FDP-Bundesvorsitzender Christian Lindner zu Gast beim Wirtschaftsclub
»Regeln im Großen, Freiheiten im Kleinen«

Bad Oeynhausen (WB). Jung, dynamisch, redegewandt – nicht zuletzt mit diesen drei Attributen hat Christian Lindner am Montagabend 70 Teilnehmer einer Veranstaltung des Wirtschaftsclubs Bad Oeynhausen im Volksbank-Pavillon an der Eidinghausener Straße in seinen Bann gezogen. »Mehr Mut zur Marktwirtschaft« lautete das selbst gewählte Vortragsthema des FDP-Bundesvorsitzenden.

Montag, 13.06.2016, 22:00 Uhr
Willkommen: Kay-Uwe Schneider (Mitte), Vorsitzender des Wirtschaftsclubs, und Schatzmeister Jörg Kemminer begrüßen Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, im Pavillon der Volksbank. Lindner ist unter anderem auch Vorsitzender der NRW-Landtagsfraktion. Foto: Claus Brand
Willkommen: Kay-Uwe Schneider (Mitte), Vorsitzender des Wirtschaftsclubs, und Schatzmeister Jörg Kemminer begrüßen Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, im Pavillon der Volksbank. Lindner ist unter anderem auch Vorsitzender der NRW-Landtagsfraktion. Foto: Claus Brand

»Über Christian Lindners Zusage sind wir sehr froh«, sagte Kay-Uwe Schneider, Vorsitzender des Wirtschaftsclubs Bad Oeynhausen, im Gespräch mit dieser Zeitung. Schon vor einem Dreivierteljahr sei die Einladung erfolgt, weil der Terminkalender des rührigen Liberalen stets gut gefüllt sei. Kay-Uwe Schneider: »Aber wir hatten keine Eile. Die Hauptsache war, dass Christian Lindner überhaupt zu uns kommt.« Schatz­meister Jörg Kemminer hatte dafür eine Erklärung parat: »Der Wirtschaftsclub Bad Oeynhausen hat einfach einen guten Namen.«

Christian Lindner spricht 45 Minuten frei

FDP-Chef Christian Lindner beim Wirtschaftsclub

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Dass er zu Recht als guter Redner gilt, machte Christian Lindner von Beginn an deutlich. Anstatt sich starr hinter das vorbereitete Rednerpult zu stellen, suchte er den Kontakt zu den Zuhörern. Zu Beginn zog er statt eines vorbereiteten Manuskripts sein lautlos geschaltetes Smartphon aus der Tasche, legte es neben sich auf den Tisch und sprach anschließend etwa 45 Minuten frei.

Um beim Verkünden seiner vielfältigen Denkanstöße bewusst nicht allzu oberlehrerhaft zu wirken, behielt er die linke Hand leger in der Hosentasche. Das tat der Nachhaltigkeit, mit der er seine Ideen vor den Zuhörern ausbreitete, allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil.

Um in das Thema »Mut zu mehr Marktwirtschaft« einzuführen, sparte der 37-Jährige auch einen selbstironischen Blick auf die eigene Biografie nicht aus. Ja, es sei richtig, dass er in jungen Jahren auch schon einmal selbst mit einer unternehmerischen Aktivität gescheitert sei. »Das war aber eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich«, meinte Christian Lindner. Als »Experte für das Scheitern« sei er nun dabei, auch die eigene Partei, der er seit dem 18. Lebensjahr angehöre, aus der Krise zu führen.

»Derzeitige Stärke ist keine Garantie für die Zukunft«

»Wer glaubt, dass die derzeitige Stärke unseres Landes eine Garantie für die Zukunft ist, hat genau diese Stärke schon verspielt«, sagte Christian Lindner. Es gehe nicht darum, den vorhandenen Wohlstand neu zu verteilen, sondern neuen Wohlstand zu erwirtschaften. Wichtigste Ressourcen seien in diesem Zusammenhang Freiheit, Sicherheit und Bildung.

Niemand könne heute vorhersagen, wie die Gesellschaft in 20 Jahren aussehe. Christian Lindner: »Wir können als Pioniere aus der digitalen Revolution hervorgehen oder aber daran scheitern.« Dabei gelte es, die Weisheit der Vielen vor der Einfältigkeit einiger Weniger am grünen Tisch zu bewahren.

Abschließend formulierte der Liberale folgendes Erfolgsrezept: »Wir müssen im Großen klare Regeln formulieren und im Kleinen Freiheiten ermöglichen, um individuell zu gestalten.« Es könne nicht sein, dass die Wellen des Bürokratismus bis in jeden Winkel des eigenen Lebens schlügen.

Nach dem launigen Parforce-Ritt durch den gesellschaftlichen Status quo stellte sich Christian Lindner auch Fragen aus dem Publikum. So warnte er etwa vor einem möglichen Brexit.

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