Verschiedene Partner wollen junge Flüchtlinge unterstützen
Lernförderung nach Maß

Bad Oeynhausen  (WB). Mit individueller Lernförderung soll es gelingen, jungen Flüchtlingen in Bad Oeynhausen den Zugang zum deutschen Schulsystem zu erleichtern. Geplant ist eine spezielle Hausaufgabenbetreuung zweimal pro Woche im Begegnungszen­trum Druckerei. Der offizielle Startschuss fällt am 13. September.

Freitag, 29.07.2016, 06:00 Uhr
Machen sich für die individuelle Lernförderung von jungen Flüchtlingen stark (von links): Anne Elmers (Kinderschutzbund), Dominic Fricke (Johanniter), Pädagogin Ingrid Volland, Axel Genschow (VDI) und Marina Freese (Stadt Bad Oeynhausen). Foto: Malte Samtenschnieder
Machen sich für die individuelle Lernförderung von jungen Flüchtlingen stark (von links): Anne Elmers (Kinderschutzbund), Dominic Fricke (Johanniter), Pädagogin Ingrid Volland, Axel Genschow (VDI) und Marina Freese (Stadt Bad Oeynhausen). Foto: Malte Samtenschnieder

Die individuelle Lernförderung geht auf eine Initiative des Bündnisses für Familie Bad Oeynhausen, des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) Ostwestfalen-Lippe, des Kinderschutzbundes Minden-Bad Oeynhausen und des Regionalverbandes Minden-Ravensberg der Johanniter Unfallhilfe zurück.

»Alles begann vor einigen Monaten mit einer Anfrage der Realschule Süd, ob es Ehrenamtliche gibt, die die Kinder aus den internationalen Förderklassen zusätzlich unterstützen können, um ihnen den Einstieg in den Regelunterricht zu erleichtern«, sagt Marina Freese. Sie ist seitens der Stadt unter anderem für die Koordination ehrenamtlichen Engagements bei der Flüchtlingsbetreuung zuständig.

Bei verschiedenen Gesprächen habe sich herausgestellt, dass der Kinderschutzbund bereits zweimal wöchentlich eine individuelle Lernförderung in der Druckerei anbiete. »Es ist also nicht nötig, etwas Neues ins Leben zu rufen. Wir bauen vielmehr etwas Bestehendes aus«, sagt Dominic Fricke von den Johannitern.

Pensionierte Lehrer sollen bisherige Helfer unterstützen

Laut Anne Elmers vom Kinderschutzbund haben in der Vergangenheit 15 bis 20 Kinder regelmäßig die bislang ausschließlich von Ehrenamtlichen des Vereins betreute Lernförderung genutzt. »Wir gehen davon aus, dass sich die Teilnehmerzahl künftig verdoppelt«, sagt Anne Elmers. Außer Mitarbeitern des Kinderschutzbundes sollen fünf pensionierte Lehrerinnen die Betreuung der jungen Flüchtlinge übernehmen.

»Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche vom ersten bis zum zehnten Schuljahr«, betont Marina Freese. Zum einen gehe es um die Hilfe bei Hausaufgaben und die Vorbereitung auf Klassenarbeiten. »Zum anderen steht aber immer die Förderung der deutschen Sprache im Mittelpunkt«, sagt die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt. Ein Vorteil der Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund liege darin, dass einige Mitarbeiter arabisch sprechen und so leichter Zugang zu den Flüchtlingen finden.

»Wir werden nach den Sommerferien damit beginnen, das neue Angebot gezielt bei den Schulen zu bewerben«, kündigt Marina Freese an. Erst danach lasse sich der konkrete Förderbedarf einschätzen. Sie gehe aber davon aus, dass die Flüchtlingskinder bereits über einen Grundstock an Deutsch aus den internationalen Förderklassen verfügen.

Hospitationen bietet Einblicke in Berufswelt

Für jugendliche Flüchtlinge soll laut Axel Genschow vom VDI auch das in diesen Sommerferien erfolgreich angelaufene Angebot von Hospitationen ausgebaut werden. »Wir konnten bereits sechs junge Männer an unterschiedliche Betriebe vermitteln«, sagt Axel Genschow. Die Resonanz auf die Anfrage nach dreiwöchigen Schnupperpraktika sei bei den Unternehmen bereits im Vorfeld sehr positiv gewesen. Ob sich daraus langfristig etwas ergebe, bleibe abzuwarten. Axel Genschow: »Den Betrieben ist wichtig, dass die Flüchtlinge vor allem auch sprachlich in der Lage sind, erforderliche Prüfungen zu meistern.«

Weitere Auskünfte zur individuellen Lernförderung erteilt Ehrenamtskoordinatorin Marina Freese unter Telefon 05731/141042.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4191208?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Angriffe auf Großraum Jerusalem - Israel fliegt Gegenangriff
Laut einem Sprecher der israelischen Armee wurden Dutzende Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert.
Nachrichten-Ticker