen A30-Trasse beginnen Am Ende fliegt die Brücke in die Luft

Für drei Tage verwandeln sich von Montag an Teile der noch nicht freigegebenen Autobahntrasse der A30 in ein Filmset. Während sich die Dreharbeiten zunächst auf den Bereich an der künftigen Anschlussstelle in Eidinghausen konzentrieren, sind am Mittwochmorgen spektakuläre Einstellungen an der Schrägseilbrücke in Löhne geplant.

Für drei Tage verwandeln sich von Montag an Teile der noch nicht freigegebenen Autobahntrasse der A30 in ein Filmset. Während sich die Dreharbeiten zunächst auf den Bereich an der künftigen Anschlussstelle in Eidinghausen konzentrieren, sind am Mittwochmorgen spektakuläre Einstellungen an der Schrägseilbrücke in Löhne geplant. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). An diesem Mittwoch wird es ernst: Gegen 8 Uhr wollen Stuntkoordinator Christoph Domanski und sein Team die Schrägseilbrücke in Löhne in die Luft jagen. Natürlich übersteht das Bauwerk diese Sprengung unversehrt. Denn die Explosion ist der Höhepunkt eines dreitägigen Filmdrehs auf der künftigen Trasse der A30 in Bad Oeynhausen und Löhne.

Stuntteam sorgt für Action-Szenen

Insgesamt 45 Drehtage sind für die deutsche Produktion mit dem Arbeitstitel »Out of control« angesetzt. An 35 Drehtagen kommen Christoph Domanski und seine Mitarbeiter zum Einsatz. Für die Action Concept Film- und Stuntproduktion aus Hürth bei Köln koordiniert der 45-Jährige die Stuntszenen und Special Effects.

»Mehr Action geht kaum«, sagt Christoph Domanski im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Möglich sei dies dank eines Budgets im zweistelligen Millionenbereich. »Vergleichbares hat es bei einer deutschen Produktion noch nicht gegeben«, betont der Experte. Zehn Limousinen dürfen während der Dreharbeiten kaputt gefahren werden. Auch zwei Stretchlimousinen und ein Helikopter kommen zum Einsatz. Ob der für den asiatischen Markt produzierte Streifen auch vor heimischem Publikum gezeigt werde, sei  offen. Domanski: »In China soll der Film noch 2016 in die Kinos kommen.«

Verkehr muss zwischendurch anhalten

Laut Drehbuch führt eine der Verfolgungsjagden durch eine Baustelle. Ein entsprechender 500 Meter langer Parcours aus Baggern, Rohren, Sandbergen und Schläuchen hat bereits am Samstag Gestalt angenommen. Foto: Malte Samtenschnieder

Die Filmszenen, die von Montag bis Mittwoch auf der noch nicht freigegebenen A30-Trasse entstehen, werden etwa fünf Minuten zum fertigen Film beitragen. Bis zu 100 Leute sind dazu am Set. Am Montag sind erste Einstellungen an der Anschlussstelle in Eidinghausen geplant.  »Weil wir dabei auch in Richtung des bereits freigegebenen Teilstücks filmen, müssen wir den Verkehr öfter für einige Minuten anhalten«, kündigt Christoph Domanski an. Dann würden »normale Autofahrer« in dem Bereich durch Komparsen ersetzt.

Fernab des regulären Verkehrsgeschehens hat die Filmcrew bereits am Samstag damit begonnen, einen entlegeneren Abschnitt der künftigen Autobahntrasse in einen etwa 500 Meter langen Baustellen-Parcours zu verwandeln. Bagger, Schläuche, Sandberge und Rohre dienen hier als typische Hindernisse. An der am Dienstag auf diesem Abschnitt entstehenden Szene sind eine Stretchlimousine und ein Lkw beteiligt. Christoph Domanski: »Fest steht bereits, dass das Lkw-Führerhaus in der Sequenz das Dach verliert. Am Ende wird es zudem gegen ein zu diesem Zweck aufgestelltes Silo prallen.«

Perfekte Illusion entsteht abschließend am Computer

Die spektakulärsten Szenen werden nach Aussage des Stuntkoordinators am Mittwochmorgen entstehen.  Dann ist eine Explosion an der Löhner Schrägseilbrücke geplant. Auch hier spielt eine Stretchlimousine eine zentrale Rolle.  Christoph Domanski beschreibt die Ausgangssituation: »Unsere Filmhelden wissen, dass der Countdown zur Sprengung läuft. Sie können die Stretchlimousine aber nicht mehr stoppen. Sie fahren auf die Brücke, werden zunächst von der Explosion überholt und schaffen es dann doch unbeschadet auf die andere Seite.« Dank ausgeklügelter Computereffekte sehe es hinterher für die Filmzuschauer so aus, als ob die Brücke komplett zerstört werde. Er könne aber versprechen, dass an dem Bauwerk im Verlauf der Dreharbeiten kein Schaden entstehe, betont  Christoph Domanski.

Christoph Domanski ist Stuntman mit Leib und Seele. Lkw-Stunts und Kampfszenen liegen dem 45-Jährigen gleichermaßen. Foto: Guido Engels

In puncto Stunts kann der Experte  auf umfangreiche Erfahrungen verweisen. Seit er für die Firma Action Concept tätig ist,  war er an den Action-Szenen in etwa 150 der mittlerweile rund 300 Folgen der international vermarkteten Serie »Alarm für Cobra 11« beteiligt. Vier Taurus World Stunt Awards hat er dafür bereits erhalten. »Egal, ob Kampfszenen, Stürze aus großer Höhe, Feuerstunts oder Motorrad- und Autoszenen – so schnell macht mir nichts Angst«, sagt der 45-Jährige. Als kitzlig hat er einen besonderen Sturz  aus großer Höhe in Erinnerung: »Ich musste mit Dummy in den Händen zwischen zwei Balkonen durch.«

Eine der letzten Produktionen, an der Christoph Domanski beteiligt war, ist unlängst in den Kinos angelaufen: Er hat die Stunts und Special Effects für »Tschiller – Off duty« koordiniert. »Ich habe Til Schweiger zuvor schon öfter gedoubelt«, fügt er zufrieden hinzu.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Bad Oeynhausener Montagsausgabe des WESTFALEN-BLATTS.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3823392?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198399%2F2516044%2F