Namika spricht über ihren Erfolg – Auftritt beim Parklichter-Open-Air am 5. August
»Von Null auf 100 öffentliche Person«

Bad Oeynhausen (WB). Mit ihrer ersten Single »Lieblingsmensch« hat Sängerin Namika alias Hanan Hamdi im Jahr 2015 eine Blitzkarriere hingelegt. An diesem Freitag ist die 25-Jährige beim Parklichter-Festival im Kurpark Bad Oeynhausen dabei. Vorab hat Redakteur Malte Samtenschnieder mit ihr gesprochen.

Mittwoch, 03.08.2016, 06:05 Uhr aktualisiert: 03.08.2016, 11:55 Uhr
Trotz des Anschlags bei einem Festival in Ansbach vor einigen Tagen freut sich Sängerin Namika auf Ihren Auftritt an diesem Freitag beim Parklichter-Open-Air im Kurpark. »Wir dürfen uns nicht in unserer Lebensqualität einschränken lassen«, sagt die 25-Jährige. Foto: dpa
Trotz des Anschlags bei einem Festival in Ansbach vor einigen Tagen freut sich Sängerin Namika auf Ihren Auftritt an diesem Freitag beim Parklichter-Open-Air im Kurpark. »Wir dürfen uns nicht in unserer Lebensqualität einschränken lassen«, sagt die 25-Jährige. Foto: dpa

Mit der Single »Lieblingsmensch« haben Sie 2015 einen grandiosen Einstand hingelegt, an dem unweigerlich alles Weitere gemessen wird. Wie gehen Sie mit dem hohen Erwartungsdruck um?

Namika: Den Erfolg von »Lieblingsmensch« empfinde ich als Segen. Damit hatte ja vorher keiner gerechnet. Druck ergibt sich daraus für mich eigentlich nicht. Ich mache Musik, weil ich es liebe und nicht weil ich damit Erfolg haben will. Als die Single so rapide durchgestartet ist, habe ich aber einige Zeit gebraucht, um zu realisieren, was passiert. Ich war ja eigentlich noch im Studiomodus und gerade dabei, meine EP aufzunehmen.

 

Alle wollen wissen, welchen »Lieblingsmensch« Sie in Ihrer Single besingen. Sie sagen dazu nichts…

Namika: …auch heute nicht.

 

Wie wichtig sind für Sie kleine Geheimnisse – im Alltag und in Ihrer musikalischen Arbeit?

Namika: Kleine Geheimnisse machen das Leben spannend.

 

In diesem Frühjahr haben Sie Ihre zweite Single »Kompliziert« veröffentlicht. An den Erfolg von »Lieblingsmensch« reicht sie nicht heran...

Namika: Auch bei »Kompliziert« hatte ich vorher keine Ahnung, wie der Song ankommt. Die Präsenz von »Lieblingsmensch« war und ist noch immer sehr stark. Nichtsdestotrotz sind wir sehr zufrieden mit der Entwicklung von »Kompliziert«. Es ist okay, dass die Single noch ein bisschen braucht, um aus dem Schatten von »Lieblingsmensch« zu treten.

 

Würden Sie sich selbst auch als »kompliziert« beschreiben?

Namika: Ich bin nicht kompliziert, andere verstehen mich manchmal nur nicht.

 

Sie sagen von sich, dass Sie Songs für Menschen schreiben, »die sich in der Großstadt verlieren, um sich selbst zu finden«. Ist das auch Ihr persönliches Rezept zum Glücklichsein?

Namika: Absolut. Ich muss heraus aus meiner eigenen Komfortzone, um neue Dinge zu entdecken. Dazu bin ich auch viel im Ausland unterwegs, um mich auch mal mit fremden Leuten auszutauschen und Impressionen zu sammeln. Das inspiriert mich sehr.

 

Wie hat der Erfolg mit »Lieblingsmensch« Ihr Leben verändert?

Namika: Ich bin von Null auf 100 eine öffentliche Person geworden. Daran musste ich mich erst gewöhnen.

 

Können Sie denn noch unerkannt durch Ihre Heimat Frankfurt schlendern?

