Landeseinrichtung in Rehme stellt Betrieb ein – Stadt bereitet Folgenutzung vor
Notunterkunft geschlossen

Bad Oeynhausen (WB/mcs). Die Notunterkunft für Flüchtlinge  im Bürgerhaus in Rehme ist geschlossen: Mit Bussen sind am Dienstagmorgen alle Bewohner in eine Notunterkunft in der ehemaligen Hammersmith-Kaserne in Herford verlegt worden. Damit endet der Betrieb an der Hermann-Löns-Straße eine Woche früher als ursprünglich geplant.

Donnerstag, 24.03.2016, 07:14 Uhr aktualisiert: 24.03.2016, 07:20 Uhr
Landeseinrichtung in Rehme stellt Betrieb ein – Stadt bereitet Folgenutzung vor : Notunterkunft geschlossen
Am Dienstag haben die vorerst letzten Flüchtlinge das Bürgerhaus Rehme verlassen. Nun wird die Notunterkunft zurückgebaut und aufgeräumt. In den nächsten vier bis sechs Wochen will die Stadt die Immobilie für die weitere Nutzung herrichten lassen. Foto: Malte Samtenschnieder

Wie exklusiv berichtet, hatte die Bezirksregierung Detmold der Stadt Bad Oeynhausen vor etwa zwei Wochen offiziell mitgeteilt, dass die Unterkunft im Rehmer Bürgerhaus ab Ende März nicht mehr benötigt wird und damit eine ältere mündliche Mitteilung bestätigt. Wie Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich mitteilt, lebten zuletzt 144 Männer, Frauen und Kinder in der Notunterkunft des Landes. Anfang August hatte die Bezirksregierung die Stadt um Amtshilfe gebeten, und die Unterbringung von Flüchtlingen angefragt. Zunächst wurden 150 Plätze geschaffen. Zum 1. November wurde die Kapazität auf 210 Plätze aufgestockt.

Unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Klaus Mueller-Zahlmann hatte ein Stab für außergewöhnliche Aufgaben das Bürgerhaus als Unterkunft ausgewählt. »Es gab damals keine Alternative«, sagt sein Amtsnachfolger Achim Wilmsmeier. Andernfalls hätte die Verwaltung Sporthallen als Unterkunft auswählen müssen, die dann für den Schulsport insbesondere in den Wintermonaten nicht zur Verfügung gestanden hätten.

Mit dem Betrieb der Notunterkunft hatte die Stadt die Johanniter Unfallhilfe beauftragt. Zusätzlich zu den Räumen im Rehmer Bürgerhaus hatte die evangelische Kirchengemeinde Rehme den Martin-Luther-Hof zur Verfügung gestellt. Dort war während der gesamten Betriebszeit der Notunterkunft der Speisesaal eingerichtet.

Genau so wichtig seien auch die ehrenamtlichen Helfer gewesen, die – koordiniert durch die Verwaltung – die Betreuung der Flüchtlinge übernommen hätten. Allein die Kartei der Stadt umfasste zuletzt die Namen von mehr als 300 Freiwilligen. »Hier ist an vielen Stellen außerordentlich viel geleistet worden«, sagt Bürgermeister Achim Wilmsmeier.  Sein Dank gelte allen ehrenamtlichen Helfern, aber natürlich auch den Mitarbeitern der  Verwaltung, für die in den vergangenen Monaten mehr  Arbeit angefallen sei.  Ob der große Stamm an Ehrenamtlichen künftig auch bei der Betreuung von anderen Flüchtlingen zum Einsatz kommen kann, ist noch offen.

Parallel zum Betrieb der Notunterkunft mussten in den vergangenen Monaten auch die der Stadt zugewiesenen Flüchtlinge untergebracht werden. »Dieser Teil der Flüchtlingsarbeit wird in den kommenden Monaten auf jeden Fall weiterlaufen«, sagt Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs Jugend, Soziales und Schulen. Denn mit dem Wegfall der Notunterkunft dürften die Zuweisungen in den kommenden Wochen wieder steigen. In diesem Jahr seien der Stadt bisher 63 Flüchtlinge zugewiesen worden. Das sei vergleichsweise wenig. Um auch in Zukunft schutzbedürftige Menschen aufnehmen zu können, sei die Stadt über den Monat März hinaus auf das Bürgerhaus Rehme angewiesen.

»Wir werden dort auch weiterhin Flüchtlinge unterbringen, die Art des Betriebes wird sich aber grundlegend ändern«, erläutert  Wolfgang Budde. So werde zum Beispiel das Zelt auf dem Parkplatz abgebaut und der Martin-Luther-Hof nicht mehr benötigt. Wie die Unterbringung konkret erfolge, werde derzeit geklärt.  Wolfgang Budde: »Das wird sicher vier bis sechs Wochen dauern.« Wie berichtet, soll die Kapazität künftig bei etwa 100 Bewohnern liegen.

Bis Ende März werden die Johanniter die Unterkunft nach Angaben der Stadt zunächst zurückbauen und aufräumen. Anschließend  sollen dann die weiteren Vorbereitungen beginnen.

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