DLRG-Katastrophenschutzübung - Auto von Brücke gestürzt - prominente Beobachter
DLRG trainiert an der Werre

Bad Oeynhausen (WB). »Hilfe, Hilfe! Hier vorne, da sind die Schwerverletzten. Kommen Sie endlich und helfen Sie uns!« Die Stimmung am Werreufer ist angespannt. Doch dies zum Glück nur für ein Übungsszenario. Der Landesverband Westfalen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat bei einer Katastrophenschutzübung den Ernstfall trainiert.

Montag, 09.05.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 09.05.2016, 06:02 Uhr
Da die Sonne direkt auf die Unfallstelle scheint und der eingeklemmte Mann ihr ausgesetzt ist, spendet bei der Übung ein Helfer mit einer Folie Schatten. Foto: Angelina Zander
Da die Sonne direkt auf die Unfallstelle scheint und der eingeklemmte Mann ihr ausgesetzt ist, spendet bei der Übung ein Helfer mit einer Folie Schatten.

Und das sah der Übungsplan vor: Zwei Autos lagen übereinander am Ufer der Werre. Die Fahrer sollten zuvor bei einem Unfall auf der Brücke der Nordumgehung die Kontrolle über die Autos verloren haben. Die Folge: Ein Schwerverletzter und einige leicht verletzte Personen. Schreie waren von den Darstellern zu vernehmen: Ein Mann war immer noch zur Hälfte im Autowrack eingeklemmt. Andere leicht verletzte Personen rannten am Ufer auf und ab, um Hilfe rufend. Die Übung am Flusslauf sollte unter Einsatzbedingungen nahe der Realität erfolgen.

Helfer kommen über das Wasser

Und dann, endlich, die lang ersehnte Hilfe. Auf dem Wasserweg eilten die Wasserrettungszüge der DLRG heran, um die Erstversorgung der Verletzten zu übernehmen. Auf dem Weg entdecken sie aber zunächst zwei ertrunkene Personen, und später eine weitere, die sich ans Ufer gerettet hatte. Deren Rettung ging vor. Die Ertrunkenen wurden durch Puppen dargestellt.

Katastrophenschutzübung der DLRG

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Eine leicht verletzte Person schrie vom Ufer aus weiter um Hilfe: »Helfen Sie doch lieber hier an Land, die Leute brauchen ihre Hilfe, wirklich! Sie haben Schmerzen«, rief sie dem Wasserrettungszug entgegen. Doch der befand sich noch in der Orientierungsphase, wie Andreas Pollak. Sprecher des Landesverbandes der DLRG, erklärte: »Im Fachjargon sprechen wir sogar von Chaosphase. Die Einsatzkräfte können zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau überblicken, was passiert ist und was zu tun ist. Sie müssen sich zunächst ordnen, die Lage einschätzen und können dann gezielt die verletzten Personen versorgen.«

Eine besondere Herausforderung der Übung war ein so genannter Massenanfall an Verletzten. Mehr als 15 Notfalldarsteller übernahmen diese Rolle. Bei der Übung ging es auch darum, wie man sich um eingeklemmte Personen kümmert. Schnell hatten sich die Helfer ein Bild gemacht und kümmerten sich um die Verletzten. Nach dem Übungsplan hatten sie Platzwunden oder aber ihr Bein war eingeklemmt.

Johanniter sind in die Übung eingebunden

Bei der Erstversorgung wurden die Verletzten mit Nummern und farbigen Karten versehen. »Ich war erst blau, jetzt bin ich grün«, rief ein Darsteller. Pollak erklärte: »Die Nummerierung der Verletzten hilft später der Johanniter Unfallhilfe am Behandlungsplatz, die Verletzten ihren Karten zuzuordnen. Auf diesen ist mit einer Farbe vermerkt, in welchem Zustand die Person ist.«

Nachdem die Einsatzkräfte der DLRG alle Personen transportfähig versorgt und auf Liegen gesichert hatten, übergaben sie die Verletzten auf dem Wasserweg der Johanniter Unfallhilfe. Diese hatte am Sportplatz, unweit der Unfallstelle, einen Behandlungsplatz aufgebaut. Für den Aufbau und die Koordination der Übung war die Hauptwache der Bad Oeynhausener Feuerwehr zuständig. Die Übung sollte die Zusammenarbeit von Feuerwehr, DLRG und Johannitern schulen. Im Einsatz waren etwa 270 Personen.

Seit vergangenem Donnerstag übt der DLRG Landesverband im Kreis Minden-Lübbecke verschiedenste Szenarien des Katastrophenschutzes. Er lädt zu seinen Übungen immer wieder Besucher ein, die sich die Arbeitsweise der DLRG und die Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzgruppen anschauen können. Am Samstag schauten sich unter anderem Vertreter der Bundeswehr, der Bezirksregierung Detmold, der DLRG-Ortsvereine Minden und Detmold, der Feuerwehr und die Präsidentin des Landesverbands Westfalen der DLRG, Anne Feldmann, die Übung an.

Nach deren Abschluss zog Andreas Pollak ein erstes Fazit: »Sie ist sehr gut gelaufen. Natürlich finden wir immer ein paar Kleinigkeiten, die wir verbessern können. Ich bin mit der Leistung heute aber insgesamt sehr zufrieden.

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