Namika: Das wird zunehmend schwieriger. Ich werde immer öfter auf der Straße angesprochen. Aber ich habe tolle, höfliche Fans, die mich schon fast schüchtern fragen, ob sie ein Foto machen dürfen.

 

Sind auch schon mal Heiratsanträge dabei?

Namika: Gelegentlich rufen mir junge Männer zu »Namika, willst du mich heiraten?«. Wenn ich antworte, »Na klar, warum nicht?«, sind sie meist ganz verlegen. Sie rechnen nicht damit, dass ich antworte.

 

Sie waren im Mai Mitglied der deutschen Jury für den Eurovision Song Contest in Stockholm. Wie würden Sie diese Erfahrung beschreiben?

Namika: Das war sehr spannend. Der NDR hatte bei mir angefragt, ob ich nicht zwischen »alten Hasen« wie Sarah Connor, Anna Loos und The Boss Hoss Jury-Präsidentin werden wollte. Jeder der Kollegen war auf seine Weise sehr beeindruckend, und wir haben viel voneinander gelernt. Besonders unterhaltsam und äußerst sympathisch fand ich die beiden Jungs von The Boss Hoss.

 

Wie beurteilen Sie die Qualität der diesjährigen Wettbewerbsbeiträge beim ESC?

Namika: Jeder hatte seinen Charme. Mir persönlich hat besonders der belgische Beitrag gefallen. Dass die deutsche Kandidatin Jamie-Lee nur auf dem letzten Platz gelandet ist, ist für mich unverständlich. Es gab aus meiner Sicht schwächere Songs und Performances.

 

Welche Künstlerkollegen schätzen Sie besonders? Gibt es möglicherweise sogar musikalische Vorbilder?

Namika: Konkrete Vorbilder habe ich nicht. Ich bin ein Fan von Musik im Allgemeinen. Wenn mich ein Song berührt, sauge ich ihn auf. Es kann dann sein, dass ich daraus Jahre später Inspiration für einen eigenen Song ziehe. Man kann ja das Rad nicht neu erfinden. Irgendwann hat es ja jede Akkordfolge schon mal gegeben. Durch coole Musikstücke kann ich aber neue Kreativität tanken.

 

Sie sind am 5. August beim Parklichter-Open-Air im Kurpark Bad Oeynhausen dabei. Bis zu 6000 Besucher werden erwartet. Worauf dürfen sich Ihre Fans freuen?

Namika: Auf eine super Band und viel gute Laune. Unser Motto lautet: »Wir wollen Spaß haben und die Leute damit anstecken.«

 

Haben Sie nach dem Anschlag vor einigen Tagen bei einem Festival in Ansbach ein beklommenes Gefühl, wenn Sie selbst bei einem Festival auf der Bühne stehen?

Namika: Ich habe da meine ganz eigenen Erfahrungen. Ich bin zuvor am Abend des Amoklaufs von München beim dortigen Tollwood-Festival aufgetreten. 20 Minuten vor meinem Auftritt habe ich erfahren, was passiert ist. Der Veranstalter hat uns inständig gebeten, trotzdem zu spielen, um unter den 10 000 Fans eine Panik zu vermeiden. Wenn alle gleichzeitig versucht hätten, das Gelände zu verlassen, hätte das schlimm enden können. Also haben wir gespielt, obwohl das ein sehr komisches Gefühl war.

 

Und haben Sie seitdem ein mulmiges Gefühl bei Festivals?

Namika: Nein. Ich bin der Meinung, dass wir uns durch derartige Ereignisse nicht in unserer Lebensqualität einschränken lassen dürfen. Es passieren jeden Tag viele schreckliche Dinge auf der Welt. Aber wir dürfen nicht aufhören, zu leben.

 

An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell? Sind neue Songs in Arbeit?

Namika: Ich bin zwar momentan viel unterwegs. Zwischendurch komme ich aber auch ins Studio. Dort arbeite ich an Songs für mein zweites Album. Es soll 2017 herauskommen. Genaueres kann ich dazu noch nicht sagen.

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