Gütersloher Projekt soll näher betrachtet werden
Hallenbad im Siel

Bad Oeynhausen (WB). Mehrheitlich haben die Mitglieder des Sportausschusses Gefallen daran gefunden, das Konzept des Hallenbades im Komplex des Gütersloher Nordbades näher kennenzulernen. Gegen Stimmen aus Reihen der CDU schloss sich das Gremium dem Vorschlag von Michael Körtner (SPD) an, den Projektentwickler und Controller für dieses Vorhaben zur nächsten Sitzung einzuladen.

Samstag, 21.05.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 21.05.2016, 06:02 Uhr
Blick ins Hallenbad im Gütersloher Nordbad: Der Bauantrag wurde im Juli 2013 gestellt, im Oktober folgte der Abbruch im Bestand. Dem Baubeginn im Januar 2014 folgte die Eröffnung im August 2015. Die Investitionskosten liegen bei 6,7 Millionen Euro. Foto: Stadtwerke Gütersloh
Blick ins Hallenbad im Gütersloher Nordbad: Der Bauantrag wurde im Juli 2013 gestellt, im Oktober folgte der Abbruch im Bestand. Dem Baubeginn im Januar 2014 folgte die Eröffnung im August 2015. Die Investitionskosten liegen bei 6,7 Millionen Euro. Foto: Stadtwerke Gütersloh

Die CDU hätte im Zuge der weiteren Beratungen gerne auch Alternativen zu diesem Ansatz prüfen lassen. Dirk Büssing berief sich auf weitergehende Beschlüsse der Politik aus der Vergangenheit. Ausschuss-Vorsitzender Oliver Thamm und Michael Grützkowski (beide CDU) stimmten dennoch für den SPD-Antrag.

CDU hinterfragt Vorgehen der Stadtverwaltung

Zudem hinterfragte Büssing das jüngste Vorgehen der Verwaltung. Mit den dafür im Haushalt 2015 bereitgestellten Mitteln in Höhe von 56000 Euro habe sie für die Sitzung mehr vorbereiten können. Sie habe mit dem Geld offenbar nicht gewusst, etwa Sinnvolles anzufangen. Der Sportausschuss hatte die Verwaltung im September 2015 beauftragt, für den geplanten Neubau eines kombinierten Frei- und Hallenbades beziehungsweise All-Wetterbades am Standort Sielbad eine fachgerechte Vorplanung mit Kostenkalkulation erstellen zu lassen. Dabei sollte auch der Aspekt des behindertengerechten Sportbades unter Berücksichtigung der erarbeiteten Standards möglicher Drittnutzer berücksichtigt werden. Dies so umzusetzen, vermisste Büssing.

Der kontrovers geführten Debatte zum SPD-Antrag ging ein Vortrag von Michael Menzhausen, Bereichsleiter Kinder, Jugendförderung und Sport, voraus. Er berichtete von der Besichtigung des Gütersloher Bades durch eine kleine Delegation am 9. Mai. Dabei waren unter anderem der Ausschuss-Vorsitzende, weitere Politiker und Vertreter der Stadt. Aufgrund der sich kurzfristig ergebenen Möglichkeit waren nicht mehr Personen mitgefahren.

Nutzungskonzept und Umsetzung des Projektes überzeugen

»Unsere Vorstellung war breiter gefächert. Mit den Haushaltsmitteln, die wir eingestellt haben, sollten Möglichkeiten für diesen Standort erkundet werden. Es sollte untersucht werden, welche Möglichkeiten wir haben, wenn das Hallenbad an diesen Standort kommt. Wir haben jetzt eine Möglichkeit gesehen. Aber das entspricht nicht dem, was wir der Verwaltung als Auftrag gegeben haben, alternative Möglichkeiten zu erkunden und sie im Ausschuss vorzustellen. Dies sollte mit einem Kostenrahmen erfolgen, damit wir auf dieser Grundlage weiterdiskutieren können«, meinte Büssing. Die Vorstellung zum Nordbad bezeichnete er dennoch als »eindrucksvoll«.

Körtner schloss den Gesamtneubau des Bades im Siel aus Kostengründen aus. Man habe die Möglichkeit, im Sommer ein Freibad zu haben und im Winter ein Hallenbad für das Schul- und Vereinssportschwimmen. Das sei auch aus finanzieller Sicht realistischer als größere Lösungen. Die Ausstattung des Bades in Gütersloh entspreche in wesentlichen Teilen den Anforderungen, die in Bad Oeynhausen bislang formuliert worden seien. Insbesondere das Nutzungskonzept und das Verfahren zur Umsetzung des Projektes in Gütersloh überzeuge.

»Glücklicher Griff«

»Es ist nun relativ konkret. Im Grunde ist es das, was wir schon vor ein paar Jahren hatten, als ein Vertreter des Bäderverbandes das im Fachausschuss vorgestellt hat. Er hat auch die Preise dazu gesagt, sowohl für einfache Lösungen bis hin zu einem Kombibad«, erklärte Rainer Müller-Held (Grüne). Menzhausen bescheinigte er mit der Besichtigung, nachdem der das Nordbad im Magazin »Archiv des Badewesens« entdeckt habe, einen »glücklichen Griff. Man könne weiter über tolle Varianten sprechen. Das sollten wir jetzt aber sein lassen, damit wir endlich weiterkommen.«

»Wir sollen den Ball aufnehmen«

Müller-Held und andere Ausschuss-Mitglieder wiesen darauf hin, dass man mit dem bestehenden Hallenbad Rehme bislang großes Glück habe, da dort keine größeren Schäden aufgetreten seien, die eine Reparatur nicht mehr gerechtfertigt hätten. Dieter Hinzmann, Leiter der Hochbauabteilung, weise stets darauf hin, »dass das morgen vorbei sein kann«, erklärte Müller-Held. Wenn man sich heute auf den Weg mache, brauche es mindestens drei Jahre, bis das Bad so weit sei. Auf diesem Weg könne man auch Vorschläge der CDU einarbeiten. Müller-Held: »Ja, der Beschluss war anders. Aber es war Wahlkampf.« Mit dem Gütersloher Modell zeichne sich eine Lösung ab. Wolfgang Ochs (BBO) meinte: »Wir sind in Gütersloh auf hohe Fachkompetenz gestoßen. Das war höchst überzeugend. Wir sollten diesen Ball aufnehmen.« Der SPD-Beschlussvorschlag diene dazu, das Ganze so schnell wie möglich vorwärts zu treiben. Auch gegenüber der Öffentlichkeit müsse man handeln.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4019261?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Das gilt ab Sonntag für Geimpfte und Genesene
Für Geimpfte und Genesene sollen ab Sonntag Lockerungen der Corona-Regeln gelten.
Nachrichten-Ticker