Bürgermeister Achim Wilmsmeier informiert sich während Bereisung
Einblicke in die Landwirtschaft

Bad Oeynhausen (WB). »Es ist immer gut, sich ein eigenes Bild zu machen.« Dieser Maxime ist Bürgermeister Achim Wilmsmeier auch im Hinblick auf die heimische Landwirtschaft treu geblieben. Bei einer Bereisung am Mittwoch hat er nach einer Schweine- und einer Bullenmast auch eine Biogasanlage besucht.

Donnerstag, 26.05.2016, 06:00 Uhr
Um Bürgermeister Achim Wilmsmeier (vorne, rechts) einen Einblick in die Landwirtschaft von Bad Oeynhausen zu geben, hat Rainer Meyer (vorne, Mitte), Vorsitzender des landwirtschaftlichen Stadtverbandes, eine Bereisung mit drei Stationen organisiert. Foto: Malte Samtenschnieder
Um Bürgermeister Achim Wilmsmeier (vorne, rechts) einen Einblick in die Landwirtschaft von Bad Oeynhausen zu geben, hat Rainer Meyer (vorne, Mitte), Vorsitzender des landwirtschaftlichen Stadtverbandes, eine Bereisung mit drei Stationen organisiert. Foto: Malte Samtenschnieder

In seiner Funktion als Vorsitzender des landwirtschaftlichen Stadtverbandes hatte Rainer Meyer die Tour organisiert. Als erste Station stand die Schweinemast auf dem Hof Lilienkamp in Bergkirchen auf dem Programm. An der Biogasanlage auf dem Hof Reker in Rehme sollte die Rundfahrt enden. Und an der mittleren Station, der Bullenmast der Familie Diekmann in Eidinghausen, war auch etwas Zeit für ein Gespräch mit der Presse reserviert.

»Die Idee für die Bereisung ist Anfang des Jahres während meines Antrittsbesuchs beim neuen Bürgermeister entstanden«, sagte Rainer Meyer. Achim Wilmsmeier habe geäußert, dass er sein Wissen bezüglich der Landwirtschaft in Bad Oeynhausen gerne ausbauen und einige Betriebe selbst besuchen würde. »Dieser Bitte bin ich gerne nachgekommen«, betonte der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Stadtverbandes.

Mit Akribie und Liebe bei der Sache

Mit Stolz präsentierten Anke und Andreas Diekmann den Gästen um Achim Wilmsmeier und Rainer Meyer ihre offenen Stallungen. 91 Bullen sind auf dem Hof in Eindinghausen untergebracht. Selbst im Winter sind die Tiere draußen. Möglich ist dies, weil sie auf wärmendem Stroh stehen, das zudem Gerüche mildert.

»Die Bullenmast haben wir von meinem Vater übernommen«, sagte Anke Diekmann. Doch natürlich sei der Betrieb im Laufe der Jahrzehnte ausgebaut worden. Das werde auch weiter nötig sein. Anke Diekmann: »Unser Sohn hat Interesse bekundet, dass er den Betrieb übernehmen möchte.«

Achim Wilmsmeier zeigte sich von den Gesprächen und Einblicken, die ihm die Landwirte gewährten, sehr angetan. »Ich habe natürlich schon einmal einen Bauernhof besucht. Aber mit Viehhaltung in dieser Form war ich bislang nicht konfrontiert«, sagte der Bürgermeister. Es sei toll, zu erfahren, mit welcher Akribie und Liebe die Landwirte ihrer Arbeit nachgehen. Achim Wilmsmeier: »Das erlebt man sonst eher nicht.«

Nächster Generation eine Chance geben

Mit der Bereisung des Bürgermeisters verbindet Rainer Meyer konkrete Erwartungen: »Ich hoffe, dass die Stadt auch weiterhin ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat.« Dabei sei es insbesondere wichtig, den nächsten Generationen eine Chance zur Fortführung der Familienbetriebe zu geben.

»Dazu gehört es auch, jungen Landwirten, die in den Startlöchern stehen, benötigte Neu- oder Anbauten zu ermöglichen«, sagte Rainer Meyer. Oft würden derartige Pläne kaputt geredet, sobald sie bekannt würden. Der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Stadtverbandes: »Die nächste Generation wird aber nur bestehen können, wenn sie die Möglichkeit erhält, die Erträge zu steigern.«

Schwierigkeiten sind nicht zu unterschätzen

Ähnlich äußerte sich Landwirt Karl-Heinz Röthemeier: »Unter den 125 Betrieben in der Stadt gibt es eine gute Mischung aus Voll- und Nebenerwerb.« Zehn Jugendliche seien derzeit in der Ausbildung – von ersten Lehrjahr bis zum Studium. Doch nicht jeder von ihnen werde einen Hof übernehmen.

Welche Schwierigkeiten sich dabei auftun, machte Karl-Heinz Röthemeier am Beispiel der Milchviehhaltung deutlich. Der größte Betrieb in Bad Oeynhausen habe 24 Milchkühe, der kleinste acht Milchkühe. Der Landesdurchschnitt liege bei 56. Der Landwirt: »Um wettbewerbsfähig zu sein, wäre eine Größe von 80 Tieren durchaus normal.« Dabei würde es sich noch nicht einmal um einen Megabetrieb handeln.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4032909?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Das gilt ab Sonntag für Geimpfte und Genesene
Für Geimpfte und Genesene sollen ab Sonntag Lockerungen der Corona-Regeln gelten.
Nachrichten-Ticker