In seinem Berliner Studio hat Sascha »Busy« Bühren den ESC-Song »Ghost« gemastert
Er lässt Jamie-Lee gut klingen

Bad Oeynhausen/Berlin (WB). Seit Sascha »Busy« Bühren (44) sein Studio im Jahr 2010 aus Bad Oeynhausen nach Berlin verlegt hat, gehen die Stars bei ihm ein und aus. Über seine jüngsten Projekte spricht er im Interview. Die Fragen stellte Malte Samtenschnieder.

Freitag, 13.05.2016, 18:31 Uhr aktualisiert: 13.05.2016, 18:34 Uhr
Sascha »Busy« Bühren ist stolz auf sein 400 Quadratmeter großes Studio in der Hauptstadt Berlin. Seine Karriere hat der 44-Jährige in Bad Oeynhausen begonnen Foto: Wanja Janeva
Sascha »Busy« Bühren ist stolz auf sein 400 Quadratmeter großes Studio in der Hauptstadt Berlin. Seine Karriere hat der 44-Jährige in Bad Oeynhausen begonnen Foto: Wanja Janeva

Sie haben die Single »Ghost« gemastert, mit der die deutsche Teilnehmerin Jamie-Lee Kriewitz an diesem Samstag beim Eurovision Song Contest (ESC) 2016 in Stockholm auftritt. Wie ist es dazu gekommen?

Sascha »Busy« Bühren: Ich arbeite schon länger mit den »Fanta 4« zusammen. Das war schon bei ESC-Teilnehmer Roman Lob so. Damals habe ich auch das Mastering übernommen. Bei Jamie-Lee lief es so, dass sie mit dem Song »Ghost« als Gewinnerin des Teams »Fanta 4« aus »The Voice of Germany« hervorging. Produziert wurde der Song von meinem Freund DJ Thomilla hier in Berlin. Da ich bereits sämtliche Gewinner-Alben von »The Voice of Germany« im Mastering-Prozess begleitet habe, stand schnell fest, dass ich auch Jamie-Lees Gewinner-Album auf dem Pult haben würde.

 

Bei Lenas Single »Satellite« hatten Sie auch Ihre Finger im Spiel. Mit dem Song gewann Lena 2010 den ESC. Wie bewerten Sie Jamie-Lees Erfolgsaussichten? Ist die Zeit reif für eine weitere deutsche ESC-Gewinnerin?

Bühren: Ja. Unbedingt. Wir haben in Deutschland wahnsinnig gute Künstler, die auch international Potential als Superstars haben. Jamie-Lee gehört definitiv dazu.

 

Was sind Ihre persönlichen Favoriten beim ESC 2016?

Bühren: Ich war in den vergangenen Monaten mit so vielen Projekten beschäftigt, dass ich kaum Zeit hatte, mir die anderen Teilnehmer anzuhören. Aber ich bin mir sicher, dass Jamie-Lee einen Platz ganz vorn verdient hat.

 

Sie sind 2010 mit Ihrem Studio aus Bad Oeynhausen-Volmerdingsen in die Hauptstadt Berlin umgezogen. Wie haben sich Ihre Arbeitsbedingungen dadurch verändert?

Bühren: Die Größe des Studios hat im Vergleich zu Bad Oeynhausen stark zugenommen – von 18 auf sage und schreibe 400 Qua­dratmeter mit vier Studio-Regie-Räumen, einem Aufnahmesaal und schönen großen »Chill Areas«. Wir haben vor zwei Jahren auch die Studioetage unter unserem Mastering-Studio übernommen und dort eine Recording- und Mix-Regie mit Analog-Mischpult gebaut. Dort haben wir endlich die Möglichkeit, das komplette Paket von Live Recordings, zum Beispiel mit ganzen Bands, bis hin zu Mix und Mastering anzubieten. Seitdem ist bei uns jeden Tag sehr viel Musik im Haus. Alle Räume sind auch so gebaut, dass wir ganze Nächte laut Musik machen können, ohne Nachbarn zu stören – schließlich schaut man hier alle 15 Meter auf die nächste Hauswand.

 

Mittlerweile gehen viele deutsche – und auch internationale Stars – in Ihrem Studio ein und aus. Welche Kollegen schätzen Sie besonders?

Bühren: Ich schätze sie alle – von kleinen, noch unbekannten Bands und Künstlern bis hin zu Superstars. Es ist toll, mit allen zu arbeiten. Und ich bin dankbar, dass uns diese Stadt so herzlich empfangen hat und dass wir mit vielen Künstlern, mit denen wir arbeiten, sehr eng befreundet sind.

 

Was ist der aus Ihrer Sicht größte Erfolg Ihrer bisherigen Karriere?

Bühren: Mir geht es nicht um den Erfolg. Ich will einfach nur jeden Tag von guter Musik umgeben sein. Aber, um ehrlich zu sein, habe ich gerade die neue Single von Sir Paul McCartney gemastert. Diese wurde von meinem alten Freund Timo Maas und seinem Partner James Teej produziert. Timo hatte die Idee zu dem Song schon vor sieben Jahren, und wir hatten das Master schon im vergangenen Jahr fertig. Sein Management hat einen sehr guten Draht zu Paul McCartneys Management und ihm das fertige Masterband zugeschickt. Pauls Antwort folgte prompt: »This song is amazing.« Daraus folgte, dass die Single »Nineteen Hundred and Eighty-Five« an diesem Freitag über Virgin Records weltweit in mehr als 30 Ländern veröffentlicht wird. Mich freut es umso mehr, dass ich nach mehr als 25 Jahren Freundschaft mit Timo zusammen so einen Coup landen konnte. Das macht uns beide sehr stolz.

 

Mit wem würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten?

Bühren: Ich hätte nie gedacht, eines Tages zusammen mit Sir Paul McCartney auf einer Platte zu stehen. Aber für mich ist es wichtiger, so lange, wie ich kann, Musik zu machen, wer weiß, was als nächstes passiert. Derzeit arbeite ich mit einem jungen Künstler aus meiner alten Heimat zusammen. Sein Name ist Nanik. Er kommt aus Spenge und hat 2015 bei einem Rap-Wettbewerb, bei dem ich in der Jury saß, den ersten Platz gemacht, und somit einen Plattenvertrag mit dem Universal Unterlabel Chapter One gewonnen. Zusammen mit dem bekannten Hip-Hop-Produzenten KD Supier produziere ich derzeit sein Debütalbum hier in unseren neuen Studios. Es macht Spaß, mal wieder einen Ostwestfalen im Studio zu haben.

 

Arbeiten Sie noch mit anderen Künstlern zusammen?

Bühren: Neben dem Album von Nanik arbeite ich auch noch am Solo-Debüt von David Barenboim aka Solarrio.

 

Welche Projekte gibt es sonst noch aktuell?

Bühren: Unter anderem habe ich das extrem außergewöhnliche Album von Teesy gemastert. Die erste Single mit Cro als Gastfeature läuft bereits im Radio. Das neue Album von Maxim hat gerade das Studio verlassen. Das neue Album von Herzog ist in der Mache. Und gerade erst veröffentlicht wurden die Platten von Michelle, Raf Camora und Frauenarzt.

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