Eigenbetrieb Staatsbad beklagt Zechgelage und Zerstörungen im Kurpark
Nicht jeder hält sich an die Regeln

Bad Oeynhausen (WB). Eigentlich weisen Schilder an den Eingängen zum Kurpark darauf hin, was erlaubt ist und was nicht. Doch nicht jeder Besucher hält sich daran. Um gegen Zechgelage und Zerstörungen vorzugehen, hat Dirk Henschel, Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad, den nächtlichen Sicherheitsdienst aufgestockt. Auch zu Fahrrad- und Autoverkehr äußert er sich im Gespräch mit dieser Zeitung.

Samstag, 23.07.2016, 06:00 Uhr
Für viele ist der Kurpark Bad Oeynhausen ein Ort der Ruhe und der Erholung. Sie fordern, dass Radfahr- und Autofahrverbote konsequent befolgt werden. Foto: Malte Samtenschnieder
Für viele ist der Kurpark Bad Oeynhausen ein Ort der Ruhe und der Erholung. Sie fordern, dass Radfahr- und Autofahrverbote konsequent befolgt werden. Foto: Malte Samtenschnieder

Häufige Sachbeschädigungen

»Nachdem es Anfang 2016 zu immer mehr Auffälligkeiten im Kurpark gekommen ist, haben wir die nächtlichen Kontrollen seit Mai intensiviert«, sagt Dirk Henschel. Zuvor seien die Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes aus Bielefeld zweimal pro Nacht in den Kurpark gekommen, um zu überprüfen, ob alle Gebäude des Eigenbetriebes Staatsbad richtig verschlossen sind. Inzwischen sei es üblich, dass der Sicherheitsdienst weitere Stellen ansteuert, an denen es öfter zu Zwischenfällen gekommen sei.

An allen Eingängen – wie hier am Kaiserpalais – sind Schilder mit der Kurparkordnung zu finden.

An allen Eingängen – wie hier am Kaiserpalais – sind Schilder mit der Kurparkordnung zu finden. Foto: Malte Samtenschnieder

»Dazu gehören der kleine Tempel beim Badehaus I, der Freytag-Tempel vis-a-vis vom Rathaus I, der benachbarte Ententeich und die Terrasse des Theaters im Park«, erläutert Dirk Henschel. Die genannten Orte seien bei unterschiedlichen Gruppen beliebt, etwa um dort nachts in größeren Mengen Alkohol zu konsumieren.

Zum einen seien Ruhestörungen die Folge. Zum anderen komme es aber auch zu Sachbeschädigungen und Verunreinigungen. »An beiden Tempeln gibt es störende Graffiti, die wir immer wieder entfernen müssen«, sagt der Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad. Auch würden ständig Bänke im Kurpark hin und her getragen oder Mülleimer umgerissen und der Inhalt auf dem Boden verteilt.

»Bereits bei Alkoholkonsum mit Ruhestörung sind die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes autorisiert, Platzverweise auszusprechen«, erläutert Dirk Henschel. Werde der Anordnung nicht Folge geleistet, hätten sie die Option, die Polizei zu rufen. Der Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad: »Leider kommt das immer wieder vor.«

Die Rücksichtslosigkeit der genannten Kurparkbesucher kommt das Staatsbad auf verschiedene Weise teuer zu stehen. »Zum einen müssen wir in diesem Jahr zusätzliche Kosten von bis zu 15.000 Euro für den intensivierten Sicherheitsdienst schultern«, sagt Dirk Henschel. Auch seien immer wieder Handwerker im Einsatz. »Wir haben den kleinen Tempel beispielsweise in diesem Jahr schon viermal neu gestrichen.«

Uneinsichtige Radfahrer

Kopfzerbrechen bereiten Dirk Henschel auch Besucher, die im Kurpark mit dem Fahrrad fahren und es nicht – wie in der Kurparkordnung vorgesehen – schieben. »Wenn wir feststellen, dass jemand im Kurpark Fahrrad fährt, suchen wir das persönliche Gespräch«, erläutert der Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad. Das gelte sowohl für seine eigenen Mitarbeiter als auch für die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes der Stadt, die tagsüber bei ihren Kon­trollgängen durch die Innenstadt auch den Kurpark einbeziehen.

Wenn sich jemand, nach der Aufforderung, sein Rad zu schieben, uneinsichtig zeige, drohe als schärfste Sanktion ein Hausverbot. Dirk Henschel: »Um das auszusprechen, müssen aber zunächst die Personalien festgestellt werden. Und das kann nur die Polizei.« Deshalb gelte es in jedem Einzelfall, über die Verhältnismäßigkeit der Mittel nachzudenken.

Autoverkehr in Maßen

»Bei der Beurteilung des Autoverkehrs im Kurpark müssen verschiedene Nutzungen unterschieden werden«, betont Dirk Henschel. Fahrzeuge des Staatsbades und der Stadtwerke seien dort zur Pflege des Kurparks und seiner Einrichtungen unterwegs. Zudem gebe es Lieferverkehr sowohl zur Tourist-Info als auch zu den Mietern des Badehauses I und der Ladenlokale in der Wandelhalle. Die Mitarbeiter des Staatsbades parkten außerhalb des Kurparks.

Hinzu kämen Fahrzeuge in Zusammenhang mit der Vermietung der Wandelhalle für erweiterte Zwecke. »Wir versuchen, die Anzahl dieser Fahrzeuge aber so gering wie möglich zu erhalten«, sagt Dirk Henschel. So sei die Anzahl der Hochzeitsfeiern pro Wochenende in der Regel auf eine begrenzt. Im Mietvertrag für die Wandelhalle sei zudem vermerkt, dass sich für die Mietdauer maximal zwei Fahrzeuge im Auftrag des Mieters im Kurpark aufhalten dürfen. Dirk Henschel: »Wenn sich jemand nicht an diese vertraglichen Regelungen hält, droht ebenfalls ein Platzverweis.«

Lebendiger Park als Ziel

»Trotz dieser Entwicklungen war es richtig, dass mein Vorgänger den Kurpark im Jahr 1999 für alle Besucher geöffnet hat«, sagt der Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad. Immerhin würden pro Jahr 450.000 Euro allein für die Pflege des Kurparks aufgebracht. »Ich wünsche mir einen lebendigen Kurpark und kein Museum«, betont Dirk Henschel. Die Entwicklung zu einem reinen Stadtpark gelte es aber zu verhindern. So halte er auch nichts davon, dass Besucher dort etwa grillen.

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