Seven spricht über seine Liebe zum Soul – Auftritt bei den Parklichtern am 5. August
100 Prozent emotional

Bad Oeynhausen (WB). Durch die Teilnahme an Xavier Naidoos Tauschkonzert bei Vox hat die Karriere des Schweizer Soulsängers Seven alias Jan Dettwyler in Deutschland an Fahrt aufgenommen. Am Freitag, 5. August, ist der 37-Jährige beim Parklichter-Festival im Kurpark in Bad Oeynhausen dabei. Vorab hat Redakteur Malte Samtenschnieder mit ihm gesprochen.

Donnerstag, 28.07.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 28.07.2016, 07:55 Uhr
Nicht wie gewohnt mit zwölf, sondern nur mit fünf Top-Musikern steht der Schweizer Sänger Seven am Freitag, 5. August, während seines Auftritts beim Parklichter Open Air im Kurpark auf der Bühne. Er verspricht eine mitreißende Live-Show mit bestem Funk und Soul. Foto:
Nicht wie gewohnt mit zwölf, sondern nur mit fünf Top-Musikern steht der Schweizer Sänger Seven am Freitag, 5. August, während seines Auftritts beim Parklichter Open Air im Kurpark auf der Bühne. Er verspricht eine mitreißende Live-Show mit bestem Funk und Soul.

Sie haben im Frühjahr als erster Künstler aus der Schweiz an der TV-Reihe »Sing meinen Song« bei Vox teilgenommen. Wie hat das Ihr künstlerisches Leben verändert?
Seven: Es hat in Deutschland und Österreich über Nacht alles verändert. Wir spielen seitdem vor ausverkauften Hallen in Städten, in denen ich zuvor noch nie gespielt habe. Das Echo und die Resonanz sind unfassbar. Das habe ich nicht im Ansatz erwartet.

Nach der Ausstrahlung der Folge, die Ihrer Musik gewidmet war, schoss Ihr Best-of-Album in den iTunes-Charts von Deutschland, Österreich und der Schweiz an die Spitze. Was hat diese große Resonanz in Ihnen ausgelöst?
Seven: Ich war sehr überrascht, weil ich doch klar Genre-Musik mache und mich zwar sehr wohl fühle in dieser Sparte, mir jedoch sehr bewusst bin, wie limitiert diese Schublade ist. Insofern habe ich mit einer Akzeptanz in diesem Ausmaß nicht gerechnet.

Auf Ihrem Best-of-Album findet sich eine neue Single mit dem Titel »I don’t give up«. Wie ist dieser Song entstanden?
Seven: Das ist einer der Songs, der einfach so aus mir heraus fiel. Ich bin morgens aufgestanden, hatte diesen Song in mir und schrieb ihn auf. Der fiel wirklich einfach heraus.

Die Schweizer gelten in Deutschland gemeinhin als nicht sehr emotional. Sie haben sich jedoch seit Ihrem Debüt 2002 insbesondere dem Soul verschrieben und sagen von sich selbst, dass Sie sich wünschen, dass die Menschen zu Ihrer Musik tanzen und sich von Ihrer Leidenschaft berühren lassen. Sind Sie ein Ausnahme-Schweizer?
Seven: Die Liebe zu afroamerikanischer Musik und die Entscheidung, ihr mein Leben zu widmen, ist sicher außergewöhnlich für einen Schweizer. Aber Ausnahme-Schweizer klingt dann doch zu extrem. Ich bin ein Schweizer. Und wir Schweizer sind bescheiden. Meine Art, mein Leben zu bestreiten, ist sicher nicht sehr üblich. Lassen wir das mal so stehen.

Schaut man in Ihre Biografie, erkennt man schnell, dass Sie bereits mit vielen herausragenden Musikerkollegen aus unterschiedlichen Genres zusammengearbeitet haben. Welche Begegnungen haben Sie besonders geprägt?
Seven: Auf meiner Reise zum Album »Home« habe ich mit sehr vielen Vorbildern gearbeitet, durfte heftig profitieren und unglaublich viel lernen und erleben. Meine Musik dort zu machen, wo sie herkommt, mit den Leuten, die diese geprägt und beschrieben haben, war sehr wichtig für mich. Es hat mich sehr bestärkt in meiner Arbeitsweise. Denn die ganz Großen gehen zu 100 Prozent emotional ans Musikmachen heran und lassen alles in den Moment einfließen. Dies hat mich sehr bestätigt und weiter gebracht.

Nicht nur Xavier Naidoo hat mit seiner Einladung zu »Sing meinen Song« dazu beigetragen, dass viele Menschen in Deutschland Sie und Ihre Musik kennengelernt haben. Im Jahr 2015 standen Sie beispielsweise als Support mit den Fantastischen Vier auf der Bühne. Wie haben Sie die gemeinsamen Auftritte erlebt?
Seven: Ich bin mit den Fantastischen Vier aufgewachsen und habe sie schon unzählige Male live gesehen. Ihr Weg und ihre Kreativität sind einzigartig in unseren Breitengraden. Als die Anfrage von ihnen persönlich kam und Smudo mich auch jeden Abend persönlich auf der Bühne ansagte, war ich echt platt. Es war eine unglaubliche Zeit, und ich freue mich, im Dezember wieder mit ihnen auf Tour gehen zu können.

Am Freitag, 5. August, sind Sie als einer der Hauptacts beim Parklichter-Festival im Kurpark Bad Oeynhausen dabei. Bis zu 6000 Fans werden erwartet. Worauf kann sich das Publikum freuen?
Seven: Auf Funk und Soul und das alles live. Wer diesen Sound mag, der kommt auf seine Kosten. Und wer das nicht so mag, der sollte besser nicht kommen.

Sie sind oft mit einer Zwölf-Mann-Band unterwegs. Wie wichtig sind Ihre Musiker für den typischen »Seven«-Sound?
Seven: Ich bin ein Regisseur und Sänger, Dirigent und Koch – aber kein Menü ist Weltklasse ohne die besten Zutaten. Meine Musiker sind mir sehr wichtig, und ich suche mir jeden einzelnen in meinem Team sorgfältig aus. Vom Lichtler bis zum Gitarristen muss jeder perfekt zusammenpassen. It’s a family business.

Im Gegensatz zu den anderen Parklichter-Hauptacts Alligatoah und Namika singen Sie auf Englisch. Würde Ihre Musik auch mit deutschen Texten funktionieren?
Seven: Ob etwas funktioniert, steht nicht zur Debatte. Aber es beißt sich bestimmt nicht. Meine Art zu phrasieren geht auch auf Deutsch. Aber ich singe seit eh und je auf Englisch und habe momentan keine Absichten, mich in die deutsche Sprache zu stürzen, nur weil es in dieser Richtung momentan eine Nachfrage zu wittern gibt. Ich zieh schön weiter mein Ding durch.

An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell. Dürfen sich Ihre Fans in absehbarer Zeit auf neue Songs freuen?
Seven: Ich arbeite immer an meinem nächsten Album. Immer.

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